Smart Meter gelten als Schlüsseltechnologie für die Energiewende: Die intelligenten Stromzähler liefern Daten in Echtzeit über Erzeugung und Verbrauch, ermöglichen flexible Stromtarife und helfen Netzbetreibern, die immer komplexeren Stromflüsse mit einem wachsenden Anteil von Wind- und Solarstrom zu steuern.
Ohne diese digitale Infrastruktur drohen Engpässe im Netz, unnötige Kosten und eine verlangsamte Integration erneuerbarer Energien.
Vor diesem Hintergrund hat der Energiekonzern Eon unlängst einen Meilenstein gemeldet: Als erstes Unternehmen in Deutschland überschritt er die Marke von einer Million installierter intelligenter Messsysteme.
Die millionste Anlage wurde nach Eon-Angaben im Netzgebiet der Tochter LEW Verteilnetz bei Augsburg in Betrieb genommen. Was zunächst nach viel klingt, ist jedoch nur ein kleiner Schritt in einem bundesweit insgesamt schleppenden Prozess.
Eon sieht sich auf Kurs. "Eine Million installierte Smart Meter sind für uns ein klarer Auftrag für die Zukunft. Wir werden den Rollout weiter konsequent vorantreiben – mit Fokus auf die Bereiche, in denen Smart Meter den größten Nutzen stiften", sagte Eon-Netzvorstand Thomas König.
Gemeint sind vor allem Anwendungen wie Wärmepumpen, Wallboxen für E‑Autos, Solarstromanlagen und Batteriespeicher, bei denen Verbrauch und Einspeisung flexibel gesteuert werden können.
Nach eigenen Angaben hat Eon schon Ende 2025 rund 30 Prozent der in seinem Netzbereich gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtinstallationen bei den Smart Metern erreicht und damit das Mindestziel übertroffen. In den kommenden Jahren sollen jährlich rund 500.000 weitere dieser Messgeräte installiert werden
In Südeuropa ist die Umstellung schon abgeschlossen
Doch der Blick auf das Gesamtsystem zeigt eine deutliche Lücke. Laut Bundesnetzagentur sind bislang erst rund zwei Millionen der etwa 54 Millionen Strom-Messstellen in Deutschland mit Smart Metern ausgestattet – das entspricht gerade einmal etwa 3,8 Prozent.
Im europäischen Vergleich ist das ein sehr niedriger Wert. Nach Daten des schwedischen Marktforschungsunternehmens Berg Insight verfügten Ende 2024 bereits rund 63 Prozent der Stromkunden in der EU plus Norwegen, Schweiz und Großbritannien über intelligente Zähler – zusammen mehr als 195 Millionen Geräte.
Bis 2029 wird laut Berg Insight eine Durchdringung von etwa 80 Prozent erwartet. In vielen Ländern ist der Rollout längst weit fortgeschritten oder nahezu abgeschlossen: Italien, Spanien und Schweden erreichen nahezu 100 Prozent, Frankreich liegt bei 90 Prozent.
Warum kommt Deutschland so langsam voran? Ein zentraler Grund sind laut Fachleuten die besonders strengen Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit.
Hinzu kommen komplexe gesetzliche Vorgaben, ein aufwendiges Zertifizierungsverfahren für die Geräte sowie eine fragmentierte Zuständigkeitsstruktur mit vielen beteiligten Akteuren. Auch die Kostenverteilung zwischen Netzbetreibern, Messstellenbetreibern und Verbrauchern war lange umstritten.
Die Bundesregierung hatte bereits zu Ampel-Zeiten reagiert und die gesetzlichen Rahmenbedingungen vereinfacht, um den Rollout zu beschleunigen. Trotzdem läuft der Umbau noch vergleichsweise langsam, was neben Energiewendefans auch Verbraucherschutz-Organisationen beklagen.
Schließlich ermöglichen die Smart Meter es nicht nur, Lasten zu verschieben, um Strom dann zu nutzen, wenn er klimafreundlich verfügbar ist. Für die Haushalte eröffnen sich auch neue Optionen wie die Nutzung variabler Stromtarife, um damit Kosten zu sparen.

Das ist falsch. Ich bin selber seit Jan. Nutzer eines SM und habe intensiv recherchiert. Mein SMG überträgt morgens um 6 Uhr die Viertelstundenmittelwerte der vergangenen 24 Stunden an den Netzbetreiber. Für mich sind diese Werte nutzlos, ich müsste auch noch Geld für ein Programm ausgeben, mit dem ich sie einsehen kann. Wie der Netzbetreiber mit diesen Werten seine Anlagen steuern soll, ist mir rätselhaft. Wenn überhaupt, könnte er über das SMG meine neuartigen Verbraucher dimmen oder abschalten. Er hat aber keine Steuerbox installiert, weil diese Geräte wegen der fehlenden Freigabe noch gar nicht eingebaut werden können. Und selbst wenn er das Gerät eingebaut hätte, müsste erst die WP mit einem Eingang für den Bus und einer Steuerung nachgerüstet werden. Ich habe insgesamt 4 neuartige Verbraucher. Die Werte werden addiert und anschließend mit einem Minderungsfaktor runtergerechnet. Man braucht also ein Energiemanagementsystem, das die gedimmte Energie auf die Verbraucher verteilt. Ob alle EMS das können, weiss ich nicht, ich halte das aber für unwahrscheinlich. Bleibt als letzer Nutzen der Einkauf zum Marktpreis. Der wird mir seit Jahren angeboten, das hätte auch ohne SM funktioniert. Ich müsste allerdings einen Maximalpreis festsetzen. Wähle ich den zu niedrig, bekomme ich zu wenig Strom, Eigentlich habe ich auch einen ständigen Bedarf, allein schon durch die Wärmepumpe. Außerdem kostet das Programm für den Stromeinkauf 200 €/a. die muss man erst mal einsparen. Das SM kostet 50 €/a, die Steuerbox ebenfalls. Die Nachrüstung der WP dürfte einige hundert € kosten. Insgesamt eine Geldausgabe ohne praktischen Nutzen, die bremsend auf die Energiewende wirkt.