CDU und CSU wollen das Heizen technologieoffen gestalten und stemmen sich gegen das naheliegende Ende der Gasheizung. Um die deutschen Klimaschutzziele einzuhalten, könne man doch irgendwann auf grünen Wasserstoff umstellen.
Aber das ist eine Illusion. Grüner Wasserstoff kann nicht wie Erdgas gefördert werden. Er muss aus grünem Strom hergestellt werden. Und Elektrolyse, der Transport und die Speicherung von Wasserstoff sind aufwendig und teuer.
Heute ist der Großhandelspreis von grünem Wasserstoff rund fünfmal so hoch wie der von Erdgas. Studien wie vom Fraunhofer ISI zeigen, dass er auch im Jahr 2050 noch zweieinhalbmal so teuer sein wird.
Wasserstoff hat einen anderen Heizwert und ist flüchtiger als Erdgas, darum lassen sich Leitungen und Heizung nicht einfach auf Wasserstoff umstellen. Sie müssen aufwendig und teuer umgerüstet werden. Und deshalb wird auch kein Gasnetzbetreiber Wasserstoffleitungen zu Einfamilienhäusern ziehen.
Und selbst wenn es gelingt, Wasserstoff zu den Häusern zu transportieren, wird er noch sehr lange ein knappes Gut bleiben. Verbrennen wir kostbaren Wasserstoff, fehlt er bei der Transformation unserer Industrie.
Wollten wir alle heutigen Gasheizungen mit grünem Wasserstoff betreiben, müssten wir zu seiner Herstellung rein rechnerisch rund das halbe Saarland komplett mit Solaranlagen zupflastern. Wärmepumpen kommen mit einem Fünftel der Fläche aus.
Grüner Wasserstoff ist der Champagner der Energiewende. Wollt ihr ernsthaft mit Champagner heizen? Nee, das ist eine sauteure Idee!
Volker Quaschning
ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.
