Hitzewellen mit Temperaturen über 40 Grad werden auch in Deutschland immer häufiger. Viele hoffen deshalb, ihr Haus im Sommer einfach mit der Wärmepumpe kühlen zu können. Doch funktioniert das wirklich?
Das Video erklärt, warum das in vielen Bestandsgebäuden technisch an Grenzen stößt, welche Rolle Taupunkt, Heizkörper und Fußbodenheizung spielen und wann eine Wärmepumpe dennoch sinnvoll kühlen kann.
Außerdem wird gezeigt, warum wir uns zu Hause trotz neuer Wärmepumpe zusätzlich für eine Klimasplitanlage entschieden haben – und welche Lösung für welches Haus am besten geeignet ist.
Quellen und weitere Hinweise enthält die Youtube-Beschreibung. Dort gibt es auch Kapitelmarken.
Volker Quaschning
ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.

Zwei Anmerkungen hätte ich: Der Effekt der Hitzeinseln entsteht meines Wissen nicht nur durch die Abwärme der Klimaanlagen, sondern auch ganz einfach dadurch, dass die Hitze, die sonst in den Wohnungen "gespeichert" werden würde, eben nach draußen transportiert wird, und dort die Luft und die Umgebung aufheizt. Dies verhindert die Abkühlung in dicht besiedelten Gebieten nachts und führt damit zu einem höheren Stromverbrauch der Klimaanlagen. Für die Haushalte, die keine Klimaanlage haben, bedeutet es, dass die Hitzebelastung noch stärker und länger anhält, da die Umgebungstemperatur in den Städten durch die Klimaanlagen steigt. Dies dürfte auch vor allem alte und kranke Menschen treffen, da diese auch meist das Geld nicht haben, um sich ein Klimaanlage zu leisten.
Die Darstellung von Herrn Quaschning zum Energiebedarf der Anlagen ist doch etwas arg vereinfacht. Bei den aktuellen, stabilen Hochdruckanlagen ist zwar tagsüber tatsächlich erneuerbarer Strom im Überfluss vorhanden, allerdings haben diese Wetteranlagen die weniger positive Eigenschaften, dass wenig bis gar keine Windkraftleistung vorhanden ist, weil kein Wind weht. Da viele Klimaanlagen, auch bei Haushalten, die über keine PV-Anlage und oder Speicher verfügen, dann bei abnehmbarer Solareinstrahlung weiterlaufen, kommt es zu den schon beschriebenen Lastspitzen in den Abendstunden. Dies hat, wenn man den entsprechenden Berichten glauben darf, dann eben doch wieder zu einem Betrieb von fossilen und Atomkraftwerken (in den Nachbarländern) geführt. Leider war hierzu nichts in der Kolumne zu hören, obwohl dieser Aspekt doch gerade für Klimaschützer von Interesse sein dürfte.
https://www.helmholtz-klima.de/klimawissen/macht-der-klimawandel-unsere-staedte-zu-hitzeinseln
Das Problem betrifft daher v. a. die Stadtplanung.
Es wäre interessant zu erfahren, wie groß der zusätzliche Effekt durch Klimaanlagen ist .