Sonne und Wind brauchen nicht die Meerenge von Hormus
Wir erleben einen weiteren Krieg um Öl und Gas – doch Wirtschaftsministerin Reiche und Kanzler Merz wollen immer noch in die fossile Richtung gehen. Erschwingliche Energie und ein Ende der Energiekriege gibt es nur mit 100 Prozent Erneuerbaren.
Mit der anhaltenden Energiekrise steigt die Versuchung, steigende Kosten mit Preisdeckeln und versteckten Subventionen abzufedern. Das wäre ökologisch falsch, sozial ungerecht und ökonomisch ineffizient. Nötig ist ein direktes Energiegeld, das Belastungen fair ausgleicht und den Druck für die Energiewende aufrechterhält.
Mit Tempo 30 als gesetzlicher Regelgeschwindigkeit innerorts könnten Kommunen die Straßen sicherer, die Luft sauberer und die Orte lebenswerter machen. Die Reformschritte im Straßenverkehrsrecht des Bundes sind bisher zu klein.
Vorausschauende Klimasozialpolitik erkennt soziale Belastungen frühzeitig und bezieht sie systematisch in Politikgestaltung und Kommunikation ein. Sie ist ein Gegenentwurf zu regressiver Klimapolitik, die soziale Ängste gegen Klimaschutz in Stellung bringt, ohne sie aufzulösen – wie jetzt wieder in der Debatte um das neue Gebäudegesetz.
ein Gastbeitrag von Torben Fischer, Philip Rathgeb, Leonce Röth, Maike Wittmann
In der Straße von Hormus findet auch ein Energie-Krieg statt
Dauern der Iran-Krieg und die "Schließung" der Straße von Hormus länger, droht eine Wiederholung des Gaspreisschocks von 2022. In vielen EU-Staaten könnten im liberalisierten Strommarkt die Gaspreise voll auf die Strompreise durchschlagen.
Staatlich geförderte Forschungsprogramme zur CO2-Entnahme lenken von den Auslösern der Klimakatastrophe ab. Viele der in den Projekten "CDR terra" und "CDR mare" untersuchten Methoden sind unzureichend, teilweise sogar schädlich und verschärfen die Klimakrise.
Damit die Klimabewegung nicht scheitert, muss sie Offenheit zeigen für Menschen, die anders reden und handeln als sie selbst. Statt moralischen Perfektionismus braucht es eine Kultur der Vielfalt über Geschlechterrollen und Hautfarben hinaus.
Polarisierte Debatte, stabile Mehrheiten: Wie die Bevölkerung auf Klimaschutz blickt
Verschiedene politische Initiativen versuchen, erreichte klimapolitische Erfolge abzuschwächen und rückgängig zu machen. Doch was denken die Leute im Land über nachhaltige Transformation und Klimaschutz? Eine Befragung erbrachte teils unerwartete Ergebnisse.
Die Weltwirtschaft arbeitet gegen sich selbst, zeigt der jüngste Bericht des UN-Biodiversitätsrates. Von allein schaffen es die Unternehmen nicht, umzusteuern.
Ein Einknicken vor der fossilen Lobby und ihrer Regierung wird es nicht geben
Trotz frustrierender Klimapolitik und einer bedrohlicheren Klimakrise muss die Klimabewegung lernen, damit umzugehen und weiter für eine gerechte Zukunft einzustehen – auch wenn sie gerade noch nicht genau weiß, wie das geht.
Der Klimawandel wird unsere Ernährung verändern, ob wir wollen oder nicht. Diese Botschaft vertritt der Oxford-Professor Paul Behrens. Er betont: Eine frühzeitige Umstellung könne viele Vorteile bringen.
2030 soll die Bundesverwaltung klimaneutral sein, schreibt das Klimaschutzgesetz vor. Das Verkehrsministerium interessiert das wenig und es schiebt die Vorgabe ins Jahr 2045, legt ein Bericht des Bundesrechnungshofs offen.
Wie es ums Auto steht – oder was passiert, wenn 700 Parkplätze verschwinden
Der Graefekiez in Berlin zeigt als städtischer Verdichtungsraum: Verzicht auf ein privates Fahrzeug wird als Gewinn betrachtet. In anderen für Deutschland typischen Räumen bleibt das Umsteigen auf andere Verkehrsmittel schwierig.
Während die Autoindustrie Arbeitsplätze abbaut, entstehen in der Solar- und Windenergie weltweit Millionen neue Jobs. Die Energiewende erweist sich als krisenfester Wachstumstreiber – doch Europa droht den Anschluss zu verlieren.
Seit Monaten wird diskutiert, ob und wie viele neue Gaskraftwerke gebraucht werden, um jederzeit den Strombedarf zu decken. Bisher spricht aber niemand Klartext darüber, wie sich die neuen Gaskraftwerke auf den Klimaschutz im Wärmesektor auswirken.
Ohne Wumms: Die EU auf der Weltklimakonferenz in Brasilien
Will die EU ihren Führungsanspruch beim Klimaschutz erneuern, muss sie ihren Ansatz zur internationalen Klimafinanzierung überdenken. Europa sollte den Partnerländern entgegenkommen, Emissionsvermeidung und Klimaanpassung als Paket behandeln und nicht gegeneinander ausspielen.
ein Gastbeitrag von Steffen Bauer, Svea Koch,Mariya Aleksandrova
Lehren aus dem Klimagipfel in Belém – und was sie für Deutschland bedeuten
Die Verhandlungen auf der Klimakonferenz COP 30 in Brasilien haben grundlegende strukturelle Defizite offenbart. Was daraus für die Zukunft folgt und welche Verantwortung Deutschland dabei trägt – aus Sicht der Naju-Jugenddelegation.
ein Gastbeitrag von Nika Zander,Leo Schäfer, Luca Ernemann
Globaler Klimaschutz braucht Verbindlichkeit und ausreichende Finanzierung
Belém war ein symbolträchtiger Austragungsort für den 30. Weltklimagipfel. Trotz wichtiger Fortschritte konnte er aber die Erwartungen nicht erfüllen, vor allem gab es keine Einigung auf einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.
In den letzten Stunden der Verhandlungen in Belém eskaliert der Streit um den Ausstieg aus den Fossilen. Ein Feuer bricht auf dem Gelände aus – und der neue Verhandlungstext liest sich wie eine Absichtserklärung, den ganzen Planeten in Brand zu stecken. Warum wir die Klimakonferenzen dennoch brauchen – uns aber nie auf sie verlassen dürfen.