Energiegesetze der Bundesregierung

Länder gegen Strompreisumlage und Bio‑Treppe, aber für Öffnungsklausel

Frontansicht des Bundesratsgebäudes aus dem Jahr 1904.

Die Bundesregierung will neue Kraftwerke bauen lassen und das "Heizungsgesetz" der Vorgängerregierung umkrempeln. Der Bundesrat lehnt zentrale Vorschläge wie die Strompreisumlage für neue Kraftwerke ab und sieht auch Probleme bei der Einhaltung von Klimazielen.

von Stefan Schroeter

LNG

Staatlicher Gaslieferant ignoriert deutsches Klimaziel

Ein grau-schwarzer Flüssiggas-Tanker auf dem Meer, von schräg hinten aufgenommen.

Das staatliche Unternehmen Sefe plant Flüssigerdgas-Käufe bis 2050. Eigentlich soll Deutschland dann schon fossilfrei sein. SPD und Grüne kritisieren das Geschäft.

von Hannes Koch

Künftiges Energiesystem

Dunkelflaute als Normalfall?

Luftaufnahme des Kraftwerks Irsching mit drei Erdgas-Blöcken, jeweils in Zylinderform mit einem schmalen Metallschornstein, der mit rot-weißen Streifen angestrichen ist.

Der fossile Energiekonzern Uniper sieht wind- und sonnenarme Phasen als Dauerproblem des Stromsystems. Energiewendeforscher warnen vor einer interessengeleiteten Debatte, die Speicher und flexible Verbraucher zugunsten neuer Gaskraftwerke ausbremsen könnte.

von Joachim Wille

Quaschnings Videokolumne

Quaschning erklärt: Biotreppe

Aufmacherbild: Volker Quaschning im Anzug, hinter ihm eine Treppe, die nach oben zu einer Gasheizung führt. Auf jeder Treppenstufe wächst eine grüne Pflanze.

Gasheizungen sollen weiter eingebaut werden dürfen, eine "Bio-Treppe" soll ab 2029 einen Teil des Erdgases ersetzen. Das wird für alle Beteiligten extrem teuer – aber erst nach der nächsten Bundestagswahl.

eine Kolumne von Volker Quaschning

Graßls Woche

Demokratie hält den Kipppunkt auf, Wasserdampf den Weltall-Strom und Deutschland die Erneuerbaren

Kalenderwoche 20: Mit der Ausschreibung von 4.500 Megawatt neuer Kraftwerke in diesem Jahr härtet Deutschland seine fossile Pfadabhängigkeit, kritisiert Hartmut Graßl, Physiker und Meteorologe und Mitglied des Herausgeberrats von Klimareporter°. Für Strom aus dem Weltall sollte zuerst ein Prototyp bei voller öffentlicher Transparenz gebaut werden.

Energiegesetze

Wo bleibt Solar-Kathi?

Erdgaskraftwerk aus der Nähe bei Sonnenuntergang.

Länger fossil heizen und neue Gaskraftwerke als Strom-Backup bauen: Mit den Energiegesetzen, die das Bundeskabinett jetzt beschlossen hat, steuert Deutschland zurück in die alte Energiewelt. Das ist genau die falsche Antwort auf die Krisen.

ein Kommentar von Joachim Wille

Folgen des Iran-Kriegs

Trump treibt globale Energiewende voran

Lachender vietnamesischer Solarmonteur mit gelbem Helm bei der Arbeit.

Der Iran-Krieg lässt wichtige Länder in Asien plötzlich umdenken. Der neue Trend geht weg von Öl und Gas, hin zu Erneuerbaren und E‑Autos. Die Strom-Infrastruktur hat allerdings viele Mängel.

von Joachim Wille

Gebäude­modernisierungs­gesetz

Neue Gasheizungen sind nun per Gesetz unwirtschaftlich

Ein Monteur hat zwei Schraubenschlüssel und einen Schraubenzieher in der Hand, man sieht nur diese Körper-Partie. Im Hintergrund ist verschwommen eine Wärmepumpe zu erkennen.

Der Kompromiss zum "Heizungsgesetz" dient dem Schutz von Wohnungsmietern und wirkt im Sinne des Klimaschutzes abschreckend. Nicht-vermietenden Wohnungseigentümern bleibt die Freiheit zur Selbstschädigung. Dass aber der Mietmarkt für Gewerbeimmobilien anders als vereinbart ausgelassen wird, ist skandalös.

ein Gastbeitrag von Jochen Luhmann

Gebäude­modernisierungs­gesetz

Vermieter sollen neue Heizkosten mitbezahlen

Dreistöckige Mehrfamilienhäuser aus den Fünfziger Jahren in einer Wohnstraße in Heidelberg.

Bestimmte Verbrauchskosten neuer Gasheizungen werden künftig zwischen Vermietern und Mietern geteilt. Mit diesem Kompromiss will die Koalition die Mietenden vor hohen Gaspreisen schützen.

von Hannes Koch

Gebäude-Klimaziel

Angst vor der teuren Gasheizung

Stillgelegter und entkernter Gasometer vor untergehender Sonne, aufgenommen vom Dach eines nicht so weit entfernten Hauses.

Sollen Vermieter künftig hohe Kosten für Heizgas mittragen, die bisher die Mieter allein bezahlen? Diese Frage verhindert die Einigung der Koalition beim neuen Heizungsgesetz. Außerdem steht die Klimaneutralität 2045 infrage.

von Hannes Koch

Iran-Krieg

Sonne und Wind brauchen nicht die Meerenge von Hormus

Riesiger Solarpark in der Wüste Gobi bei Dunhuang in der westchinesischen Provinz Gansu.

Wir erleben einen weiteren Krieg um Öl und Gas – doch Wirtschaftsministerin Reiche und Kanzler Merz wollen immer noch in die fossile Richtung gehen. Erschwingliche Energie und ein Ende der Energiekriege gibt es nur mit 100 Prozent Erneuerbaren.

ein Gastbeitrag von Franz Alt

Klimapolitik

Der Blick in die G(l)askugel

Erde

Die Warnung vor dem "Teuer-Heizen-Gesetz" ist derzeit ein beliebter Frame in Verbänden und der grünen Politik. Der gewollte Ausstieg aus der Erdgasnutzung ist aber nicht vordergründig eine Frage des Preises. Entscheidend fürs Klima ist der Stopp fossiler CO2-Emissionen.

ein Kommentar von Jörg Staude

Quaschnings Videokolumne

Quaschning erklärt: Krieg, Öl und Gas

Aufmacherbild: Volker Quaschning im Anzug, hinter ihm als Zeichnungen ein brennendes Ölfass, eine brennende Gasflasche und eine Kurve, die steigende Preise symbolisiert.

Die Preise für Sprit, Heizöl und Gas explodieren, und alle sind überrascht. Seit 50 Jahren immer wieder dasselbe: Es gibt Krieg und der Ölpreis explodiert. Trotzdem kaufen wir weiter Verbrenner und bauen neue fossile Heizungen ein. Wann werden wir schlau?

eine Kolumne von Volker Quaschning

Vergleich von Technologien

Heizen zwischen Klimaschutz und Kosten

Ein Techniker arbeitet an einer Wärmepumpe im Außenbereich eines Hauses.

Gasheizung, Wärmepumpe, Pellets, Ölkessel: Die Bundesregierung lässt alle Systeme wieder für den Neueinbau zu. Welche sind die besten für Klima und Portemonnaie?

von Joachim Wille

Strom macht unabhängig

Ölkrise trifft Zapfsäule, nicht Ladesäule

Aral-Tankstelle mit Preistafel, wonach der Liter Sprit 2,50 Euro kostet.

Die Umstellung auf E‑Autos und Wärmepumpen ist der richtige Ausweg aus der fossilen Krise, die durch den Iran-Krieg weiter angeheizt wird. Das zeigen neue Zahlen eines britischen Thinktanks.

von Joachim Wille

Welternährung

Der Düngemittel-Schock

Große chemische Industrieanlage bei Nacht.

Der Iran-Krieg bedroht auch die internationale Lebensmittelsicherheit. Denn ohne synthetischen Stickstoffdünger kommt die industrielle Landwirtschaft nicht aus – und der wird aus Erdgas hergestellt und weltweit gehandelt.

von Joachim Wille

Fossile Energien

In der Straße von Hormus findet auch ein Energie-Krieg statt

Schiff mit roten Flüssigerdgas-Tanks von vorn in Großaufnahme.

Dauern der Iran-Krieg und die "Schließung" der Straße von Hormus länger, droht eine Wiederholung des Gaspreisschocks von 2022. In vielen EU-Staaten könnten im liberalisierten Strommarkt die Gaspreise voll auf die Strompreise durchschlagen.

ein Gastbeitrag von Jochen Luhmann

Wasserstoff-Kernnetz

Der "Champagner der Energiewende" prickelt nicht mehr

Einige Beschäftigte von Gascade stehen vor einem aufgeständerten schwarzen Rohrstück von der Größe eines Lkw, auf dem geschrieben steht: 400 Kilometer Wasserstoff-Pipeline 2025.

Der Schwenk der schwarz-roten Koalition zurück zum fossilen Erdgas bremst den ohnehin stockenden Hochlauf des Wasserstoffs noch weiter. Sogar der Bau des Wasserstoff-Kernnetzes verzögert sich.

von Jörg Staude

Nächste Energiepreiskrise

Nicht bremsen, sondern Ökostrom geben

Ein Elektroauto wird aufgeladen - man sieht nur den hinteren rechten Teil des weißen Kleinwagens sowie das orangefarbene Stromkabel.

Der Iran-Krieg droht länger zu dauern. Soll er für Deutschland noch einen Sinn haben, muss er als Booster für die Energiewende wirken.

ein Kommentar von Joachim Wille