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klima update° – Folge 248

Abstriche beim Moorschutz, Regierung will Wasserstoff-Hochlauf beschleunigen, Klimafinanzierung droht einzubrechen

Eine in Wellenbewegungen ansteigende Temperaturkurve und der Schriftzug: Klima-Update – unser Podcast.

Der Umweltminister will mehr Geld in Moorschutz stecken, beim CO2-Sparen aber mehr auf Wälder setzen. Trotz Beschleunigungsgesetz gefährden gekürzte Fördermittel den Wasserstoff-Hochlauf. Deutschland hielt 2024 seine Klimafinanzierungs-Zusage ein, doch 2025 drohen Kürzungen.

von Sandra Kirchner, Susanne Schwarz

Natürlicher Klimaschutz

Nachschärfen in Wald, Moor und Böden – und beim Geld

Auf einer großen Plastikplane wachsen etwa wadenhohe grün-gelbe Rohrkolben-Setzlinge.

Mehr Geld für den natürlichen Klimaschutz und noch vor Weihnachten ein neues Klimaschutzprogramm, das kündigte Bundesumweltminister Schneider jetzt an. Auch strebt sein Haus eine Abkehr von der Holzverbrennung an.

von Jörg Staude

Gutachten für Umweltministerium

Klima-Beirat empfiehlt eine Milliarde jährlich für Moorschutz

Bundesumweltminister Carsten Schneider und neun Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats für Natürlichen Klimaschutz halten zwei Exemplare des neuen Gutachtens in die Kamera.

Auch die Emissionsminderung durch Wälder und Moore steckt in Deutschland in der Krise. Mögliche Auswege zeigt ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Natürlichen Klimaschutz auf. Für eine öffentliche Präsentation hat das zuständige Ministerium keine Zeit.

von Jörg Staude

Wasserspeicher-Initiative

Mit dem Wasser kommt der Klimaschutz dahergeschwommen

Auf einer großen nassen Wiese steckt ein Spaten in der Erde.

In Zeiten klimawandelverstärkter Hitze macht sich eine Initiative zum Wasserspeichern und Abkühlen gut, dachte das Bundesumweltministerium. Die Projekte in Stadt, Land und Wald erzählen aber auch einiges über den heutigen Stellenwert des Klimaschutzes.

von Jörg Staude

Neues Moorbündnis

"Wenn ein Moor einmal weg ist, ist es weg"

Abgesackte und weggebrochene Fahrbahn der Autobahn A20 bei Tribsees.

Moore, lange Zeit zweckentfremdet, werden als CO2-Speicher immer wichtiger. Doch noch immer gefährden Infrastrukturprojekte die wertvollen Feuchtgebiete. Luke Schneider vom Moor-Klima-Bündnis fordert ein Umdenken.

Interview: Pia Hesse

Moor-Wiedervernässung

Lass die Gummistiefel daheim, es geht ins Moor

Ein kleiner Bagger hebt ein großes altes Staurohr aus dem Boden heraus.

Früher mystische Landschaften, heute karge Flächen: Moore wurden lange agrarisch genutzt und liegen nun meist trocken. Lösungen fürs Klima müssen auch wirtschaftlich sein. Ein Beispiel aus Brandenburg zeigt, wie es geht.

von Pia Hesse

Emissionsbilanz

Der große CO₂-Exodus aus dem deutschen Wald

Hinter einem Dorf steht ein Fichtenwald auf einem Bergrücken, ein Drittel der Bäume ist abgestorben.

Seit Jahren wird die deutsche CO2-Bilanz schöngerechnet, indem die Emissionen aus Wäldern, Mooren und Agrarflächen weitgehend ausgeklammert werden. Nach der jüngsten Waldinventur fordern Wissenschaftler jetzt grundlegende Korrekturen bei der Bilanzierung im Klimaschutzgesetz.

von Jörg Staude

Torf-Abbau

Deutschland ist Spitze beim klimazerstörenden Torfabbau

Ein Bagger trägt die Torfschicht in einem ehemaligen Moor großflächig ab.

Klimaschutz hin oder her – in Deutschland werden immer noch CO2-speichernde Moore vernichtet, um Torf für Gartenerde zu gewinnen. Ob der Ausstiegstermin 2026 für Torf im Freizeitgartenbau zu halten ist, erscheint fraglich.

von Joachim Wille

Renaturierung

Moorschutz bleibt auf dem Trockenen

Mechanisierte Ernte von Rohrkolben mit einem Erntefahrzeug auf Raupen und drei Leuten Besatzung.

Ehrgeizige Ziele verfolgt die Ampel-Regierung bei der Wiedervernässung und klimagerechten Nutzung von Mooren. Doch wie gerade moorreiche Bundesländer damit vorankommen, können die meisten auf Anfrage nicht sagen.

von Jörg Staude

Moorschutz

Solar-Ausbau ohne Klimaschutz?

Über einem Solarpark auf einer Wiese geht die Sonne auf.

In Zukunft kann es hierzulande häufiger passieren, dass Photovoltaikanlagen auf trockengelegten Mooren entstehen – ohne dass die Moore wiedervernässt werden. Naturschützer:innen und Expert:innen sind besorgt.

von Leonie Vogelsang

Paludikultur

Kolbenwirtschaft aus dem Moor

Bündel von Rohrkolbenpflanzen liegen auf dem schneebedeckten Boden.

Der Anbau von Rohrkolben eignet sich hervorragend, um Moore wiederzuvernässen und trotzdem zu bewirtschaften. Rohrkolben sind zudem vielfältig verwendbar – etwa als Dämmstoff. Eine Nutzung im großen Maßstab ist noch schwierig.

von Leonie Vogelsang (Greifswald)

Niedersachsen

Torfabbauverbot stoppt Torfabbau auf Jahre nicht

Ein Bagger trägt die Torfschicht in einem ehemaligen Moor großflächig ab.

Der Abbau von Torf ist verboten, heißt es im Gesetzentwurf zur Verbesserung des Klimaschutzes in Niedersachsen. Allerdings soll es Ausnahmen geben. Klimaschützer kritisieren deshalb den Entwurf als unzureichend.

von Leonie Vogelsang

Der gute Wille

Verwitterte Hoffnung

Torf Indonesien

Geo-Ingenieure haben Konjunktur. Manche hoffen, mit Gesteinsmehl die Klimakrise bremsen zu können. Doch das kann auch gewaltig schiefgehen, zeigt eine Studie zur "beschleunigten Verwitterung".

eine Kolumne von Joachim Wille

CO₂-Bilanz 2022

Im Daten-Sumpf der vernässten Moore

Zwei Prozent der Moorflächen sind noch naturnah, 94 Prozent sind entwässert, vier Prozent wiedervernässt.

Moorböden sollen ab 2030 jährlich fünf Millionen Tonnen weniger CO2 emittieren, beschloss die Ampel letztes Jahr mit ihrer Moorschutzstrategie. Konkrete Angaben zu den dazu wiedervernässten Mooren sucht man aber weitgehend vergebens.

von Jörg Staude

Landesminister wehrt sich gegen Kritik

"Bei Mooren geht es auch um Schutz durch Nutzung"

Porträtaufnahme von Till Backhaus vor einem Sonnenblumenfeld.

Auf Freiwilligkeit bei der Wiedervernässung von Mooren zu setzen, hat Mecklenburg-Vorpommern weit gebracht, sagt Umwelt- und Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Vorwürfe von Umweltschützern, das Land verzögere den Prozess der Wiedervernässung, weist er im Interview mit Klimareporter° zurück.

Interview: Jörg Staude

Kabinett verabschiedet Moorschutzstrategie

Ampel betreibt Klimaschutz auf Groko-Niveau

Ein Raupenfahrzeug fährt über eine feuchte Wiese und erntet Schilf und andere Gräser.

Als Begleitmusik zum laufenden Weltklimagipfel hat die Bundesregierung die Nationale Moorschutzstrategie verabschiedet. Sie setzt vor allem auf freiwillige Maßnahmen, gerade gegenüber den Landwirten. Umweltschützer attestieren der Regierung fehlenden Ehrgeiz und Klimaschutz auf dem Niveau der großen Koalition.

von Jörg Staude

Entwurf für Vier-Milliarden-Programm

Landschaften sollen zu Klimaschützern werden

Weite, flache Moorlandschaft mit Grasland und einem Steg, dahinter Wald.

Moore, Meere, Gewässer, naturnahes Grün in der Stadt und auf dem Land – alte wie neue Natur soll künftig das Klima schützen. Dazu legte Umweltministerin Lemke jetzt einen 70‑seitigen Programmentwurf vor. Fachleute loben den Schritt, die vorgeschlagenen Maßnahmen reichen ihnen aber noch nicht aus.

von Jörg Staude

Klimaschutz durch negative Emissionen

Den CO₂-Kreislauf unterbrechen – aber wie?

Moorlandschaft mit Grasland und Wasser. Vorn moortypische Pflanzen, hinten einige Bäume.

Immer größere Hoffnungen beim Klimaschutz ruhen auf sogenannten negativen Emissionen. Dazu muss der Kreislauf des CO2 dauerhaft, also mindestens für Jahrhunderte, unterbrochen werden. Die Frage ist: Kann das gelingen?

von Jörg Staude

Graßls Woche

Über Land schon 1,5 Grad, Methan aus Mooren und die beschleunigte Energiewende

Kalenderwoche 15: Der russische Angriff auf die Ukraine beschleunigt den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen in vielen Ländern und erhöht die Chancen, dass das Paris-Abkommen eingehalten wird, meint Hartmut Graßl, Physiker und Meteorologe und Mitglied des Herausgeberrats von Klimareporter°. Erstmals weist ein IPCC-Bericht klar auf den riesigen Unterschied bei den CO2-Emissionen zwischen Reichen und Armen hin.

Gastbeitrag

Die große Moor-Transformation

Zwei Prozent der Moorflächen sind noch naturnah, 94 Prozent sind entwässert, vier Prozent wiedervernässt.

Das 1,5-Grad-Limit einzuhalten bedeutet für die Landnutzung in Deutschland: Jährlich müssen mindestens 50.000 Hektar Moorböden wiedervernässt werden – eine Fläche so groß wie der Bodensee. In ihrer Dimension ist diese Aufgabe mit dem Kohleausstieg vergleichbar.

ein Gastbeitrag von Jan Peters, Franziska Tanneberger