Eine als Silhouetten ausgeführte schwarze Metallplastik zeigt Don Quijote auf seinem Pferd und Sancho Pansa auf seinem Esel von hinten, in der Ferne ist ein Windpark zu sehen.
Don Quijote und Sancho Pansa als Skulptur in der Nähe eines Windparks in Spanien. (Bild: Luis Miguel Bugallo/​Wikimedia Commons)

Donald Trump pflegt seit Langem seine Wut auf grüne Energien, Windräder im Besonderen. In Davos, beim Weltwirtschaftsforum, hat er noch eine Umdrehung zugelegt.

Wilde Behauptungen stellte der mächtigste Mann der Welt da auf.

Das war ja schon verrückt genug. Doch dass keiner von den mächtigen Männern aus der zweiten Reihe, Merz, Macron und Co, ihm widersprach, ist eine falsche Taktik.

Denn sie hätten allen Grund dazu. Schließlich kommt Europa mit der Umstellung auf klimafreundliche Energien spürbar voran, während die US-Führung ihr Land zum Energiemuseum machen will.

"Jedes Mal, wenn sich ein Windrad dreht, verliert man 1.000 Dollar", schwurbelte Trump. China baue "nahezu alle" Windmühlen weltweit, nutze sie selber aber nicht.

Kompletter Unsinn, wie jeder, der googeln kann, schnell herausfindet. China hat im letzten Jahr gut 1.000 Terawattstunden Windstrom produziert. Zum Vergleich: Das ist mehr doppelt so viel wie der gesamte Stromverbrauch in Deutschland.

Dass Windräder Vögel töten können, was Trump immer anführt, ist bekannt, aber dass die Zahl der Exitusse an Windschutz- und Fensterscheiben 1.000-mal höher ist, kann man auch wissen, wenn man es will. Ohne dass deswegen der Autoverkehr irgendwie infrage gestellt würde.

Fossile Dealer

Es liegt auf der Hand: Trump geht es gar nicht darum, die Windkraft seriös – auch mit ihren Nachteilen – zu bewerten. Er will die erstarkende Konkurrenz für die fossilen Energien seiner Freunde in den Konzernetagen von Exxon Mobil, Chevron und Co abwürgen.

Zu Hause in den USA versucht er das, indem er den Bau von Windparks untersagen lässt, international, indem er absurde Fake News über die Erneuerbaren unters Volk streut.

Joachim Wille ist Co-Chefredakteur des Online-Magazins Klimareporter°.

Je mehr Megawatt Wind und Sonne weltweit übernehmen, desto schlechter die Aussichten für die USA als Erdöl- und Erdgasproduzent Nummer eins, mit den fossilen Exporten langfristig weiter klotzig Geld zu verdienen. 

Was das für die EU bedeutet, die über weniger als ein Prozent der weltweiten Erdöl- und Gasvorräte verfügt? Sie muss ihre wachsende Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten schnell verringern, nur das senkt die Erpressbarkeit durch die fossilen Dealer, ob sie nun Trump oder anders heißen.

Beim Strom ist die EU dabei ganz gut auf dem Weg. Wind- und Solarkraft haben hier im vorigen Jahr einer neuen Analyse zufolge erstmals mehr Strom erzeugt als fossile Brennstoffe.

In anderen Sektoren, besonders beim Autofahren und Heizen, muss der Umstieg dringend beschleunigt werden. Sonst glaubt Donald Quijote noch, er hätte recht.