In Südeuropa toben heftige Waldbrände. Viele Ortschaften und Feriensiedlungen werden evakuiert. Hunderttausende Bewohner und Zehntausende Touristen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.
Der spanische Regierungschef spricht von einer Klimanotlage, nachdem allein in der Provinz Guadalajara rund 32.000 Hektar Land von den Flammen zerstört wurden. Pedro Sánchez forderte einen parteiübergreifenden "Staatspakt gegen den Klimanotstand". Dieser Notstand ist inzwischen ausgerufen – erstmals wegen eines Walbrands.
Denn nahe der Hauptstadt Madrid ist die schlimmste Befürchtung wahr geworden: Mehrere Feuer haben sich zu einem Großfeuer vereint, sodass rund um Madrid bereits 70.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Weitere 15.000 traf es bei Valencia.
Auch in Frankreich mussten zahlreiche Orte wegen der Brände evakuiert werden, aber auch Ferienzentren und Campingplätze. Insgesamt mussten im Südwesten des Landes bereits 250.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Präsident Macron bezeichnete die Lage als "sehr angespannt" und forderte Hilfe von der EU an.
Seit Jahresbeginn verbrannten in Frankreich 50.000 Hektar, dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Bild vermutet: "1.400 Fußballfelder brennen pro Stunde ab."
Hitze trifft deutsche Wirtschaft
Auch Deutschland ist zunehmend von Wetterbedingungen betroffen, die Waldbrände begünstigen.
Hier zeigen Daten des Deutschen Wetterdienstes, dass sich die Zahl der Tage mit hoher Waldbrandgefahr (Stufe 4 und 5) seit den 1960er-Jahren etwa verdoppelt hat – von durchschnittlich rund sechs auf gut elf Tage pro Jahr. Bilder von brennenden Wäldern stammen mittlerweile nicht mehr nur aus Ländern wie Spanien, Portugal oder Griechenland.
Franz Alt
ist Journalist und Buchautor. Er leitete 20 Jahre das Politikmagazin "Report" beim Südwestrundfunk, dann bis 2003 die Zukunftsredaktion des SWR. Als einer der ersten informierte er über Klimawandel und Energiewende.
"In Mitteleuropa hat sich mit dem Klima auch die Waldbrandgefahr geändert", sagt der Forstwissenschaftler Jürgen Bauhus von der Universität Freiburg. Europaweit ist seit Beginn der EU-Aufzeichnungen 2006 noch nie so viel Waldfläche verbrannt wie 2025.
Fachleute gehen davon aus, dass längere Trockenphasen und extreme Hitzeperioden künftig häufiger auftreten können. Dadurch könnte sich auch die Zahl der Waldbrände weiter erhöhen.
Der neue deutsche Hitzerekord hat gezeigt, wie schnell extreme Temperaturen zur Belastung für die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft werden. Das Handelsblatt ließ die Kosten der Extremhitze für die deutsche Wirtschaft errechnen: 6,4 Milliarden Euro hat allein die Hitzewelle zwischen dem 17. und 30. Juni 2026 gekostet.
In dieser Zeit lagen die Temperaturen hierzulande zeitweise bei über 40 Grad. Krankenhäuser, Pflegeheime und Altersheime gerieten an ihre Grenzen, Beton platzte von den Autobahnen, Gebäude überhitzten, der Kühl- und Energiebedarf schoss dramatisch in die Höhe.
Hitze ist längst nicht nur ein Gesundheitsrisiko, sondern auch ein wachsender wirtschaftlicher Kostenfaktor.
Der Klimawandel wird zu einem Brandbeschleuniger in vielen Gebieten und gefährdet zunehmend unseren Wohlstand. Doch was tut die deutsche Bundesregierung?
Sie behandelt den Klimaschutz vielfach wie ein lästiges Anhängsel. Vor allem Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche versuchen, das Thema zu ignorieren und gleichzeitig Gesetze und Vorgaben systematisch abzuschwächen. Das ist unverantwortlich.
Was muss noch passieren, bis auch Herr Merz und Frau Reiche aufwachen?

Herr Alt ist schon klar, dass wir in einer Demokratie leben, und es überhaupt nichts bringt, wenn die braun-schwarze Heuschrecke Merz und die Gas-Beauftragte der Industrie namens Reiche aufwachen. Selbst wenn sie es täten, hätte das wahrscheinlich lediglich zur Folge, dass noch mehr unserer fossil-besoffenen Wutbürger*innen ihr Kreuz bei den AfD-Neonazis machen und Merz und Reiche bald wieder bei Blackrock und einem Gas-Versorger arbeiten würden.
Nein, da wir zum Glück?! in einer Demokratie leben, ist die entscheidende Frage, wann wachen die Mehrheit der Wähler*innen auf und machen ihr Kreuz nicht mehr bei Parteien, die uns zielsicher mit freier Raserei in den Klima-Exitus steuern.
Wir haben nicht rechtzeitig und entschieden genug gehandelt - wider besseren Wissens.
Die große Frage ist: was können wir mit ambitioniertem Klimaschutz jetzt noch erreichen, bzw. welche Entwicklungen können noch verhindert werden?