Dollarnoten
Was kostet die Welt? (Bild: Frankie Leon/​Flickr)

Es sind Mega-Zahlen. Die müssten selbst den amerikanischen Präsidentenmilliardär Donald Trump beeindrucken. Im Jahr 2070 könnte die globale Wirtschaftsleistung mindestens 20 Billionen US-Dollar pro Jahr höher liegen als normalerweise zu erwarten.

Dann nämlich, wenn die Regierungen und die jeweiligen Ökonomien – anders als heute – entschlossen in den Schutz von Klima und Natur investieren würden. Bis 2100 könnte sogar ein Plus von 100 Billionen erreicht werden.

Das sind 100.000 Milliarden Dollar. Ziemlich viel zusätzlicher Wohlstand also. Trumps Vermögen wird auf sechs bis sieben Milliarden geschätzt. Vielleicht hat ja er ein Gefühl dafür, wie viele Weiße-Haus-Ballsäle man damit bauen oder Jumbo-Jets geschenkt kriegen könnte.

Die Zahl stammt aus dem in dieser Woche vorgestellten Report GEO‑7, vorgelegt vom UN-Umweltprogramm Unep. Die GEO-Ökowälzer kommen etwa alle fünf Jahre heraus, sie sind die umfassendsten Berichte zum Zustand des Globus.

Wie man sich vorstellen kann, war ihr Inhalt bisher ziemlich düster. So ist es auch diesmal auf den meisten der rund 1.000 Seiten. 

Einen Versuch ist es wert

Es gibt zwar einige positive Tendenzen. Zum Beispiel bessere Luft in reichen Saaten, einen Boom bei den erneuerbaren Energien, mehr Naturschutzgebiete. Nur: Die Gesamttendenz ist weiterhin erschreckend.

Auch hier drei Beispiele: Das globale CO2-Budget zur Einhaltung des 1,5-Grad-Erwärmungslimits ist fast aufgebraucht. Der erste Kipppunkt im Erdklimasystem ist praktisch erreicht, denn die tropischen Korallenriffe werden wohl absterben. Und jedes Jahr gehen fruchtbare Böden von der dreifachen Fläche Deutschlands verloren.

So etwas beeindruckt Trump nicht. Und, leider, die meisten anderen Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft ebenfalls nicht. Sonst würden sie andere Prioritäten setzen.

Joachim Wille ist Co-Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

Darauf haben die GEO‑7-Fachleute offenbar eine Antwort gesucht. Ihre Wohlstandserzählung ist offenbar eine Reaktion darauf in der politischen Drill-Baby-Drill-Ära. Nach dem Motto: Wenn die Mächtigen es sonst schon nicht begreifen, dann doch wenigstens, wenn man mit Dollarscheinen wedelnd in ihr Gesichtsfeld tritt.

Ob das funktioniert, ist offen. Zweifel sind leider angebracht, weil Leute wie Trump nicht bis 2070, sondern allenfalls bis zur nächsten Wahl zu denken pflegen. Aber einen Versuch ist es wert. Und wir lassen uns gerne eines Besseren belehren.