Die Bundesregierung will das Heizungsgesetz der Ampel-Koalition kippen. "Der Heizungskeller wird damit wieder zur Privatsache. Die Bürger haben wieder die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie sie heizen", sagte Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) unlängst bei der Vorstellung der Eckpunkte für das geplante "Gebäudemodernisierungsgesetz".

Das bedeutet: Praktisch alle Heizsysteme bleiben weiterhin zulässig. Teilweise werden allerdings – vorerst geringe – Anteile erneuerbarer Brennstoffe vorgeschrieben.

Bei einem Heizungstausch kommen damit vor allem Wärmepumpen, Pelletheizungen, Gas- und Ölheizungen sowie rein elektrische Heizsysteme infrage. Die Systeme unterscheiden sich deutlich in Kosten, Klimabilanz und Zukunftsfähigkeit. Im Folgenden eine Übersicht.

Wärmepumpe: klimafreundlich, teure Anschaffung, moderate Betriebskosten

Wärmepumpen gelten derzeit als die klimafreundlichste Heizungslösung für viele Gebäude. Sie nutzen Umweltwärme aus Luft, Erde oder Grundwasser und erhöhen deren Temperatur mithilfe von Strom. Dabei entstehen aus einer Kilowattstunde Strom häufig drei bis vier Kilowattstunden nutzbare Wärme.

Die Klimabilanz hängt stark vom Strommix ab. Selbst mit dem heutigen deutschen Strommix verursachen Wärmepumpen deutlich weniger CO2 als Öl- oder Gasheizungen. Laut Umweltbundesamt stammten 2025 bereits 55 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien.

Nach Berechnungen der Helmholtz Klima-Initiative können Wärmepumpen die Emissionen gegenüber einer Ölheizung etwa halbieren. Wird ausschließlich erneuerbarer Strom genutzt, ist der Betrieb nahezu emissionsfrei.

Bei der Wärmepumpe ist auch die Frage, wie es mit der Förderung weitergeht. (Bild: Ronalds Štikāns/​Shutterstock)

Der größte Nachteil ist der Preis. Für ein Einfamilienhaus liegen die Anschaffungskosten inklusive Installation meist eher im Bereich von rund 30.000 bis 35.000 Euro.

Allerdings soll der Einbau vorerst weiter staatlich gefördert werden. Bisher sind bis zu 70 Prozent Zuschuss beziehungsweise bis zu 21.000 Euro möglich.

Die jährlichen Betriebskosten sind dagegen vergleichsweise moderat. Bei einem typischen Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden betragen sie laut dem Vergleichsportal Verivox bei einer effizienten Wärmepumpe rund 1.350 Euro pro Jahr, bei einer ungünstigeren Effizienz rund 2.000 Euro. 

Wärmepumpen arbeiten besonders effizient in gut gedämmten Gebäuden und mit Flächenheizungen – wie Fußbodenheizungen oder groß dimensionierten Heizkörpern.

In älteren Gebäuden kann ihre Effizienz geringer sein, da dort höhere Vorlauftemperaturen im Heizkreis erforderlich sind. Dann kann es sinnvoll sein, zunächst einfache Sanierungsschritte wie die Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Kellerdecke vorzunehmen und einzelne Heizkörper zu tauschen.

Pelletheizung: erneuerbare Wärme aus Holz, begrenzt verfügbar

Eine Alternative im Bereich erneuerbarer Energien ist die Pelletheizung. Sie verbrennt kleine Presslinge aus Holzresten, die automatisch in einen Heizkessel transportiert werden.

Da Holz während seines Wachstums CO2 aus der Atmosphäre bindet, gilt die Verbrennung von Holzpellets bilanziell weitgehend als klimaneutral – vorausgesetzt, die Rohstoffe stammen tatsächlich aus Reststoffen der Sägeindustrie oder zumindest aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Zugleich verweist das Umweltbundesamt auf Feinstaubemissionen und auf die begrenzte Verfügbarkeit nachhaltiger Biomasse.

Die Anschaffungskosten sind ähnlich hoch wie bei Wärmepumpen. Für ein Einfamilienhaus liegen sie bei 25.000 Euro. Zusätzlich wird ein Lagerraum für die Pellets benötigt.

Die Betriebskosten können je nach Pelletpreis zwischen 1.200 und 1.800 Euro pro Jahr liegen. Damit ist das Heizen meist günstiger als mit Gas, häufig aber nicht günstiger als eine gut laufende Wärmepumpe.

Gasheizung mit Biogasanteil: klimatechnisch fragwürdig, Gefahr steigender Kosten

Gasheizungen gehören in Deutschland zu den am weitesten verbreiteten Heizsystemen. Moderne Brennwertgeräte nutzen nicht nur die Wärme der Verbrennung, sondern auch die Kondensationswärme aus den Abgasen und arbeiten daher relativ effizient.

Im Rahmen des neuen Gesetzes sollen Gasheizungen weiterhin zulässig sein, wenn ab 2029 ein Anteil erneuerbarer Gase – konkret zehn Prozent Biomethan – mitverbrannt wird. Dieser Anteil soll später steigen. Für den Klimaschutz bleibt der Effekt aber begrenzt, denn der überwiegende Teil des Brennstoffs ist weiterhin fossiles Erdgas.

Rohre und Zähler einer relativ neuen Erdgas-Heizungsanlage in einem Hauskeller.
Wer heute noch eine fossile Heizung einbauen lässt, kann sie womöglich nicht sehr lange betreiben. (Bild: Immo Wegmann/​Unsplash)

Ein Vorteil sind die relativ niedrigen Anschaffungskosten. Für ein neues Gas-Brennwertgerät inklusive Installation müssen Hausbesitzer meist zwischen rund 8.000 und 15.000 Euro investieren.

Die laufenden Kosten können jedoch deutlich höher sein als bei Wärmepumpen. Verivox beziffert die durchschnittlichen Heizkosten eines Einfamilienhauses mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch für 2025 auf 2.200 Euro pro Jahr. Für eine reine Gasheizung mit zehn Prozent Biomethananteil wären es auf Basis der derzeitigen Biogastarife sogar rund 2.500 Euro.

Hinzu kommen langfristige Unsicherheiten: Der CO2-Preis auf fossile Energieträger steigt, und es werden deutlich wachsende Gasnetzentgelte und Mehrkosten durch steigende Biomethananteile erwartet. Laut einer aktuellen Studie des Öko-Instituts könnten die Kosten für den Betrieb einer Gasheizung von heute rund elf Cent je Kilowattstunde bis 2029 auf etwa 15 Cent und bis 2040 auf mehr als 25 Cent steigen.

Geopolitische Risiken, wie jetzt beim Iran-Krieg, können die Gaspreise weiter nach oben treiben.

Ölheizung mit "Bio"-Anteil: höchste Emissionen, drohende Kostenfalle

Noch stärker als Gasheizungen stehen Ölheizungen klimapolitisch unter Druck. Heizöl gehört zu den CO2-intensivsten Energieträgern im Gebäudesektor.

Auch hier ist in den Eckpunkten der Koalition vorgesehen, dass ab 2029 Brennstoff mit einem Zehn-Prozent-Anteil an sogenanntem Bioheizöl getankt werden muss. Der Effekt auf die Klimabilanz bleibt jedoch begrenzt. Selbst mit diesem Anteil verursacht eine Ölheizung laut Umweltbundesamt weiter hohe Emissionen.

Die Investitionskosten für eine neue Anlage liegen meist zwischen 10.000 und 14.000 Euro. Hinzu kommen Kosten für einen Öltank sowie entsprechender Platzbedarf im Gebäude.

Die jährlichen Heizkosten lagen bei einem Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch laut Verivox 2025 im Schnitt bei 1.860 Euro pro Jahr. Auch hier wirkt der steigende CO2-Preis verteuernd.

Aus klimapolitischer Sicht gilt die Ölheizung daher als Auslaufmodell, auch wenn sie technisch weiter betrieben werden kann. Fraglich ist zudem, ob die nötigen "Bioheizöl"-Mengen dauerhaft in ausreichender Menge und zu vertretbaren Preisen verfügbar sein werden.

Elektrische Direktheizung: einfache Technik, sehr hohe Stromkosten

Elektrische Direktheizungen – etwa Infrarotgeräte, Radiatoren oder andere Stromdirektheizungen – wandeln Strom unmittelbar in Wärme um. Technisch sind sie einfach aufgebaut und erfordern kaum Installationsaufwand.

Der Einbau kann daher vergleichsweise billig sein. Je nach Gebäude und Zahl der Geräte kann ein System schon ab einigen tausend Euro installiert werden.

Infrarotaufnahme: Eine Hand steckt einen Stecker in die Steckdose, der Stecker scheint rot zu glühen, alles andere sind Blautöne.
Stromdirektheizungen sind im Dauerbetrieb die teuerste Möglichkeit, eine Wohnung warm zu halten. (Bild: Gerd Altmann/​Pixabay)

Für den Dauerbetrieb ganzer Einfamilienhäuser sind solche Systeme aber meist keine gute Lösung. Verbraucherzentralen warnen seit Jahren, dass Stromdirektheizungen in Altbauten und durchschnittlich gedämmten Häusern langfristig sehr teuer werden.

Der Grund sind die laufenden Kosten: Weil jede Kilowattstunde Strom nur eine Kilowattstunde Wärme liefert, ist der Energiebedarf hoch.

Bei 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und einem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 32 Cent je Kilowattstunde ergäben sich rechnerisch rund 6.500 Euro Stromkosten pro Jahr. Selbst wenn vergünstigter Heizstrom verfügbar wäre, lägen die Kosten immer noch klar über Wärmepumpe, Gas, Öl oder Pellets.

Solche Systeme sind daher meist nur in sehr gut gedämmten Gebäuden, in selten genutzten Räumen oder als Zusatzheizung sinnvoll.

Passivhaus: weniger heizen statt besser heizen

Eine Alternative zur Wahl eines leistungsstarken Heizsystems besteht darin, den Wärmebedarf des Gebäudes drastisch zu senken. Passivhäuser erreichen dies durch sehr gute Dämmung, luftdichte Bauweise und kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung.

Der Heizenergiebedarf liegt im Passivhaus typischerweise bei 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Dadurch reicht oft eine sehr kleine Zusatzheizung aus, etwa ein Heizregister oder eine kleine Wärmepumpe im Lüftungssystem.

Die Baukosten sind zwar höher – vielfach wird mit einem Aufschlag von etwa fünf bis 15 Prozent gegenüber einem konventionellen Neubau gerechnet –, doch die Heizkosten sinken drastisch. Viele Passivhäuser kommen mit wenigen hundert Euro Heizkosten im Jahr aus.

Die Umrüstung von Altbauten auf Passivhaus-Standard ist grundsätzlich möglich, erfordert aber meist sehr hohe Investitionen.

 

Fazit: Effizienz entscheidet über Kosten und Klima

Der Vergleich zeigt: Fossile Heizsysteme wie Gas und Öl sind zwar in der Anschaffung günstiger, verursachen aber höhere CO2-Emissionen und voraussichtlich steigende Betriebskosten. Hier droht tatsächlich eine "Heizkostenfalle", wie das Öko-Institut formuliert.

Wärmepumpen und mit Einschränkungen auch Pelletheizungen schneiden in der Klimabilanz deutlich besser ab, erfordern jedoch zunächst höhere Investitionen.

Betrachtet werden sollte aber immer auch der Energiebedarf des Gebäudes selbst. Je besser ein Haus gedämmt ist, desto günstiger lassen sich alle Heizungen betreiben. Und je effizienter das Gebäude ist, desto niedriger sind sowohl die Heizkosten als auch die Emissionen.

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