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Habt ihr auch schon mal gehört, Frankreich sei ein Vorbild für unsere Energieversorgung wegen seiner vielen Atomkraftwerke?

Dabei zeigt Frankreich, wie man es besser nicht machen sollte. Einen echten Plan für die Zukunft gibt es dort nämlich nicht.

In Frankreich laufen derzeit 57 Kernreaktoren, die im Mittel schon rund 40 Jahre alt sind. Möglichst bald wird Ersatz gebraucht.

Geplant sind sechs neue Reaktoren, die frühstens ab dem Jahr 2038 ans Netz gehen sollen, wenn's klappt. Bis dahin hat die französische Kernkraftwerksflotte das biblische Alter von 50 Jahren deutlich überschritten. 

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.

Wenn man an der Kernenergie wie gehabt festhalten will, müsste man über den Bau von mehr als 50 Reaktoren nachdenken und nicht über sechs.

Die Kosten für die sechs Reaktoren sind aberwitzig. Der französische Rechnungshof warnt.

Stand heute geht man von 73 Milliarden Euro aus. Die Erfahrung zeigt, das wird nicht reichen. Am Ende könnten es deutlich über 100 Milliarden werden.

Gleichzeitig werden überall in Europa erneuerbare Energien ausgebaut. Sie liefern viel günstigeren Strom und verdrängen immer mehr französischen Atomstrom.

Bereits jetzt brauchen neue Kernkraftwerke kräftig Subventionen und wenn sie wegen der erneuerbaren Energien immer weniger laufen, steigt der Subventionsbedarf immer weiter an. Ein Multimilliardengrab.

Gut, dass wir in Deutschland den Kernenergieausstieg beschlossen haben. 2038 werden bei uns erneuerbare Energien fast die gesamte Stromversorgung decken – sicher, zuverlässig, bezahlbar und ganz ohne Atomirrsinn. 

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