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Weltklimagipfel droht zu scheitern

Die Stimmung ist gekippt

Bildschirm mit Fehlermeldung: "COP 25 Chile Madrid, Network not connected", im Hintergrund Halle mit Arbeitsplätzen

In den Knackpunkten gibt es bei den diesjährigen Klimaverhandlungen in Madrid immer noch keine Einigung, obwohl die Gespräche seit gestern Abend überziehen. Die Fronten sind noch härter geworden, der Tonfall auch.

von Susanne Schwarz, Christian Mihatsch

Kommentar

"Es tiempo de actuar"

Fahnen der UN-Länder vor schönem blauen Himmel

"Es ist Zeit zu handeln", lautet das Motto der diesjährigen Weltklimakonferenz, die am Montag in Madrid beginnt. Nach drei Jahrzehnten Verhandlungen, in denen der CO2-Ausstoß um die Hälfte gestiegen ist, klingt das wie bittere Ironie. Trotzdem wäre es falsch, die Hoffnung schon jetzt aufzugeben.

ein Kommentar von Joachim Wille

Internationale Klimapolitik ab 2020

EU setzt auf Klimadeal mit China

Die chinesische Flagge neben der euroopäischen Flagge

Bislang haben Peking und Washington die Leitplanken für den internationalen Klimaschutz bestimmt. Wegen des Ausfalls der USA will nun die EU im Tandem mit China diese Aufgabe übernehmen. Dafür gibt es einen Plan, aber ob Europas Gewicht ausreicht, ist unklar. Erste Voraussetzung ist ein höheres EU-Klimaziel.

von Christian Mihatsch

11.000 Wissenschaftler rufen Klimanotstand aus

Für "Paris" reicht es nicht

Hier ist das Kohlekraftwerk Waukegan in Illinois, USA, zu sehen

Die Klimaziele der meisten Länder reichen nach wie vor nicht aus, um das Paris-Abkommen einzuhalten, zeigt eine neue Bestandsaufnahme. Wenn alle Staaten ihre bisherigen Zusagen vollständig erfüllen, wird das den Treibhausgas-Ausstoß lediglich stagnieren lassen. Er muss aber bis 2030 halbiert werden.

von Verena Kern

Kommentar

Trumps Austritt

Einige Windräder in Großaufnahme vor einer kargen Landschaft mit Fluss.

US-Präsident Trump hielt Wort: Entgegen allen Bitten haben die USA formal den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen beantragt. Das ist ein Rückschlag für den weltweiten Klimaschutz, aber kein Grund für zu viel Pessimismus.

ein Kommentar von Joachim Wille

Pariser Klimaabkommen

Trumps langer Abschied

Donald Trump hält eine Rede vor Schiefergas-Vertretern

US-Präsident Trump will raus aus dem Paris-Abkommen. Möglich ist dies erst 2020 – falls seine Regierung den Ausstieg nächste Woche formal erklärt. Genau das soll geschehen, kündigte er nun bei einem Treffen der Fracking-Branche in einer Rede an, die erneut mit Falschbehauptungen gespickt war.

von Verena Kern

Städtenetzwerk C40

US-Städte wollen Trump ersetzen

Skyline von Santiago de Chile

Bei den UN-Klimakonferenzen sitzen nur Staaten am Verhandlungstisch. US-amerikanische Bürgermeister wollen das ändern und beim nächsten Gipfeltreffen Ende des Jahres in Chile direkt und an Präsident Trump vorbei mitreden.

von Verena Kern

Klima-Vorbereitungskonferenz in Costa Rica

Brasilien will weiter Geld mit CO₂-Gutschriften machen

Ein Solaranlage auf einem Dach in einem Dorf Uganda.

Emissionsgutschriften über den Marktmechanismus CDM werden meist doppelt angerechnet – in dem Industrieland, das für die Einsparung zahlt, und dem Entwicklungsland, das das Geld für die Klimaprojekte bekommt. Brasilien, China und Indien wollen daran festhalten. Das sorgt für Dissens unter den Klimadiplomaten.

von Sandra Kirchner

Schwarze Zeiten

Ja, Thunberg hat nicht "bitte" gesagt

Greta Thunberg vor grauer Wand

Seit zwei Wochen polarisiert Greta Thunbergs Rede auf dem New Yorker Klimagipfel: Hat der emotionale Auftritt der 16-Jährigen etwa nicht auf das Konferenzparkett gepasst? Das ist angesichts des politischen Versagens in der Klimakrise eine zynische Debatte.

eine Kolumne von Susanne Schwarz

UN-Generalsekretär zieht Klimaschutz-Bilanz

Ich will kein Mittäter sein

António Guterres vor Flagge der Vereinten Nationen

Kurz vor dem Klima-Sondergipfel der Vereinten Nationen im September gingen weltweit Millionen junger Menschen auf die Straße, um den Führungsverantwortlichen der Welt zu sagen: "Ihr lasst uns im Stich." Sie haben recht.

ein Gastbeitrag von António Guterres

Bilanz des UN-Sondergipfels

"Für den UN-Klimaschutz bin ich optimistisch"

Blick auf Manhattan, in der Bildmitte das UN-Gebäude

Die Strategie der UN beim Sondergipfel in New York ist aufgegangen, sagt Professor Reimund Schwarze vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Eine Gruppe von Ländern wird beim Klimaschutz vorangehen und wankelmütige Länder mitziehen. Bei Russland hat das schon geklappt.

Interview: Verena Kern

Globaler Streiktag

"Vor einem Jahr war Klima kein Partythema"

Die Fridays-for-Future-Bewegung lädt die ganze Gesellschaft ein, morgen beim globalen Klimastreik mitzustreiken. Gleichzeitig wird auch das Klimakabinett tagen. Für Nick Heubeck von Fridays for Future ist jetzt schon klar, dass die Entscheidungen der Politiker gar nicht mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbar sein können.

Interview: Annika Keilen

Türkei zieht Bewerbung zurück

Weltklimakonferenz COP 26 findet in Glasgow statt

Die britische Flagge weht im Wind vor blauem Himmel

Monatelang haben mehrere Staaten darum konkurriert, die wichtige Weltklimakonferenz im kommenden Jahr austragen zu dürfen. Jetzt hat sich Großbritannien durchgesetzt.

von Susanne Schwarz

"Stranded Assets"

Investitionen der Ölindustrie unterlaufen Pariser Klimaziele

Eine Ölplattform am Horizont in untergehender Sonne

Große Ölkonzerne wie BP, Shell oder Equinor haben sich mittlerweile dazu verpflichtet, ihre Geschäftsstrategie am Pariser Klimaabkommen auszurichten. Bislang sind das nur leere Versprechen, zeigt eine neue Studie des britischen Thinktanks Carbon Tracker.

von Verena Kern

Pariser Klimaabkommen

UN-Chef setzt Klimaneutralität 2050 als Klimaschutz-Minimum

Antonio Guterres

UN-Generalsekretär António Guterres hat alle Regierungen aufgefordert, das Ende der Treibhausgasemissionen für spätestens 2050 zu planen.

von Susanne Schwarz

Forderungskatalog

"Fridays for Future" legt Grundsatzforderungen vor

Jugendliche Klimaaktivsten von "Fridays for Future" im Sauriersaal des Naturkundemuseums in Berlin, im Vordergrund Kameras.

Schneller Kohleausstieg, 100 Prozent Erneuerbare, Steuern auf Treibhausgase und ein Stopp der Subventionen für Kohle, Öl und Gas: Die jungen Aktivisten von "Fridays for Future" formulieren erstmals, welche Klimapolitik sie von der Bundesregierung erwarten.

von Verena Kern

Ölkonzerne und Klimawandel

BP auf dem Prüfstand

BP-Tankstelle an leerer Landstraße.

Das britische Mineralölunternehmen beugt sich der Forderung einer Investorengruppe, die überprüfen lassen will, ob die BP-Geschäftsstrategie im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimavertrags steht.

von Benjamin von Brackel

COP 24 in Katowice

Wirtschaft verliert Geduld mit Regierungen

Schwarzes Demo-Schild mit der Aufschrift "Business as Usual".

Manche Politiker glauben immer noch, Klimaschutz schade ihren Volkswirtschaften, dabei sind viele Firmen längst weiter. Sie fürchten den Klimawandel mehr als die erforderlichen Maßnahmen, um ihn zu stoppen.

von Christian Mihatsch

Einpreisen von Umweltschäden

"Eine Renaissance der Kohleverbrennung"

Kohlewirtschaft im Rheinischen Revier

Seit das Pariser Klimaabkommen beschlossen wurde, erleben wir ein dramatisches Politikversagen, sagt der Ökonom Ottmar Edenhofer im Interview mit Klimareporter°. Da fossile Energien immer noch nicht mit einem vernünftigen Preis belegt werden, muss die internationale Klimapolitik gegen die Marktkräfte ankämpfen – das kann nicht funktionieren.

Interview: Joachim Wille

COP 24 in Katowice

"Ein Damoklesschwert schwebt über den Verhandlungen"

Dramatischer Himmel über Katowice

Heute beginnt der UN-Klimagipfel in Katowice, der die Umsetzung des Paris-Abkommens entscheidend voranbringen soll. Dass die USA unter Donald Trump nicht mehr Teil des Prozesses sind, spielt keine Rolle mehr, sagt der Umweltökonom Reimund Schwarze. Wichtiger ist die Frage, ob andere Länder Trumps Beispiel folgen.

Interview: Svea Busse