klima update° – Folge 285

Reiche gegen Schneider bei Methan, Weltbank gibt Klimaziel auf, Hitze im Meer

Eine in Wellenbewegungen ansteigende Temperaturkurve und der Schriftzug: Klima-Update – unser Podcast.

Die Wirtschaftsministerin will die EU‑Methanverordnung verschieben und übergeht den Umweltminister. Die Weltbank will bei ihren Krediten nicht mehr auf das Klima schauen. In den Ozeanen wurde ein neuer Hitzerekord gemessen.

von Susanne Schwarz, Sandra Kirchner

Klima-Vorbereitungskonferenz

Die Glaubwürdigkeit von Klimapolitik hängt auch am Visum

Afrikanische Delegierte der Bonner Klimakonferenz im informellen Gespräch, daneben ist eine Tür mit der Aufschrift Notausgang.

Auch bei den Bonner Klimaverhandlungen werden Jahr für Jahr Delegierte aus dem globalen Süden durch Visahürden ausgebremst. Das untergräbt Deutschlands Anspruch auf inklusiven Multilateralismus.

ein Gastbeitrag von Niklas Wagner

Folgen des Iran-Kriegs

Trump treibt globale Energiewende voran

Lachender vietnamesischer Solarmonteur mit gelbem Helm bei der Arbeit.

Der Iran-Krieg lässt wichtige Länder in Asien plötzlich umdenken. Der neue Trend geht weg von Öl und Gas, hin zu Erneuerbaren und E‑Autos. Die Strom-Infrastruktur hat allerdings viele Mängel.

von Joachim Wille

Globale Energiewende

Fossiler Knoten gelockert

Steinkohle-Tagebau Patilla in Kolumbien

Die Konferenz zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas im kolumbianischen Santa Marta war noch kein Durchbruch. Aber das Format ist nützlich und kann helfen, die fossile Blockade auf den Klimagipfeln aufzubrechen.

ein Kommentar von Joachim Wille

Internationale Klimakonferenzen

Santa Marta: Hoffnung für den Fossil-Ausstieg

Uferpromenade der Stadt Santa Marta mit einem Denkmal im Kolonialstil, im Hintergrund der Hafen mit großen Kränen.

Die Ergebnisse der letzten Weltklimakonferenz COP 30 waren enttäuschend. Als Reaktion darauf berieten jetzt fast 60 Staaten im kolumbianschen Santa Marta, wie sich gemeinsam der Ausstieg aus den fossilen Energien planen lässt. Russland, China und die USA waren nicht eingeladen.

von Tine Heni

Ölprofite

14 Milliarden Dollar Extra-Gewinne

Eine große mit Platten gepflasterte Fläche, an deren Ende eine große BP-Tankstelle steht.

Ölkonzerne profitieren von der Krise, rechnet die Hilfsorganisation Oxfam anlässlich der Energiewende-Konferenz in Kolumbien vor. Entwicklungsländer leiden bereits unter Öl- und Gas-Knappheiten, können aber meist keine Energiewende finanzieren.

von Joachim Wille

Weltwassertag 2026

Gleichberechtigung beginnt an der Quelle

Frauen in roten und gelben Saris und einige Kinder an einer Wasserstelle, der gefüllte Eimer wird gerade hochgezogen, Blechgefäße stehen bereit.

Ein besseres Wassermanagement für und mit Frauen verbessert Gesundheit, Bildung und Wirtschaft für alle. Die Chancen liegen auf der Hand. Für die Umsetzung braucht es ein Bewusstsein für Machtstrukturen und den Willen, sie zu verändern.

ein Gastbeitrag von Annabelle Houdret, Anindita Sarkar

Klimagerechtigkeit

Klimafinanzierung ist keine Wohltätigkeit

In der Glasfassade des großen Nebengebäudes am Weltbank-Hauptsitz spiegelt sich das gegenüberliegende Gebäude, im Vordergrund stehen einige Straßenbäume.

Mehr Geld, weniger Kredite und ein Ende des Ressourcenabflusses aus dem globalen Süden: Menschenrechts-Aktivist:innen fordern ein radikales Umdenken bei der Klimafinanzierung. Ein Blick auf Zahlen und historische Verantwortung.

von David Zauner

E-Mobilität im globalen Süden

Überspringt Ostafrika die Verbrenner‑Ära?

Ein Mann steht am Straßenrand und schaut auf den Verkehr in einer Hauptstraße. Autos und Motorrad-Taxis fahren vorbei. Die Szene ist von ganz unten aufgenommen, sodass sie dynamisch wirkt.

Während Teile Europas geradezu verzweifelt am Verbrennungsmotor festhalten wollen, überspringen andere Weltregionen diese Phase und landen direkt in der Ära des E‑Antriebs. Allen voran die Länder Ostafrikas wie Äthiopien, Tansania oder Ruanda.

von Tine Heni

Indien

Kohle-Boom in der Schublade

Kohlekraftwerk Singrauli

Indien denkt offenbar daran, noch viel mehr fossile Kraftwerke zu bauen als bisher geplant. Das wäre ein Schock fürs Weltklima. Aber auch Energiefachleute warnen vor Fehlinvestitionen.

von Joachim Wille

Weltklimagipfel COP 30

Ohne die USA sind die Klimaverhandlungen demokratischer

Delegierte verschiedener Länder stehen im Kreis zusammen und führen informelle Gespräche.

Die USA sind aus den Klimaverhandlungen ausgestiegen und niemand glaubt, dass sie so bald zurückkommen. Wer nun die Lücke füllt, ist aber die falsche Frage. Das Gefüge der Länder sortiert sich ganz neu.

ein Kommentar von Christian Mihatsch

COP 30 in Belém

Der Nord-Süd-Gegensatz zerbröselt

Zwei Dutzend Delegierte aus vielen Staaten, augenscheinlich vor allem aus dem globalen Süden, stehen in einer dichten Traube beieinander und hören aufmerksam zu, während eine nicht sichtbare Person offenbar spricht.

Bislang folgten UN-Klimakonferenzen dem Muster: Industriestaaten gegen Entwicklungsländer. Doch dieses Jahr in Belém scheint sich der Gegensatz aufzulösen. Grund dafür sind vier Themen, die gar nicht auf der Agenda stehen. 

von Christian Mihatsch

Entwicklungsforscher zur COP 30

Klimagipfel sind wichtig, liefern aber zu langsam

Handgemenge bei einer Protestaktion auf dem Klimagipfel in Madrid, man sieht vor allem hochgehaltene Fotohandys und das Konferenzmotto Time for action is now..

Auch wenn in Belém in den nächsten zwei Wochen drei große Verhandlungsblöcke anstehen, kann das Verhandlungsformat eines Weltgipfels nicht mehr die nötigen Fortschritte im globalen Klimaschutz liefern, warnen Fachleute des deutschen Entwicklungsforschungsinstituts IDOS.

von Jörg Staude

Klimagerechtigkeit

Der globale Süden wehrt sich

Auf einer Demonstration in Kenia werden rote Schilder hochgehalten, auf denen in einer lokalen Sprache und auf Englisch steht: Kohle vergiftet unsere Luft. Oder: Wir sind nicht blöd – Kohle ist nicht cool.

Ein Großteil der Gewinne aus Kohleprojekten im globalen Süden fließt in den globalen Norden – auf den ökologischen und sozialen Folgen bleiben die Entwicklungsländer sitzen. Doch immer mehr Menschen vor Ort setzen sich zur Wehr.

ein Gastbeitrag von Dianah Mugalizi

Serie: Chinas Klimapolitik

"Wir fragen uns heute viel stärker: Was wollen wir eigentlich erreichen?"

Ein Dutzend Menschen aus Asien und Europa sitzt in lockerer Runde in einem Klubraum zusammen.

In Deutschland nach mehr Chinakompetenz zu rufen, aber weniger dafür zu tun, funktioniert nicht, sagt Joanna Klabisch von der Stiftung Asienhaus. Zivilgesellschaftliche Kooperation mit China sei heute schwieriger, aber weiterhin möglich und wichtig. Teil 17 der Serie.

Interview: Merle Groneweg

COP 30 in Belém

Wer beim Klimagipfel teilnehmen will, braucht ein dickes Portemonnaie

Luftaufnahme des Platzes der Republik und der Stadt Belém im Norden Brasiliens.

Für die UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém gibt es zu wenig Übernachtungs­möglichkeiten, und es werden Mondpreise verlangt. Wenn ärmere Länder und NGOs nicht angemessen vertreten sind, könnte der ganze Gipfel scheitern.

von Joachim Wille

Welt-Plastik-Gipfel

Exit Plastikkrise

Ein Bagger arbeitet auf einer großen Plastikmüllhalde.

Bei den Verhandlungen um ein Weltplastikabkommen müssen die fortschrittlichen Staaten eine Linie mit den Entwicklungsländern finden, die unter der Plastikflut leiden, aber den radikalen Kurswechsel nicht ohne Unterstützung schaffen.

ein Kommentar von Joachim Wille

Drei-Jahres-Feldstudie

Besser kochen ohne dicke Luft

Sechseckiger Metall-Ofen, im Durchmesser so groß wie der Topf obendrauf, mit seitlichen Öffnungen für das Feuerholz.

Noch immer sind ineffiziente Öfen eine Gesundheitsgefahr für weltweit 2,3 Milliarden Menschen. Ein Projekt in Ruanda zeigt, wie es besser geht. Geschützt werden so auch die Wälder und das Klima.

von Joachim Wille

Nachhaltige Entwicklung

Wenn die SDGs auf der Strecke bleiben

Frauen bei einer Protestdemonstration, eine junge Frau mit Megafon schaut zur Seite in die Kamera.

Die meisten der globalen Nachhaltigkeitsziele für 2030 drohen zu scheitern. Nach zwei Dritteln des Weges ist die Bilanz ernüchternd. Deutschland steht besser da als viele Länder, ist aber ebenfalls weit entfernt von den UN-Zielen.

von Sandra Kirchner

Entwicklungsfinanzierung

Schulden und das Klima: Wer zahlt den Preis?

Ein lachender Mann im T-Shirt hält einen roten Fächer hoch, darauf steht auf Englisch: Schulden tötet Entwicklung.

Es wurde viel geredet und viel geschwitzt bei der vierten internationalen Konferenz für Entwicklungsfinanzierung im spanischen Sevilla. Die globale Schuldenkrise dominierte die Verhandlungen. Sie blockiert auch Klimaschutz und Anpassung.

von Laura König (Sevilla)