"Das Heizungsgesetz wird abgeschafft." So steht es im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot, der im Mai geschlossen wurde. Obwohl bereits über ein halbes Jahr vergangen ist, gibt es keine Einigung zwischen dem CDU-geführten Ministerium für Wirtschaft und dem SPD-geführten für Bau, was genau an die Stelle des Habeckschen Gesetzes treten soll.
Immerhin einigten sich die Koalitionsspitzen jüngst auf einen neuen Namen dafür – "Gebäudemodernisierungsgesetz" – und einen Fahrplan. Doch immer klarer wird: Im Kern wird es weiterhin darum gehen müssen, die Wärmepumpe als Standardlösung für das Heizen außerhalb der Fernwärmenetze zu etablieren.
Das ist nicht nur die Meinung von Energie-Fachleuten und den Heizungsherstellern, auch bei vielen Bürgerinnen und Bürgern hat sich diese Erkenntnis durchgesetzt. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des Beratungsportals CO2‑Online.
Demnach würde sich heute immerhin ein Drittel aller Deutschen für eine Wärmepumpe entscheiden, die damit klar vor allen anderen Heiztechnologien liegt. Insgesamt erreichen Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien, also auch Pelletheizungen und solarthermisch gestützte Systeme, in der Umfrage eine Zustimmung von 58 Prozent.
Die Zustimmung zur Wärmepumpe ist seit 2023, als der politische Streit innerhalb der Ampel-Bundesregierung eskalierte und sich die oppositionelle Union darauf einschoss, laut den Angaben um 14 Prozentpunkte gestiegen. Über Parteigrenzen hinweg sehen viele Menschen die Wärmepumpe inzwischen als kostengünstige Option.
Das zeige, "dass am Ende die Wirtschaftlichkeit den Ausschlag gibt und nicht die politischen Positionen", urteilt CO2‑Online. Zuletzt ist auch der Anteil der Wärmepumpen am Heizungsabsatz wieder deutlich angestiegen.
Fraktionschefs sollen Arbeitsgruppe zum neuen Gebäudegesetz leiten
Hauseigentümer entscheiden sich laut der Umfrage zunehmend für Wärmepumpen, da diese effizient arbeiten, im Betrieb die Heizkosten senken und zugleich einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Zudem erkennen sie die Risiken fossiler Heizungen. "Zwei Drittel der Befragten stimmen zu, dass das Heizen mit Erdgas oder Öl langfristig zur Kostenfalle wird", stellt CO2‑Online fest.
Tatsächlich ist absehbar, dass hohe Preise für Erdgas und Erdöl, ein steigender CO2-Preis und wachsende Netzentgelte bei immer weniger Gas-Abnehmern die Heizkosten in die Höhe treiben werden. Fachleute erwarten, dass die Kosten in 20 Jahren mindestens doppelt so hoch sein werden wie heute.
Hinzu kommt das Risiko, dass Gasnetze in den nächsten Jahren zurückgebaut werden und Kommunen ihre Gasversorgung ganz einstellen könnten. Eine Großstadt wie Mannheim hat das bereits angekündigt, andere könnten ihr folgen.
"Die Nachfrage ist da, aber viele Menschen zögern, weil sie nicht wissen, worauf sie sich verlassen können", sagte Tanja Loitz, Geschäftsführerin von CO2‑Online. Seit Monaten warteten Haushalte und die gesamte Branche auf klare Rahmenbedingungen – sie bekämen bisher aber im Grunde nur einen neuen Namen präsentiert.
"Im Klartext: Wir wissen immer noch nicht, was aus der 65-Prozent-Regel wird und wie die Förderung aussehen soll. So kann niemand verlässlich planen." Das sei für Hauseigentümer wie für das Handwerk ein enttäuschendes Signal.
Laut dem Fahrplan, den der Koalitionsausschuss vorige Woche vereinbart hat, soll das neue Gesetz in einer Arbeitsgruppe entwickelt werden, die von den Fraktionschefs Jens Spahn (CDU) und Matthias Miersch (SPD) geleitet wird. Weitere Mitglieder sind die Ministerinnen für Wirtschaft und für Bau sowie die Fachpolitiker der Regierungsfraktionen.
Sie sollen bis Ende Januar eine Lösung für die Streitpunkte finden. Darunter, ob es beim Neu-Einbau einer Heizung in Bestandsgebäuden die Pflicht geben soll, "grüne" Heizungen zu wählen, oder nicht. Außerdem, wie hoch die Förderung beim Heizungstausch künftig ausfallen soll und ob sie stärker sozial gestaffelt werden soll als bisher.
CO2‑Online, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird, bietet einen kostenlosen Modernisierungscheck an. Wer ein Haus hat, kann hier prüfen, wie teuer der Heizungstausch wird, welche Fördermittel möglich sind und ob sich die Investition lohnt.

Es besteht jedoch akut die Gefahr, dass die Wärmewende bewusst verzögert wird.
Das GEG bzw. GEMG dient dazu, die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) umzusetzen.
Die CDU hat sich auf den Leitantrag ihres Parteitags im Februar 2026 geeinigt. Darin kündigen die Christdemokraten an, sich einer EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) verwehren zu wollen:
https://www.zfk.de/politik/deutschland/energiegesetze-ticker-versorgungssicherheitsbericht-der-netzagentur-bald-im-kabinett
Leiterin der Abteilung II (für Wärme, Wasserstoff und Effizienz) im BMWE ist übrigens eine alte Bekannte - Stephanie von Ahlefeldt:
https://www.zfk.de/politik/deutschland/reiche-personalie-stephanie-von-ahlefeldt-heizungsgesetz-fernwaerme
Sie hatte schon unter Minister Altmaier den Windkraft- und PV-Ausbau abgewürgt.