klima update° – Folge 268

Reiche will Solar-Förderung kappen, Ölkonzern verklagt Greenpeace auf Schadenersatz, Meeresspiegel wird unterschätzt

Eine in Wellenbewegungen ansteigende Temperaturkurve und der Schriftzug: Klima-Update – unser Podcast.

Das Wirtschaftsministerium will das Erneuerbare-Energien-Gesetz reformieren. Die Umweltorganisation Greenpeace soll laut einem Urteil in den USA 345 Millionen Dollar Schadenersatz an einen Erdölkonzern zahlen. Der Meeresspiegel in Küstengebieten ist höher als bisher angenommen.

von Susanne Schwarz, Verena Kern

Gebäudemodernisierungsgesetz

"Bio-Treppe" befördert Klimaziele in den Keller

Eine stellenweise mit Moos bewachsene Betontreppe, die nach unten in einen Kellerraum führt.

Das neue Heizungsgesetz der Merz-Koalition gefährdet nach Berechnungen des Öko-Instituts Deutschlands Klimaziele. Das liegt vor allem am geplanten Wegfall der 65-Prozent-Regel für den Heizungseinbau.

von Joachim Wille

Wettermodifikation

Wolkenimpf-Hype packt auch Zypern

Wolkenverhangener Himmel

Europas Süden trocknet aus. Auf Zypern drohen bis zur Mitte des Jahrhunderts massive Flächenverluste durch Desertifikation. Ein Meteorologe setzt auf "Cloud Seeding" – doch die wissenschaftliche Beweislage bleibt dünn.

von David Zauner

Akzeptanz

"Partizipation beginnt, wo Menschen tatsächlich mitentscheiden können"

Windräder

Eine große Mehrheit in der Bevölkerung unterstützt die Energiewende. Doch Widerstand formiert sich dort, wo Menschen sich übergangen fühlen. Umweltpsychologin Petra Schweizer-Ries über orchestrierten Protest, mediale Verzerrung und die Macht guter Beteiligung.

Interview: David Zauner

Extremwetter in Europa

Jahrhundertregen in Spanien, Portugal und Marokko: Neun Stürme in Serie

Bis zum Horizont überflutete Felder, nur einige Baumreihen ragen aus dem Wasser.

Seit Jahresbeginn fegen schwere Stürme mit Starkregen über Spanien, Portugal und Marokko – mit Todesopfern, Hunderttausenden Evakuierten und Schäden in Milliardenhöhe. Der menschengemachte Klimawandel hat die Extremniederschläge deutlich verstärkt.

von Tine Heni

Windkraft auf See und Ökologie

Powerhouse mit Nebenwirkungen

Eine ganze Reihe weiß gestrichener Windräder stehen hintereinander in der Irischen See vor Liverpool.

Die Nordsee soll Europa mit Strom aus Offshore-Windparks versorgen. Deren ökologische Folgen sind ambivalent und müssen vorher bedacht werden, zeigt eine Hereon-Studie. Auch Strömungs­verhältnisse können sich ändern.

von Joachim Wille

Transformationsbarometer

Polarisierte Debatte, stabile Mehrheiten: Wie die Bevölkerung auf Klimaschutz blickt

Drei Männer sitzen zusammen und diskutieren teils erregt über ein Problem.

Verschiedene politische Initiativen versuchen, erreichte klimapolitische Erfolge abzuschwächen und rückgängig zu machen. Doch was denken die Leute im Land über nachhaltige Transformation und Klimaschutz? Eine Befragung erbrachte teils unerwartete Ergebnisse.

ein Gastbeitrag von Eric Hartmann

Ökonomie und Ökologie

Biodiversität ist so wichtig wie Klimaschutz

Eine halb fertige Autobahn-Brücke schiebt sich scheinbar in eine Nadelwald-Schneise hinein, daneben steht ein hoher Kran.

Die Weltwirtschaft arbeitet gegen sich selbst, zeigt der jüngste Bericht des UN-Biodiversitätsrates. Von allein schaffen es die Unternehmen nicht, umzusteuern.

ein Gastbeitrag von Franz Alt

Serie: Chinas Klimapolitik

"Bürokratisches Handeln in China hat eine starke öffentliche Dimension"

Ein Junge mit Atemschutzmaske steht auf einer Brücke über die Stadtautobahn in Peking.

Saubere Luft als politisches Versprechen: Umweltpolitik in China ist auch Teil einer Inszenierung von Handlungsfähigkeit, sagt die Politikwissenschaftlerin Iza Ding. Im Interview erklärt sie, was passiert, wenn öffentliche Aufmerksamkeit hoch, staatliche Kapazitäten aber begrenzt sind. Teil 20 der Serie.

Interview: Merle Groneweg

Heißzeit-Warnung

Kaskade der Kipppunkte

Ein Ferienhaus in der russischen Arktis kippt in einen See, weil wegen der allgemeinen Erwärmung der Permafrostboden schmilzt.

Führende Klimaforscher:innen sehen das Risiko einer "Heißzeit-Erde" deutlich näher kommen. Mehrere Kipppunkte im Erdsystem könnten früher als gedacht erreicht sein und sich gegenseitig verstärken.

von Joachim Wille

Erdsystemforschung

"Der Klimawandel ist Realität, aber das Erdsystem ist komplex"

Białowieża-Urwald

Von den Tropenwäldern bis zur Arktis: Markus Reichstein beschreibt, wie sich Ökosysteme verändern und wo natürliche CO2-Senken an ihre Grenzen stoßen. Viele Fragen kann die Wissenschaft aber noch nicht beantworten, betont der Experte für globale Kohlenstoffkreisläufe.

Interview: David Zauner

Effekt von Treibhausgasen

Stratosphäre baut Lachgas schneller ab

Eine geschlossene Wolkendecke wird von der Sonne beschienen, aufgenommen von noch weiter oben.

Obwohl die Konzentration des klimawirksamen Lachgases weiter steigt, verkürzt sich seine Verweildauer in der Atmosphäre. Sein Abbau wird durch den Klimawandel selbst beschleunigt. Das hat messbare Folgen für das Erwärmungspotenzial.

von Tine Heni

Ökonomie und Ökologie

Der biologische Ast, auf dem die Wirtschaft sitzt

Ein großer Tagebau hat eine Berglandschaft in Peru zerstört.

Der Weltbiodiversitätsrat warnt: Ohne Kurswechsel beim Naturschutz riskieren die Unternehmen ihre eigene Zukunft. Die schwindende biologische Vielfalt ist zum systemischen Risiko für Wirtschaft, Finanzmärkte und Gesellschaften geworden.

von Joachim Wille

Klima-Konsortium

Netto-Null 2045 in Gefahr

Ein kleiner motorisierter Ponton schwimmt auf der Spree, darauf ein winkender Mann und ein großes grün-rotes Banner: Es ist noch nicht zu spät!

Deutschlands Weg zur Klimaneutralität im Jahr 2045 wird holpriger, doch er ist nicht aussichtslos, zeigt eine Untersuchung der Universität Hamburg. Nötig seien jetzt neue gesellschaftliche Bündnisse.

von Joachim Wille

Graßls Woche

Unchristliche Union, Europas Klima-Chance und Grönlands Aufstieg aus dem Meer

Kalenderwoche 5: Wer Wirtschaftswachstum weit vor Klimaschutz stellt, nimmt in Kauf, dass viele Menschen wegen des Klimawandels sterben oder vor ihm fliehen müssen, sagt Hartmut Graßl, Physiker und Meteorologe und Mitglied des Herausgeberrats von Klimareporter°. Mit Trump sind die USA für ihn ins Zeitalter des Aberglaubens zurückgekehrt.

Studie zur Klimakommunikation

"Die Mehrheit der Leute ist an der Wahrheit interessiert"

Hände mehrerer Personen, die Smartphones halten, auf einem Tisch. Was angezeigt wird, ist nicht zu sehen.

Der Verweis auf breite gesellschaftliche Unterstützung für den Klimaschutz ist kein Allheilmittel, das viel verändert, sagt Politikwissenschaftler Florian Stöckel. Dazu brauche es zum Beispiel konkrete Strategien, die die Menschen mit ihren Sorgen da abholen, wo sie stehen.

von Jörg Staude

Klimaforschung

"Wir werden immer wieder ein paar überraschende Möglichkeiten finden, die Welt zu retten"

Hans Joachim Schellnhuber im Portait

Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber über die USA unter Donald Trump, die kommende "Overshoot"-Welt und die Möglichkeiten, die Atmosphäre wieder zu entlasten. 

Interview: Joachim Wille

Attributionsstudie

Extreme Hitze in Australien: Das neue Normal?

Schild mit einem kleinen Solarmodul und einer Anzeige des Brandrisikos von Grün über Gelb und Orange bis Rot, dahinter australischer Busch.

In Australien werden neue Temperaturrekorde gemessen, und verheerende Buschbrände fegen durch den Südosten des Landes. Zur Hitzewelle kam am Wochenende eine historische Flutkatastrophe. Werden Naturkatastrophen in Down Under bald zum Normalzustand?

von Tine Heni

Windkraft-Prognosetool

"Der Klimawandel ist relevant für die Windenergie-Erzeugung"

Windrad-Turm auf einem Feld, von schräg oben aus einem Kleinflugzeug aufgenommen.

Ein starker Rückgang der Windenergie durch den Klimawandel ist nicht zu erkennen, sagt Dominik Adler von Geo‑Net Umweltconsulting. Das Unternehmen entwickelte eine Anwendung für Windanlagen, die klimabedingte Auswirkungen auf die verfügbare Windenergie einschätzt.

Interview: Jörg Staude

Klimawandel und Ernährung

Neue Dürre-Hotspots

Eine Wissenschaftlerin hockt auf einem Feld und misst die Bodenfeuchte mit einem Messgerät.

Die Agrarproduktion in Teilen Europas, der USA, Südamerikas und Afrikas gerät durch den Klimawandel unter Druck. Eine neue Studie berücksichtigte zur Vorhersage auch, was Bäuerinnen und Bauern schon lange wissen.

von Joachim Wille