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Alle meckern über Erdgaskraftwerke. Die Ökos sollen noch mal still sein. Woher soll denn unser Strom kommen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint?

Klar brauchen wir für lange Zeiträume mit wenig Sonne und Wind Kraftwerke, die einspringen können. Gaskraftwerke sind gut geeignet, aber die müssen wir doch nicht mit Erdgas laufen lassen. Wusstet ihr, dass 2024 Biogas 5,5 Prozent unseres Strombedarfs gedeckt hat? Mehr als die Wasserkraft oder die Windkraft auf See.

Biogasanlagen vergären Gülle, Pflanzenreste oder Bioabfälle zu Biogas. Damit erzeugen wir in kleinen Blockheizkraftwerken Strom und Wärme. 

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.

Die meisten Biogaskraftwerke produzieren rund um die Uhr Strom. Also auch dann, wenn wir genug Solar- und Windstrom haben und die Netze schon voll sind. Manchmal werden Solar- und Windkraftanlagen abgeschaltet und dafür entschädigt, nur damit Biogaskraftwerke weiterlaufen können.

Die Lösung heißt Flexibilisierung: Zusätzliche Gaskraftwerke und größere Stromgeneratoren ermöglichen die Biogasstromerzeugung genau dann, wenn wir den Strom auch brauchen. Wird der Strom nicht benötigt, schalten wir die Kraftwerke einfach ab und speichern das anfallende Biogas.

Also genau das, was unsere Energiewende jetzt braucht und unsere Landwirtschaft unterstützt.

Aber die Regierung will lieber viele neue Erdgaskraftwerke subventionieren. Erdgas, bei dem wir von Importen abhängig sind und auch noch das Klima ruinieren.

Sie sollte lieber in flexibilisierte Biogaskraftwerke investieren, statt unser Geld sinnlos ins Ausland zu überweisen und uns abhängig zu halten.