Buchrezension

Der Kipp-Krimi

Ein großes Stück Eis ist von der Eiskante abgebrochen und fällt ins Wasser.

Wer wissen will, was für den Planeten und die Menschheit ab 1,5 Grad Erwärmung auf dem Spiel steht, kann es nun detailliert nachlesen. Die Autoren vermeiden Panikmache und lassen Fakten sprechen. Dramatisch wird es trotzdem.

von Joachim Wille

Studie zum Phytoplankton

Sterben die wichtigsten Meeresbewohner aus?

Viele grün leuchtende Punkte vor fast schwarzem Hintergrund.

Bei fortschreitender Erderhitzung könnten die Bestände der Phytoplankton-Alge Prochlorococcus um bis zur Hälfte einbrechen, ergibt eine Studie. Das könnte sich massiv auf die globale Sauerstoffproduktion, die Nahrungsnetze und die Kohlenstoffpumpe in den Ozeanen auswirken.

von Tine Heni

Extremwetter

Konzerne heizen Hitzewellen an

Hinter einem bewaldeten Bergrücken ragt eine hohe Wand aus weiß-grauem Rauch in den blauen Himmel, davor ist ein klein wirkender Lösch-Hubschrauber zu sehen.

Ein Forschungsteam hat über 200 Hitzewellen untersucht: Der Klimawandel verstärkte jede einzelne. Ein Großteil der Verantwortung lässt sich auf wenige Konzerne zurückführen.

von David Zauner

Klimaskeptizismus

Politik gegen Physik: Trumps Klima-Feldzug geht weiter

Weißes Haus

Die Trump-Regierung will die rechtliche Basis für zahlreiche Klimagesetze in den USA kippen. Ein umstrittener Regierungsbericht stellt die Wissenschaft infrage – Expert:innen kritisieren massive Fehler und einen "wirklich erschreckenden" Umgang mit Forschungsergebnissen.

von David Zauner

Hartmut Graßl zum 85. Geburtstag

Koevolution von Grasland und Weidetieren: Gräser brauchen den Biss!

Eine gemischte Rinderherde grast auf einer Wiese neben einigen kleineren Bäumen im Flachland.

Graslandböden speichern weltweit 50 Prozent mehr Kohlenstoff als Waldböden. Das Klimaschutz-Potenzial der Gräser wird aber zunehmend beschränkt, wenn Grünland nicht beweidet, sondern gemäht oder gar in Wald oder Ackerflächen umgewandelt wird.

ein Gastbeitrag von Anita Idel, Hubert Weiger

Negative Emissionen

CO₂-Platz unter der Erde schrumpft

Ein blau-weißes Schiff mit einem hohen, abgerundeten Aufbau am Bug fährt in Landnähe über das Meer.

Unterirdische CO2-Speicher bieten bei Berücksichtigung von Risiken deutlich weniger Potenzial als angenommen, zeigt eine neue Studie. Auch in Deutschland gilt: Nur ein Bruchteil des technisch Möglichen ist wirklich vertretbar.

von David Zauner

Golfstrom-Zusammenbruch

Studie: Die Atlantikströmung wankt, kippt und kollabiert

Strömungsmuster in verfremdeten Farben zwischen dunklem Blau-Violett und sehr hellem Beige, letzteres zeigt einen mäandernden Verlauf.

In den nächsten Jahrzehnten kippt das Meeresströmungs-System im Atlantik, zu dem auch der Golfstrom gehört. Einige Jahrzehnte darauf kollabiert es. Zu dem Ergebnis kommt eine neue Studie für alle Szenarien mit hohen Treibhausgas-Emissionen – und auch für einige mit niedrigen.

von David Zauner

Planetare Grenzen

Die Pflanzenwelt schwindet

Regenwald, an dessen Rand abgeholzte und geschnittene Stämme aufgeschichtet sind.

Industrielle Landwirtschaft, Abholzung und Klimawandel fordern ihren Tribut: Über ein Drittel der weltweiten Landfläche ist mittlerweile eine Hochrisikozone, zeigt eine aktuelle Studie. Das destabilisiert die Biosphäre und gefährdet unsere Lebensgrundlagen.

von Tine Heni

Hydrierte Pflanzenöle

"Fake-Klimaschutz" mit HVO 100

Eine Frau schüttet aus einer großen Plastikflasche organge-gelbes Speiseöl in einen weißen Container mit offenenem Deckel.

HVO 100 soll Diesel sauber machen und die Verkehrswende beschleunigen. Doch eine aktuelle Studie zeigt: Der angebliche Klimaschützer bewirkt das Gegenteil. Statt Emissionen zu senken, droht der Kraftstoff den Umstieg auf saubere Technologien auszubremsen.

von Sandra Kirchner

US-Klimasatelliten stürzen ab

Blackout am Himmel

Fotorealistische Darstellung des Satelliten OCO zwei, im Hintergrund die Erdkugel.

Die Trump-USA wollen zwei der weltweit wichtigste Klimasatelliten abschalten. US-Forschergruppen versuchen derweil, Wissen vor der Löschung zu bewahren.

von Joachim Wille

Hartmut Graßl zum 85. Geburtstag

"Hartmut Graßl inspiriert uns für die Zukunft"

Auf einer Bergweide in den Alpen bei Berchtesgaden grast eine Kuhherde.

"Von den Alpen bis zum Watt" heißt das Symposium der Wissenschaftler­vereinigung VDW, das im September den Klimaforscher Hartmut Graßl ehrt. Was das mit einer demokratisch und nachhaltig gestalteten Zukunft zu tun hat, erläutert Maria Reinisch von der VDW.

Interview: Verena Kern

Klimaflucht

Klimawandel als Auswanderungsgrund?

Eine Schneekugel vor der Zugspitze in den Schweizer Alpen.

Ein US-Forschungsprojekt zeigt, in welchen Erdregionen es sich trotz Erwärmung noch gut leben lässt. Aber auch die empfohlenen Länder sind nicht sicher vor Katastrophen – sie gelten nur als besser vorbereitet. 

von Joachim Wille

klima update° – Folge 241

Förder-Aus für private Solaranlagen, Mondpreise in Belém, Hitze bedroht Tropenvögel

Eine in Wellenbewegungen ansteigende Temperaturkurve und der Schriftzug: Klima-Update – unser Podcast.

Wirtschaftsministerin Reiche will neue Solaranlagen auf privaten Dächern nicht mehr fördern. Der Klimagipfel in Brasilien droht arme Länder und NGOs durch hohe Übernachtungskosten auszugrenzen. Der Klimawandel bedroht tropischen Vogelarten besonders stark.

von Verena Kern, Susanne Schwarz

Attributionsstudie

Pakistan: Werden hunderte Flutopfer zur neuen Normalität?

Ein Wellblech-Haus am Flussufer wurde auf hohen Bambusstelzen errichtet, um Hochwasser standzuhalten.

Der Monsun ist für Pakistan lebenswichtig. Doch dieses Jahr kamen durch Starkregen schon 300 Menschen um. Zu dem Extremwetter trug der menschengemachte Klimawandel viel bei, zeigt eine aktuelle Studie.

von Tine Heni

Waldpolitik-Papier

Orientierung versprochen – Nebelkerze gezündet

Moderne Holzerntemaschine beim Zerlegen eines Fichtenstamms .

Statt gangbare Klimaschutzpfade in der Landnutzung aufzuzeigen, erschwert der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik mit seiner neuen Stellungnahme zu Wald und Holz eine lösungsorientierte Debatte und zündelt am Grundgerüst der Klimapolitik.

ein Gastbeitrag von Sven Selbert, Leonie Pilgram

Quaschnings Videokolumne

Quaschning erklärt: Chemtrails

Aufmacherbild: Volker Quaschning im grau-weiß gestreiften Pullover, hinter ihm ein startendes Passagierflugzeug mit mächtigen Abgaswolken.

Einige halten Kondensstreifen von Flugzeugen für absichtlich versprühte Chemikalien. Diese "Chemtrails" sind zwar nur Wasserdampf, gefährlich sind sie trotzdem – und ein sichtbares Zeichen, dass wir weniger fliegen sollten.

eine Kolumne von Volker Quaschning

Fleischersatzprodukte

Das Käseparadox

Ein Stück Quiche auf einem Teller mit Gabel und grüner Serviette.

Es wird zwar weniger Fleisch gegessen, aber der Umstieg auf Alternativprodukte muss noch erleichtert werden, meint ein Beirat der Bundesregierung. In einem neuen Gutachten macht das Gremium Vorschläge.

von Joachim Wille

Klimaforschung

Die Konferenz zum Kippen

Um kaum ein Kippelement machen sich Wissenschaftler:innen so große Sorgen wie um den Amazonas-Regenwald.

Hunderte Wissenschaftler:innen tauschten sich auf der Kipppunkte-Konferenz im englischen Exeter über den Stand der Forschung aus. Neben den neuesten Erkenntnissen und Methoden erklärten Expert:innen, welcher Kipppunkt ihnen am meisten Sorgen bereitet.

von David Zauner

klima update° – Folge 237

Tödliche Hitze, Banken pumpen mehr Geld in die Kohleindustrie, Algenfarmen als Klimaretter

Eine in Wellenbewegungen ansteigende Temperaturkurve und der Schriftzug: Klima-Update – unser Podcast.

Die Erderwärmung verdreifachte die Zahl der Todesopfer während der jüngsten Hitzewelle in Europa. Banken, auch aus Deutschland, investieren wieder mehr in Kohle. Massenhafter Algen-Anbau in den Ozeanen soll CO2 in ganz großem Stil binden.

von Verena Kern, Sandra Kirchner

Attributionsstudie

Klimawandel machte Hitzewelle tödlicher

Notarzt-Einsatz mit Trage und Krankenwagen in starkem Sonnenlicht, das Rettungsteam bleibt unscharf.

Zwei Drittel der hitzebedingten Todesfälle in der jüngsten Hitzewelle in Europa sind auf den Klimawandel zurückzuführen. Das ergibt eine heute veröffentlichte Studie der Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA) zu den Auswirkungen in zwölf Städten des Kontinents.

von Jörg Staude