Die Energiewende hat in der Bevölkerung offenbar wieder an Schwung gewonnen. Nach einigen Jahren, in denen Inflation, Energiekrise und wirtschaftliche Unsicherheit die Bereitschaft zu privaten Klimaschutz-Investitionen gedämpft hatten, wollen deutlich mehr Haushalte wieder selbst aktiv werden.
Das zeigt das neue Energiewendebarometer der staatlichen Förderbank KfW. Danach bekunden inzwischen 66 Prozent der Haushalte eine hohe Bereitschaft, sich persönlich an der Energiewende zu beteiligen. Im Vorjahr waren es erst 59 Prozent gewesen.
Auch die grundsätzliche Unterstützung für den Klimaschutz ist weiterhin groß. 84 Prozent der mehr als 4.300 zwischen Dezember 2025 und April 2026 befragten Haushalte halten ihn für wichtig oder sehr wichtig. Im Vorjahr waren es 83 Prozent.
"In den vergangenen Jahren wirkten viele Menschen in Deutschland 'klimamüde'", sagte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. Trotz der anhaltend schwachen Konjunktur scheine nun ein Umdenken einzusetzen. Der außergewöhnlich heiße Sommer habe die Notwendigkeit des Klimaschutzes noch einmal deutlich gemacht.
Die höhere Bereitschaft schlägt sich zunehmend in konkreten Anschaffungen nieder. Rund 14 Millionen Haushalte und damit 34 Prozent nutzen inzwischen mindestens eine von der KfW als Energiewende-Technologie eingestufte Anlage oder Technik. Dazu gehören Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Solarthermie, Pelletheizungen und Elektroautos.
Gegenüber dem Vorjahr kamen rund 1,1 Millionen Haushalte hinzu – im Jahr zuvor hatte das Plus lediglich 800.000 betragen. Weitere fünf Prozent planen ihren erstmaligen Einstieg binnen zwölf Monaten.
Allgemeine Zustimmung zur Energiewende bleibt hoch
Besonders schnell wächst die Verbreitung von Solarstrom und Elektromobilität. 18 Prozent der Haushalte besitzen mittlerweile eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, nach 16 Prozent im Vorjahr. Bei selbst genutzten Eigenheimen liegt der Anteil der Haushalte mit Dach-PV sogar bei 34 Prozent.
Mehr als jede zweite Anlage ist inzwischen mit einem Batteriespeicher gekoppelt. Vor drei Jahren galt dies erst für knapp ein Drittel.
Auch Elektroautos holen auf. Die KfW zählt hier allerdings die umstrittenen Plug-in-Hybride mit. Der Anteil der Haushalte, die ein Auto mit Elektromotor fahren, ist danach binnen Jahresfrist von sieben auf zehn Prozent gestiegen. Unter Eigentümern sind es bereits 17 Prozent.
Insgesamt haben laut KfW inzwischen 53 Prozent der Haushalte unmittelbar Zugang zu grünem Strom – über eigene Solaranlagen, Balkonkraftwerke oder einen Ökostromtarif. Im vergangenen Jahr waren es 47 Prozent. Für die KfW macht es dabei keinen Unterschied, ob ein Ökostromtarif Energiewende-Kriterien einhält oder nicht.
Das neue Barometer passt damit nur auf den ersten Blick schlecht zu anderen aktuellen Befragungen, nach denen der Klimawandel in der Rangliste der größten Sorgen der Bevölkerung deutlich zurückgefallen ist. Das Essener Wirtschaftsforschungsinstitut RWI meldete jüngst, dass die wirtschaftliche Lage den Klimawandel erstmals seit Beginn seines "Sozialökologischen Panels" als wichtigstes Problem überholt hat.
37 Prozent der Befragten nannten Ende 2025 die Wirtschaft als eines der beiden dringendsten Probleme, 32 Prozent Umwelt und Klimawandel. 2021 hatten noch 59 Prozent den Klimawandel genannt.
Doch das RWI warnt davor, daraus eine grundsätzliche Abkehr vom Klimaschutz abzuleiten. Fast 94 Prozent der Befragten gehen weiterhin davon aus, dass der Klimawandel existiert, gut 72 Prozent halten ihn für menschengemacht.
Vor allem bleibt die Zustimmung zu konkreten Maßnahmen der Energiewende hoch: 89 Prozent befürworten den Ausbau der erneuerbaren Energien, 88 Prozent den Ausbau der überregionalen Stromnetze. Für den Kohleausstieg sprechen sich 78 Prozent aus.
Nicht alle können sich klimafreundliche Technik leisten
Ein ähnliches Bild liefert das im August veröffentlichte Soziale Nachhaltigkeitsbarometer vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (RIFS) in Potsdam. Danach machen sich 80 Prozent der Menschen Sorgen über den Klimawandel, 56 Prozent wünschen zusätzliche Maßnahmen bei Energie-, Verkehrs- und Wärmewende. 59 Prozent sagen, heute müsse in den Klimaschutz investiert werden, um langfristig Kosten zu sparen.
Allerdings schwächte sich der Rückhalt gegenüber früheren Jahren etwas ab. Als zentraler Grund gelten wirtschaftliche Sorgen: 53 Prozent fürchten negative Folgen der Klimapolitik für die eigene finanzielle Situation.
Auch der ARD-Deutschlandtrend vom Juli zeigte dieses Spannungsfeld. Zwei Drittel der Befragten äußerten große oder sehr große Sorgen, dass der Klimawandel die Lebensgrundlagen zerstört.
58 Prozent widersprachen der Aussage, Klimaschutz solle angesichts anderer Krisen vorübergehend zurückgestellt werden. Besonders groß war die Zustimmung zu Anpassungsmaßnahmen: 89 Prozent verlangten mehr Investitionen, um Straßen, Schulen oder Krankenhäuser besser gegen Hitze zu schützen.
Die entscheidende Trennlinie verläuft damit weniger zwischen Befürwortern und Gegnern der Energiewende als zwischen denen, die sich klimafreundliche Technik leisten können, und denen, denen dafür das Geld fehlt.
Im KfW-Barometer besitzen 59 Prozent der Haushalte im eigenen Ein- oder Zweifamilienhaus mindestens eine Energiewendetechnologie, aber nur 15 Prozent der Mieterhaushalte. Im obersten Einkommensviertel sind es 51 Prozent, im untersten lediglich 20 Prozent.
Besonders sichtbar wird das bei der Heizung. Noch immer werden 63 Prozent der Haushalte mit Gas oder Öl beheizt, nur neun Prozent nutzen eine Wärmepumpe. Gleichzeitig steigen mit dem CO2-Preis längerfristig die Kosten fossiler Energien.
Gerade Haushalte mit wenig Einkommen drohen dadurch besonders belastet zu werden, obwohl sie am wenigsten investieren können. KfW-Chefvolkswirt Schumacher fordert deshalb gezielte Förderung für einkommensschwächere Haushalte.

Doch was machen diese traurigen Gestalten um Klingbeil und co.? Wie zu Zeiten der Steinkohle-Kumpels im Ruhrgebiet lassen sich vor den Karren von sterbenden Industrien und ihren engstirnigen und ignoranten Vertreter*innen der Gewerkschaften spannen und opfern für Arbeitsplätze, die in einigen Jahren eh verschwunden sein werden, unser Klima und unsere Umwelt. Siehe die Phantomdebatte um "hocheffiziente Verbrenner" und den Protektionismus führender SPD-Politiker auf diesem Feld für die Auto-Mafia made in Germany. Schade, dass das Führungspersonal so erkenntnisresistent ist.