Es gibt Krieg in Iran, und Sprit-, Heizöl- und Erdgaspreise gehen steil. Und ihr wundert euch?
Ölkrise durch den Jom-Kippur-Krieg 1973, Iranische Revolution 1979, Iran-Irak-Krieg 1980, Golfkrieg 1990, Irakkrieg 2003, Libyenkrieg 2011, Russlands Überfall auf die Ukraine 2022. Und jedes Mal stieg der Ölpreis steil an. Erdöl und Erdgas sind Hochrisikoenergieträger.
Wir haben in Europa nur etwa zwei Prozent der weltweiten Erdöl- und Erdgasvorräte. Darum sind wir massiv von Importen abhängig, und jede Krise auf der Welt trifft darum Europa mit voller Wucht.
Und jedes Mal, wenn das passiert, reagieren wir gleich: Politik und Teile der Bevölkerung fordern eine Spritpreis- und Heizkostenbremse. Manchmal verballern wir dafür viele Milliarden.
Volker Quaschning
ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.
Alle hoffen, dass die Krise bald wieder vorbei ist, und danach glauben alle, das käme nie wieder.
Hey, alle mal aufwachen! Die einzige Chance, diesem Teufelskreis zu entgehen, ist die Unabhängigkeit von Erdöl und Erdgas.
Verbrenner-Aus 2035? Das muss nicht aufgehoben werden, sondern früher kommen.
Und jetzt auch noch weiter Öl- und Gasheizungen einbauen, wie es die Regierung beschlossen hat? Super Idee.
Wir müssen jetzt mit Vollgas auf Elektromobilität und Wärmepumpen setzen, mit Strom aus Heimatenergie. Und darum brauchen wir einen Ausbauturbo bei der Solar- und Windenergie und keine Förderkürzung, liebe Frau Reiche.
Denn Erdöl und Erdgas kann man jederzeit blockieren. Versucht das mal mit Sonne und Wind.

Also, wenn schon moralisch formulieren, dann bitte ohne Doppelmoral. (Immerhin konnte sich heute sogar Steinmeier dazu durchringen.)