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Ich lasse mir mein Fleisch doch nicht von den Körnerfressern vermiesen. Gut, dass Markus Söder der Tofutümelei den Kampf angesagt hat und das unter #söderisst in den sozialen Netzwerken auch offen zeigt. Ein klares Vorbild!

Nein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als 300 Gramm Fleisch und Wurst zu essen – pro Woche, wohlgemerkt, und nicht pro Mahlzeit, Herr Söder.

Wer mehr Fleisch isst, erhöht sein Risiko für Darmkrebs, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Diabetes. Allein in Deutschland betragen die Gesundheitskosten durch übermäßigen Fleisch-, Schinken- und Wurstkonsum 16 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Zahlen sollte ein Ministerpräsident eigentlich kennen. 

Foto: Silke Reents

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.

Um Fleisch möglichst billig zu produzieren, werden Tiere oft unter unsäglichen Bedingungen gehalten, bis sie der Bolzenschuss erlöst.

Die Gülle der Massentierhaltung landet auf Feldern und verseucht das Grundwasser. Regionen mit hoher Tierdichte reißen regelmäßig die Nitratgrenzwerte. Die Folge: erhöhtes Risiko für Krebs- und Schilddrüsenerkrankungen. Übrigens auch in Bayern.

Für das Klima ist die Tierhaltung ebenfalls ein Desaster. Sie verursacht 35,5 Millionen Tonnen CO2‑Äquivalent pro Jahr mit zehn Milliarden Euro an Klimafolgeschäden.

Herr Söder kann gerne essen, was er will, aber ein amtierender Ministerpräsident sollte ein echtes Vorbild sein und nicht eine Fehlentwicklung auch noch zelebrieren, die enormes Leid und Schäden verursacht und uns alle Unsummen kostet und zahlreichen Menschen die Gesundheit ruiniert oder sogar das Leben raubt.