YouTube Video starten
Mit dem Klick werden personenbezogene Daten an das Videoportal übermittelt. Erfahren Sie mehr zum Datenschutz.

Windkraft bringt doch nichts. Da kommt doch kaum Strom bei rum. Und für neue Anlagen gibt's doch gar keinen Platz mehr.

Sorry, über welches Land reden wir? In Deutschland liefert die Windkraft mit Abstand mehr Strom als jede andere Technologie. Zusammen mit den anderen erneuerbaren Energien deckt sie rund 60 Prozent unseres Strombedarfs. Strom, der in Deutschland produziert wird und nicht importiert werden muss.

 

Die letzte Bundesregierung hat die Weichen gestellt, dass wir völlig unabhängig werden. Bessere Vergütung, einfachere Genehmigung, Ausweisung der nötigen Flächen. 

Und die Gesetze zeigen Wirkung. Allein im Jahr 2025 erhielten über 14.000 Megawatt Windkraftleistung einen Zuschlag in den Ausschreibungen. Sind diese Anlagen in etwa zwei Jahren am Netz, werden sie zusätzlich so viel Strom liefern wie drei Kernkraftwerke.

Zum Vergleich: Im Kernenergiewunderland Frankreich wurde in den letzten zehn Jahren gerade mal ein einziges neues Kernkraftwerk fertiggestellt, nach 17 Jahren Bauzeit.

Bei uns gehen die Planungen und Ausschreibungen für die Windkraft mit großem Tempo weiter. Das ist wichtig, denn das ist der Weg, unsere Abhängigkeit von riskanten Energieimporten aus Ländern, die uns schaden oder erpressen wollen, zu beenden.

Doch während Bayern 2025 nur 18 Windkraftanlagen neu gebaut hat, waren es in Nordrhein-Westfalen 262. Lieber Herr Söder, 14-mal schlechter als NRW, das können sie doch besser! Denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, wird es auch was mit der Unabhängigkeit durch unsere deutsche Windkraft.

Volker Quaschning

ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.