Claudia Kemfert. (Bild: Oliver Betke)

Das Wichtigste aus 52 Wochen: Sonst befragen wir unsere Herausgeberratsmitglieder im Wechsel jeden Sonntag zu ihrer klimapolitischen Überraschung der Woche. Zum Jahresende wollten wir wissen: Was war Ihre Überraschung des Jahres? Heute: Claudia Kemfert, Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Am meisten überrascht hat mich in diesem Jahr die schiere Dimension des bevorstehenden Speicherbooms: Etwa 720.000 Megawatt an Netzanschlussanträgen für Großbatteriespeicher liegen vor. Das ist mehr als das 2,5-Fache der gesamten deutschen Kraftwerksleistung.

Diese Zahlen sind ein echter Gamechanger. Sie zeigen, dass die Energiewende technisch längst weiter ist als jede politische Debatte: Die Speicher, die wir für ein erneuerbares Energiesystem brauchen, stehen in der Warteschlange.

Gleichzeitig hat dieser Ansturm deutlich gemacht, wie sehr unsere Netze und Regulierungen hinterherhinken. Das starre, von der Kraftwerks-Netzanschlussverordnung bislang vorgeschriebene Windhundverfahren blockierte genau die Infrastruktur, die wir dringend benötigen.

2025 hat deshalb vor allem eines offenbart: Nicht die Technologien sind das Nadelöhr, sondern es sind die veralteten Regeln.