El Niño hat offiziell begonnen. Das Wetterphänomen beeinflusst Niederschläge und Temperaturen rund um den Globus und könnte in den kommenden Monaten Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfälle verschärfen. Besonders groß ist die Sorge derzeit in den Pazifikstaaten.
Deutschland ist auf die Folgen extremer Hitze gerade für gefährdete Menschen schlecht vorbereitet, kritisieren Organisationen der Zivilgesellschaft. Das Umweltministerium baut auf Leitfäden, natürlichen Klimaschutz – und hofft auf frisches Geld im Bundeshaushalt.
Entgegen der dringend nötigen Klimaanpassung verlieren die deutschen Städte an Baumbestand und versiegeln mehr Flächen, zeigt der neue Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe. Die Organisation fordert, Baumschutz müsse vor Baurecht gehen.
Der Geograf Rüdiger Glaser schildert in seinem Buch "Klimadämmerung" die Veränderungen des Klimas in Deutschland von der Kleinen Eiszeit bis in die neue Warmzeit. Er beschreibt auch, wie sich die Lebensbedingungen der Menschen wandeln – und wie sie darauf reagieren.
Nach der Flut kommt die Hitze und nach der Hitze wieder das Wasser. Aus immer dichter aufeinanderfolgenden Extremen wird eine neue Normalität in Pakistan – eine Normalität, in der der Mensch zunehmend keinen Platz mehr hat. Ein Vor-Ort-Bericht.
Die Stadt sollen hunderttausende neue Bäume bekommen. Der Start des Projekts ist holprig. Dabei ist ein großer, gut gepflegter Baumbestand die beste Klimaanlage einer Stadt.
Deutschland wird kein afrikanisches Klima bekommen, sagt der Dürre-Experte Andreas Marx. Dennoch bedeute der Klimawandel viel Stress, vor allem für die Forsten und Wälder. Sommerliches Wassersparen sei eher bei der Industrie sinnvoll.
Bis zu 19 Milliarden Euro müssten Kommunen jährlich in Klimaschutz investieren. Doch tatsächlich ist es nur ein Bruchteil. Eine Studie zeigt: Vor allem komplizierte Förderstrukturen und bürokratische Hürden bremsen den Klimaschutz vor Ort aus.
Schuldenpaket zweckentfremdet, Lücke zum Klimaziel 2030 wächst, Förderstopp für Anpassung
Aus dem Sondervermögen für Klima und Infrastruktur stopft die Regierung Haushaltslöcher. Die CO2-Emissionen stagnieren, damit wird die Lücke zum Klimaziel für 2030 größer. Wohlfahrtsverbände fordern Geld für Klimaanpassung aus dem Schuldenpaket.
Zu wenig Klimaanpassung in der EU, Kritik am Infrastruktur-Zukunftsgesetz, durstige Plug-in-Hybride
Der EU-Klimabeirat fordert mehr Anstrengungen zur Klimaanpassung. Der beschleunigte Infrastrukturausbau, den die Bundesregierung plant, geht auf Kosten von Umwelt und Natur. Plug-in-Hybride verbrauchen noch mehr Sprit als bislang gedacht.
Nach dem tagelangen Stromausfall im Januar in Berlin fragt sich auch die Energiebranche, wie das Stromsystem widerstandsfähiger werden kann. Dafür lässt sich die ohnehin kommende Dezentralität nutzen, meint das Akademienprojekt Esys.
Ohne Wumms: Die EU auf der Weltklimakonferenz in Brasilien
Will die EU ihren Führungsanspruch beim Klimaschutz erneuern, muss sie ihren Ansatz zur internationalen Klimafinanzierung überdenken. Europa sollte den Partnerländern entgegenkommen, Emissionsvermeidung und Klimaanpassung als Paket behandeln und nicht gegeneinander ausspielen.
ein Gastbeitrag von Steffen Bauer, Svea Koch,Mariya Aleksandrova
Globaler Klimaschutz braucht Verbindlichkeit und ausreichende Finanzierung
Belém war ein symbolträchtiger Austragungsort für den 30. Weltklimagipfel. Trotz wichtiger Fortschritte konnte er aber die Erwartungen nicht erfüllen, vor allem gab es keine Einigung auf einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.
Auf dem Weltklimagipfel in Belém gab es außer Klimaanpassung kaum etwas zu verhandeln. Im Zentrum standen daher andere Themen, vor allem ein Fahrplan für den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Er scheiterte aber an Erdölstaaten und musste mit einem Verfahrenstrick gerettet werden.
Mit 60 Millionen Euro für den Anpassungsfonds versucht Deutschland, seinen Ruf beim Weltklimagipfel aufzupolieren. Um die Ausfälle des Kanzlers gegen Brasilien vergessen zu machen, gibt die Bundesregierung jetzt eine Milliarde in den neuen Tropenwaldfonds TFFF.
Bislang folgten UN-Klimakonferenzen dem Muster: Industriestaaten gegen Entwicklungsländer. Doch dieses Jahr in Belém scheint sich der Gegensatz aufzulösen. Grund dafür sind vier Themen, die gar nicht auf der Agenda stehen.
CO₂-Emissionen hoch wie nie, umkämpfte Anpassung, Brasilien mit neuer Waldschutz-Initiative
Die Welt wird 2025 so viel CO2 ausstoßen wie nie. Klimaanpassung messen und bezahlen – darüber streitet die COP 30 in Brasilien. Bei dem Klimagipfel geht es auch um einen Waldschutzfonds und eine "COP der Umsetzung".
Auch wenn in Belém in den nächsten zwei Wochen drei große Verhandlungsblöcke anstehen, kann das Verhandlungsformat eines Weltgipfels nicht mehr die nötigen Fortschritte im globalen Klimaschutz liefern, warnen Fachleute des deutschen Entwicklungsforschungsinstituts IDOS.
Von Klimagipfeln des Öls zum Klimagipfel der Natur
Die Vorbereitung des Weltklimagipfels in Belém fiel in eine geopolitisch schwierige Zeit. Deshalb konzentriert sich die COP 30 offenbar auf zwei Themen: die Finanzierung der Klimaanpassung und den Tropenwaldschutz. Hier scheinen noch Erfolge möglich.
Das Geld für die globale Klimaanpassung reicht hinten und vorne nicht, zeigt der neue "Adaptation Gap Report" der UN. Das wird sich rächen, auch für die Wohlstandsnationen.