Die Energiewende zu teuer? Quatsch. Solar- und Windkraft ist die billigste Art der Stromversorgung.
Speicherfrage ungelöst? Ach, Unsinn. Batteriespeicher kommen mit Macht und grüner Wasserstoff wird folgen.
Fragezeichen im Verkehr und bei der Heizung? Humbug. E‑Autos und Wärmepumpen gehört die Zukunft.
Na, dann kann die Energiewende doch eigentlich nichts mehr aufhalten, oder?
Leider doch. Der Fachkräftemangel wird zunehmend zum Problem.
Volker Quaschning
ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.
Momentan decken erneuerbare Energien gerade mal gut 20 Prozent unseres Energiebedarfs. Der E‑Auto- und Wärmepumpenanteil liegt weit unter zehn Prozent.
Und bis 2045 muss die Energiewende fertig sein, wenn wir unabhängig werden und unsere Erde nicht grillen wollen. Erneuerbare rauf auf 100 Prozent!
Aber wer soll das Ganze aufbauen? Für das nötige Tempo reicht das Personal in Deutschland nicht mal ansatzweise aus.
Und weil einige Politikerinnen und Politiker permanent Stimmung gegen eine zukunftsorientierte Energieversorgung machen – "Ich glaube sogar, dass wir, wenn wir das richtig machen, eines Tages die Windkrafträder wieder abbauen können, weil sie hässlich sind" –, wenden sich immer mehr junge Menschen von Energiewendeberufen ab.
Die Zahl der Studienanfänger:innen ist hier eingebrochen und das Handwerk sucht händeringend Azubis.
Wenn wir Deutschland zukunftsfähig machen und nicht alle Zukunftsmärkte China überlassen wollen, dann muss das dämliche Energiewende-Bashing aufhören.
Liebe Politikerinnen und Politiker, lasst den Scheiß. Ihr schadet unserem Land. Und liebe junge Generation, steigt ein in die Energiewende, denn ihr werdet dringend gebraucht.
