Der UN-Klimagipfel in Brasilien im November war zwar kein völliger Flop. Doch er schrammte knapp daran vorbei. Jedenfalls machte er, nachdem im August schon das globale Abkommen gegen Plastikmüll gescheitert war, keine Hoffnung, internationale Umweltpolitik könne in diesen Zeiten noch etwas bewegen.
Da ist das positive Signal von der Cites-Konferenz im usbekischen Samarkand eine Erlösung. Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens Cites haben dort deutlich strengere Regeln für den Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten beschlossen.
Das unterstreicht im 50. Jahr des Bestehens, warum Cites in der Fachwelt als "schärfstes Schwert" im Kampf gegen das Artensterben gilt.
Ein historischer Erfolg ist der Schutz von 74 Hai- und Rochenarten samt einem globalen Handelsverbot für Walhaie sowie Teufelsrochen. Was sich nach einer Nischenentscheidung anhört, hat enorme Bedeutung für den Meeresschutz – und sogar für die Stabilisierung des Weltklimas.
Denn Haie und Rochen regulieren marine Nahrungsnetze und sichern damit den Erhalt von Seegraswiesen, Mangroven und Korallenriffen, die zu den wichtigsten CO2-Speichern der Ozeane zählen. Ihr Verschwinden könnte hier negative Dominoeffekte auslösen.
"Historische Konferenz"
Während Klimakonferenzen häufig bei Absichtserklärungen stehenbleiben, greift Cites in die Realität ein: Das Abkommen stoppt Profitinteressen, wo sie Arten an den Rand des Aussterbens treiben.
Das zeigt sich jetzt auch an den gescheiterten Bemühungen mehrerer südafrikanischer Staaten, den Handel mit Elfenbein und Nashorn-Horn wieder zu öffnen. Namibia und andere Länder hatten argumentiert, private Flächeneigentümer trügen hohe Kosten für Naturschutzmaßnahmen. Deswegen seien legale Verkäufe nötig, um den Kampf gegen Wilderei zu finanzieren.
Dieser Einwand lässt sich nicht einfach vom Tisch wischen – denn Artenschutz braucht lokale Akzeptanz, und ohne verlässliche Finanzierung wird kein Nashorn gerettet. Doch legaler Handel birgt ein Risiko: Er verschiebt die Grenze zwischen erlaubt und illegal, befeuert bestehende Schwarzmärkte und erleichtert Wilderern das Geschäft.
Zwar gab es auf der Konferenz in Usbekistan auch negative Entscheidungen, etwa beim Schutz von Aalen oder Saiga-Antilopen, wo wirtschaftliche Interessen strengere Regeln verhinderten. Trotzdem hat die Artenschützerin Daniela Freyer von der unabhängigen Organisation Pro Wildlife recht, wenn sie von einer "historischen Konferenz" spricht, die die Bedeutung von Cites erneut klargemacht habe.
Ohne das Abkommen wären tatsächlich viele Arten schon heute ausgerottet.
