Gebäude­modernisierungs­gesetz

Verfassungsklage gegen das schwarz-rote Heizungsgesetz

Eingang zum Bundesverfassungsgericht mit einem Bundesadler-Schild, auf dem Bundesverfassungsgericht steht.

Vier junge Mieter:innen und die Deutsche Umwelthilfe klagen in Karlsruhe gegen das neue Gebäudegesetz. Dieses erlaube es, noch auf Jahrzehnte fossile Heizungen einzusetzen. So ließen sich weder die Klimaziele noch ein sozialer Mieterschutz erreichen.

von Sandra Kirchner

Gemeinschaftsaufgabe

"Wenn der Bund wollte, könnte er schon jetzt kommunale Klimaanpassung finanzieren"

Modernes vierstöckiges Schulgebäude mit einer Außenwandgestaltung aus roten, gelben und weißen Rechtecken.

Der Bund kann Gemeinden schon heute unterstützen, wenn es um Hitzeschutz oder das Kühlen von Städten, Schulen und Pflegeheimen geht, sagt Umweltrechtler und Umweltrats-Mitglied Wolfgang Köck. Klimaanpassung sei bereits Pflichtaufgabe der Kommunen.

Interview: Jörg Staude

Wissenschaft und Recht

Und sie erwärmt sich doch

Die Göttin der Gerechtigkeit, Justitia

In den USA ist ein wissenschaftlicher Leitfaden zum Klimawandel für Richter nach politischem Druck aus einem Standardwerk gestrichen worden. Hintergrund sind offenbar Klagen gegen Öl- und Gaskonzerne.

von Joachim Wille

Rechte der Natur

"Die Spree soll eine Stimme bekommen"

Zwischen winterlich unbelaubten Bäumen fließt die Spree als schmales Flüsschen mit braun gefärbtem Wasser, im Hintergrund stehen Neubau-Hochhäuser.

Die Lagune Mar Menor in Spanien ist das erste Ökosystem Europas mit eigenen Rechten. In Berlin will ein transdisziplinäres Treffen für Gewässerschutz einer Gesetzesinitiative Rückenwind geben, die auch der Spree eine Stimme verschaffen soll. Mitorganisatorin Barbara Unmüßig erklärt, wie.

Interview: Tine Heni

klima update° – Folge 294

Unep warnt vor 1,5‑Grad-Überschreitung, Nepal fordert Entschädigung nach Sturzflut, Turkmenistan stopft Methanlecks

In den nächsten Jahren wird laut einem UN-Bericht das 1,5-Grad-Limit überschritten. Nach der Flutkatastrophe im Himalaya verlangt Nepal von den größten CO2-Emittenten Kompensationen. Turkmenistan schließt große Methan-Leckagen an veralteten Öl- und Gasanlagen.

von Sandra Kirchner, Jonas Waack

Klimaanpassung

Das endlose Ringen um die Bund-Länder-Gemeinschaft

Über mit Gras bewachsene Gleise fährt eine Straßenbahn.

Nach mindestens fünf Jahren Debatte, ob Klimaanpassung als neue Gemeinschaftsaufgabe ins Grundgesetz gehört, gibt es kein vernünftiges Gegenargument mehr. Dennoch droht auch der jetzige, von der SPD initiierte Vorstoß im Sande zu verlaufen. 

von Jörg Staude

LNG statt Windenergie

RWE trägt Trumps fossile Wende

Gasfackel am LNG-Terminal Calcasieu Pass in Louisiana am 29. Mai 2023.

Mit Milliardendeals drängt die Trump-Regierung Offshore-Windkraft aus dem Land. RWE gibt drei Projekte in den USA auf und investiert stattdessen in Erdgas. Kalifornien zieht dagegen vor Gericht.

von David Zauner

IGH-Gutachten

Klima-Recht und Klima-Diplomatie können sich sinnvoll ergänzen

Eine Frau und einige Männer aus Pazifikstaaten in formeller Kleidung sitzen nebeneinander an einer Zuschauerbank im Internationalen Gerichtshof und schauen aufmerksam nach vorn.

Vor genau einem Jahr stellte der Internationale Gerichtshof in Den Haag in einem Rechtsgutachten fest: Staaten sind völkerrechtlich verpflichtet, das Klima zu schützen und erhebliche Schäden zu verhindern. Der Klimaspruch kann ein Instrument der internationalen Klimadiplomatie sein, diese aber nicht ersetzen.

ein Gastbeitrag von Steffen Bauer, Reuben Makomere, Kennedy Mbeva

Gebäude­modernisierungs­gesetz

Die "Freiheit" im Heizungskeller ist rechtlich zweifelhaft

Das Gebäude des Bundeswirtschaftsministeriums in der Berliner Invalidenstraße.

Mit der ins neue "Heizungsgesetz" eingefügten und bis 2045 reichenden Grüngas- und Grünheizöl-Quote versucht die Koalition, verfassungsrechtlichen Problemen die Spitze zu nehmen. Ob das vor Gerichten Bestand haben wird, ist fraglich. 

ein Gastbeitrag von Jochen Luhmann

Bundesumweltminister

Für Hitzeschutz nicht zuständig, für schwächeres Umweltrecht schon

Bundesumweltminister Carsten Schneider hält eine handliche Wärmebildkamera auf ein Modell mit Häusern, Autos, Grünflächen und Menschen.

Die Ausgestaltung eines nationalen Hitzeaktionsplans zu prüfen, kündigte Bundesumweltminister Carsten Schneider Mitte Juni an. Tage später erklärt er sich für nicht zuständig beim Hitzeschutz. Wichtiger ist seinem Haus offenbar eine vermeintliche Modernisierung des Umweltrechts.

von Jörg Staude

klima update° – Folge 284

Klimakrise verschärft Hitzewelle, Bundesregierung lockert Energiesparregeln, Klagerechte für Umweltverbände beschnitten

Eine in Wellenbewegungen ansteigende Temperaturkurve und der Schriftzug: Klima-Update – unser Podcast.

Die aktuelle Extremhitze in Europa wäre ohne Klimawandel praktisch unmöglich. Das deutsche Energieeffizienzgesetz soll entschärft werden. Die Klagemöglichkeiten von Umweltorganisationen bei Bauprojekten werden eingeschränkt.

von Sandra Kirchner, Susanne Schwarz

FFH-Richtlinie

Verschleppter Naturschutz im Wattenmeer

Ein Fischer hat das volle Schleppnetz geöffnet, und der Fisch ergießt sich auf das Deck des Trawlers.

Dass im Nationalpark Wattenmeer die bodenzerstörende Grundschleppnetz-Fischerei weithin betrieben werden kann, ist nur möglich aufgrund einer fehlenden, gesetzlich aber vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung. Diese wollen Umweltorganisationen nun gerichtlich einklagen.

von Jörg Staude

SRU-Gutachten

Im Umweltrecht ist die Ausnahme eher die Regel

Ein weißer Lkw mit der Aufschrift Sondereinsatz steht am Straßenrand neben einem Wachschutz-Häuschen.

Auf den Schutz von Natur und Umwelt hält sich Deutschland viel zugute. Tatsächlich aber schwächen schwammige Regeln, jede Menge Ausnahmen und unzureichend ausgestattete Behörden die Durchsetzung des Umweltrechts, legt ein Gutachten des Umweltrats offen.

von Jörg Staude

Klima-Vorbereitungskonferenz

Die Glaubwürdigkeit von Klimapolitik hängt auch am Visum

Afrikanische Delegierte der Bonner Klimakonferenz im informellen Gespräch, daneben ist eine Tür mit der Aufschrift Notausgang.

Auch bei den Bonner Klimaverhandlungen werden Jahr für Jahr Delegierte aus dem globalen Süden durch Visahürden ausgebremst. Das untergräbt Deutschlands Anspruch auf inklusiven Multilateralismus.

ein Gastbeitrag von Niklas Wagner

Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz

Warum Umweltverbände um ihre Rechte fürchten

Verlegung einer Pipeline mit Baggern und Kränen in einen ausgebuddelten Graben in einer Schneise im Wald.

Die Bundesregierung will die Klagerechte von Umweltverbänden neu regeln, um etwa Bauprojekte zu beschleunigen. Das könnte nach hinten losgehen, warnen Fachleute für Planungsrecht und Umweltverfahren.

von Sandra Kirchner

Umweltplanung

"Am Naturschutz scheitert die Energiewende nicht"

Windräder am Horizont in hügeliger Landschaft.

Mehr Tempo beim Erneuerbaren-Ausbau durch weniger Bürgerbeteiligung und das Beschneiden von Naturschutz – das setzt die Akzeptanz für die Energiewende aufs Spiel, warnt Rebekka Blessenohl vom Naturschutzbund Nabu.

Interview: David Zauner

Natürlicher Klimaschutz

"Im Moment sind trockene Moore ökonomisch interessanter"

Teilmechanisierte Ernte von Schilf mit Ballonreifen-Fahrzeugen und einer Gruppe Arbeiter.

Mit der künftigen Paludi-Förderrichtlinie erwartet Matthias Drösler einen Durchbruch bei der Wiedervernässung von Mooren. Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats für Natürlichen Klimaschutz setzt sich für ein rechtliches Gleichgewicht des Moorschutzes gegenüber anderen Planungen ein.

Interview: Jörg Staude

klima update° – Folge 271

Klimaschutzprogramm verspricht viel, Klimaklage vor Gericht gescheitert, Paris will an Verkehrswende festhalten

Eine in Wellenbewegungen ansteigende Temperaturkurve und der Schriftzug: Klima-Update – unser Podcast.

Das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung droht ein Papiertiger zu bleiben. Der Bundesgerichtshof weist eine Klage gegen BMW und Mercedes ab, das Verbrenner-Aus bleibt Politiksache. Der neue Bürgermeister von Paris will die Verkehrswende-Politik fortsetzen. 

von Jonas Waack, Sandra Kirchner

Klimagerechtigkeit

Klimafinanzierung ist keine Wohltätigkeit

In der Glasfassade des großen Nebengebäudes am Weltbank-Hauptsitz spiegelt sich das gegenüberliegende Gebäude, im Vordergrund stehen einige Straßenbäume.

Mehr Geld, weniger Kredite und ein Ende des Ressourcenabflusses aus dem globalen Süden: Menschenrechts-Aktivist:innen fordern ein radikales Umdenken bei der Klimafinanzierung. Ein Blick auf Zahlen und historische Verantwortung.

von David Zauner

Straßenneu- und -ausbau

"Das ist ein Naturzerstörungs-Gesetz"

Umfangreiche Straßen- und Brückenbauarbeiten an der Autobahn A8 bei Pforzheim bei laufendem Verkehr.

Das "Infrastruktur-Zukunftsgesetz" der Bundesregierung soll den Fernstraßenbau beschleunigen. BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg warnt vor Rückschritten für Umweltschutz und Öffentlichkeits-Beteiligung. Er schlägt Maßnahmen zur Beschleunigung umweltfreundlicher Verkehrsprojekte vor. 

Interview: Joachim Wille