Fossile Hardliner verhinderten auf der COP 30 in Belém den Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Nun warnt UN-Menschenrechtschef Türk vor einem "Ökozid", und Chinas Premier Li schlägt Kanzler Merz Zusammenarbeit vor.
Auf dem Weltklimagipfel in Belém gab es außer Klimaanpassung kaum etwas zu verhandeln. Im Zentrum standen daher andere Themen, vor allem ein Fahrplan für den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Er scheiterte aber an Erdölstaaten und musste mit einem Verfahrenstrick gerettet werden.
TAFF: Das ewige Armdrücken um den fossilen Ausstieg
Auf dem diesjährigen Weltklimagipfel geht es erstmals offiziell um "Transition Away from Fossil Fuels" (TAFF), einen Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Doch einige Länder leisten erbitterten Widerstand.
Klimagipfel sieht massiven Schub für Fossilausstieg
Über fossile Energien spricht man nicht, zumindest nicht auf einer UN-Klimakonferenz. Das galt für fast jede der bislang 30 Konferenzen. Doch nun erhöhen über 80 Länder mit einer Demonstration der Stärke den Druck. Das könnte den Durchbruch bringen.
Saudi-Arabien betreibt eine widersprüchliche Energiepolitik: Öl für die Welt, Sonne und Wind für zu Hause. Beides folgt aber durchaus ähnlichen Zielen.
Die Internationale Energieagentur sieht in einem Szenario die fossilen Energiequellen weiter munter sprudeln. Die erneuerbaren Energien wachsen aber in jedem Fall stark.
Nach seiner Wiederwahl versprach Lula da Silva, Klimaschutz zum Herzstück der brasilianischen Politik zu machen. Drei Jahre später und wenige Wochen vor dem 30. Klimagipfel hat sein Image als Klimavorreiter deutlich gelitten.
"Klimakonferenzen dürfen keine Industriemessen bleiben"
Brasilien gerät vor der COP 30 unter Druck. Nichtregierungsorganisationen warnen vor dem Einfluss fossiler Konzerne auf den Weltklimagipfel, während Delegationen weiter über zu teure Unterkünfte klagen.
China legt Emissionsziel vor, Ozeane überschreiten planetare Grenze, Staaten weiten Fossilförderung aus
China hat erstmals ein Klimaziel vorgelegt, für manche ein historischer Schritt. Die Ozeane versauern so stark, dass das Klimasystem in Gefahr gerät. Viele Länder setzen weiter massiv auf Kohle, Öl und Gas.
Ein Forschungsteam hat über 200 Hitzewellen untersucht: Der Klimawandel verstärkte jede einzelne. Ein Großteil der Verantwortung lässt sich auf wenige Konzerne zurückführen.
Die Zeit, in der sich Ölkonzerne grün gaben und ihre Ökostromprojekte vorzeigten, ist vorbei. "Drill, baby, drill" darf aber nicht das letzte Wort sein.
Viermal so viel Kohle, Öl und Gas soll Europa künftig von den USA kaufen. Das sind nicht nur schlechte Nachrichten für das EU-Klimaziel – so viele fossile Brennstoffe kann Europa gar nicht gebrauchen.
Gerichtshof stärkt Klimarecht, Ölfund in der Ostsee, EU und China schmieden Klimaallianz
Der Internationale Gerichtshof stellt klar, dass das 1,5-Grad-Ziel für alle Staaten völkerrechtlich verbindlich ist. Mögliche Öl- und Gasbohrungen vor Usedom erregen Besorgnis. Die EU und China wollen beim Klimaschutz gemeinsam vorangehen.
Fünf Monate vor der UN-Klimakonferenz in Belém plant die brasilianische Regierung, neue Öl- und Gasgebiete zu erschließen. Besonders bedroht sind dabei marine Schutzgebiete und die lokale Bevölkerung.
Fünf Prozent des BIP sollen wir für Verteidigung ausgeben – wegen Putins Krieg. Womit finanziert er ihn? Mit Öl. Fliegen und Tanken für Putin und Rheinmetall! Wann, wenn nicht jetzt, stoppen wir neue Ölheizungen und Verbrenner.
Quaschning erklärt: 1.800 Milliarden für Öl und Gas
Seit 1991 haben wir Erdöl und Erdgas für 1,8 Billionen Euro importiert. Geld, das wir besser hierzulande investiert hätten. Statt nun schnell unabhängig zu werden, verschleppt die neue Regierung den Abschied von Öl- und Gasheizungen und Verbrennern.
Ein Historiker erklärt, warum das Streben der Menschheit nach Wohlstand, Macht und Freiheit untrennbar verknüpft ist mit der Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt. Und warum die fossilen Energien das auf die Spitze getrieben haben.
Nur 36 Konzerne sind allein für die Hälfte der weltweiten CO2-Emissionen aus dem fossilen Sektor verantwortlich, ergibt eine Analyse. Auch europäische Energiekonzerne haben ihre CO2-Ziele wieder abgeschwächt.
Die Staaten arbeiten seit Längerem an der Umsetzung des Netto-Null-Szenarios der Internationalen Energieagentur. Wahrscheinlich beschreibt das Szenario also die Zukunft recht genau. Dann endet in der nächsten Legislatur das Ölzeitalter und das Zeitalter der Elektrizität beginnt.
Noch-US-Präsident Joe Biden hat große Ozeanflächen unter Schutz gestellt. Er poliert damit sein Bild vor der Geschichte auf. Bleiben wird von den Last-Minute-Dekreten wohl wenig.