Europa ist der Kontinent, der sich weltweit besonders stark erwärmt – und das zeigt sich nun auch bei den Waldbränden. Der europäische Süden schließt zu klassischen Waldbrandregionen wie Australien und Kalifornien auf.
Diesmal bedrohen die Flammen sogar Großstädte wie Madrid und Bordeaux. Hunderttausende, darunter viele Touristen, mussten fliehen. Einzelne Feuer wachsen zu Feuersbrünsten, die kaum noch zu beherrschen sind.
Der Klimawandel ist der entscheidende Brandbeschleuniger. Hitze und eine "durstigere" Atmosphäre entziehen Böden und Pflanzen ihre Feuchtigkeit.
Doch weitere Faktoren ließen die Feuer in Spanien und Frankreich außer Kontrolle geraten. Ein feuchter Winter ließ Gräser, Sträucher und Unterholz wachsen. Zwei Hitzewellen seit Mai verwandelten diese Biomasse in Zunder.
Hinzu kommen Landflucht, aufgegebene Landwirtschaft, schlecht gepflegte Wälder, monotone Bestände und viel abgestorbenes Material. Einzelne Menschen liefern meist nur den Funken – fahrlässig, durch Defekte oder sogar vorsätzlich.
Die Landschaft weniger brennbar machen
Haben Spanien und Frankreich genug zur Vorbeugung getan? Offenkundig nicht. Doch zu lange galt: Brände müssen vor allem schnell gelöscht werden. Bei extremem Feuerwetter stößt das an Grenzen.
Entscheidend ist, die Landschaft vorher weniger brennbar zu machen: Unterholz reduzieren, kontrollierte Feuer zulassen, Weidewirtschaft fördern, Brandschneisen pflegen, Mischwälder aufbauen und Siedlungen schützen. Das kostet Geld, wirkt aber besser als immer neue Löschtechnik.
Griechenland zeigt wenigstens in Ansätzen, wie es gehen kann. Nach tödlichen Brandkatastrophen investierte Athen rund zwei Milliarden Euro in den Katastrophenschutz. 85 Löschflugzeuge und Hubschrauber, mehr als 100 Drohnen und vier Satelliten stehen bereit, ihre Daten laufen zentral zusammen.
Das verhindert keine Feuer – und Griechenland hatte bislang auch Wetterglück. Doch Früherkennung und klare Zuständigkeiten können verhindern, dass aus einem kleinen Brand ein Feuersturm wird.
Ein Fortschritt ist auch das im Frühjahr beschlossene integrierte Waldbrand-Risikomanagement der EU. Es setzt nicht nur auf mehr Löschflugzeuge und europaweit einsetzbare Einheiten, sondern auch auf Prävention, Frühwarnung und den Umbau gefährdeter Wälder.
Dafür muss genug Geld fließen. Denn Solidarität hat Grenzen, wenn es gleichzeitig in Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland brennt und künftig auch nördlichere Staaten stärker betroffen sind.
Denn die Europäische Umweltagentur EEA warnt: Die Feuergefahr wandert nach Norden, etwa nach Deutschland, Tschechien und Schweden.
Waldbrände töten unsichtbar durch Rauch und Ruß
Wir dürfen uns nicht sicher fühlen. Seit dem extremen Trockenjahr 2018 zeigt die Tendenz hierzulande nach oben. Auch 2025 war mit 1.175 Bränden auf 2.626 Hektar ein starkes Waldbrandjahr, die Fläche lag mehr als dreimal so hoch wie das langjährige Mittel von 844 Hektar.
Und in diesem Juli brannten im Müritz-Nationalpark rund 400 Hektar. Besonders riskant sind trockene Kiefernwälder und munitionsbelastete Flächen, die das Löschen gefährlich machen.
Waldbrände zerstören nicht nur Häuser, Wälder und Ferienregionen. Sie töten Menschen direkt und oft unsichtbar durch Rauch, Ruß und Feinstaub. Fachleute rechnen bei großen Brandserien mit Zehntausenden zusätzlichen Todesfällen. Prävention und Katastrophenschutz müssen deshalb massiv ausgebaut werden.
Doch Anpassung allein reicht nicht. Bei heute rund 1,4 Grad globaler Erwärmung geraten Feuer bereits vielerorts außer Kontrolle. Erreicht die Welt 2,8 Grad, wie derzeit zu erwarten ist, werden solche Dürre- und Brandlagen zum regelmäßigen Ausnahmezustand.
Das ist ein weiteres überdeutliches Signal: Der Fossil-Ausstieg ist keine abstrakte Zukunftspolitik, sondern vorbeugender Katastrophenschutz.

Na, sind wir ehrlich - noch koennen solche Artikel geschrieben werden.
https://www.fr.de/politik/hotspot-tbl-hitzewellen-wissenschaft-warnung-mittelmeer-klimawandel-zr-92418207.html
Es stellt sich die Frage, ob eine Anpassung an den rapiden Klimawandel überhaupt möglich ist.
"Die Anpassung der „natürlichen und der menschlichen Systeme“ an diese Entwicklungen, so warnt das Wissenschaftsgremium, werde auf „harte Grenzen stoßen„. Das bedeutet: an Punkte kommen, wo Anpassung nicht mehr möglich ist."