Sackgasse Wirtschaftswachstum

Dasselbe in Grün ist keine Lösung

Grünes Wasser

Die Klimakrise ist endlich in aller Munde, doch die Politik macht weiter wie bisher: Neue Fernziele und Aktionspläne, marktbasierte Anreizprogramme, ein paar steuerliche Korrekturen – und die Beschwörung von "grünem" Wachstum. Wir brauchen aber eine grundlegende Reform unseres Wirtschaftsmodells.

ein Gastbeitrag von Olaf Bandt, Martin Kaiser, Kai Niebert, Hermann Ott

Risiko-Report des Weltwirtschaftsforums

Nichtstun ist gefährlich

Eine endlose Reihe übereinander gestalpelter Container

Von Umweltrisiken wie Extremwetter und Naturkatastrophen geht derzeit die größte Bedrohung aus, heißt es im neuen Weltrisikobericht des Weltwirtschaftsforums. Bei der Klimakrise nicht zu handeln, sei viel teurer als Klimaschutz. Für Kritiker sind die Warnungen scheinheilig. Die Herausgeber des Reports stünden für einen neoliberalen Kapitalismus, der die Klimakrise erst verursacht habe.

von Sandra Kirchner

Gerechter Klimaschutz

Grün und Rot vereinen

Ein blauer Kreis "Wirtschaft" in einem roten Kreis "Soziales" in einem grünen Kreis "Ökologie".

Klimaschutz muss ökologisch und sozial sein. Nur dann gelingt er. Die Gegner dürfen es nicht schaffen, beides gegeneinander auszuspielen.

ein Gastbeitrag von Stephan Hebel

Bürgerenergie

Demokratie auf dem Dach

Solaranlagen auf einem Flachdach

Wenn Bürger ihren Strom mit erneuerbaren Energien selbst erzeugen, schützt das nicht nur das Klima, sondern kann auch soziale Teilhabe schaffen.

von Friederike Meier (Breslau)

Klimaschutz in Europa

"Green Deal" muss mehr als "grünes Wachstum" sein

Mehrere Stapel 100-Euro-Scheine liegen nebeneinander.

Die Initiative für einen "European Green Deal" wird ins Leere laufen, wenn sie einem von Konsum und Wachstum besessenen Wirtschaftsmodell verhaftet bleibt. Europa muss eine Vorreiterrolle bei der Transformation von Volkswirtschaften zum Wohle aller und innerhalb der ökologischen Grenzen der Erde einnehmen.

ein Gastbeitrag von Jagoda Munić , Olaf Bandt

Neue SPD-Spitze in der Klimakrise

SPD will sich jungen Klimaschützern "nicht entfremden"

​Die neue SPD-Chefin Saskia Esken und ein BUND-Vertreter mit einer Broschüre, beide am Mikrofon.

Vom neu gewählten Führungsduo der SPD, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, wird auch in der Umwelt- und Klimapolitik ein Neustart erwartet. Was dazu heute in Berlin auf dem SPD-Parteitag zu hören war, macht noch wenig Hoffnung.

von Jörg Staude

Shell-Jugendstudie 2019

Klima-Angst kann auch mobilisieren

Zwei Menschen mit Smartphones als schwarze Silhouetten in einem Graffiti an einer Wand

Wie tickt die Jugend? Keine leichtere Frage versucht die diesjährige Shell-Jugendstudie zu beantworten. Die Angst vor dem Klimawandel ist weiterhin groß, doch das schadet dem Optimismus der Jugendlichen kaum.

von Annika Keilen

Studie des DIW Berlin

Geringverdiener kommt das Klimapaket teurer

Detailansicht eines SUV: Rad und Türleiste.

Das Klimapaket der Bundesregierung belastet Haushalte mit geringem Einkommen stärker als die mit hohem Einkommen, ergibt eine Studie von Wirtschaftsforschern. Gleichzeitig seien die Maßnahmen nicht geeignet, um das Klimaziel für 2030 zu erreichen, besonders im Verkehr.

von Jörg Staude

Verdi bekennt sich zur Umweltbewegung

Gewerkschafts-Applaus für Fridays

Delegierte schauen nach vorn zum rot beleuchteten Podium mit der Aufschrift "Zukunftsgerecht".

Auf ihrem jüngsten Bundeskongress hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Leipzig klare Beschlüsse zum Umwelt- und Klimaschutz verabschiedet. Dem Beschluss zum Leitantrag "Nachhaltige Wirtschaft und aktiver Staat" ging allerdings eine lange Debatte voraus.

von Jörg Meyer

Zerfall der Windbranche

Arbeitsplätze in den Wind geschossen

Hier ist der Braunkohletagebau Garzweiler in NRW zu sehen, im Hintergrund Windräder

Die Windmesse im norddeutschen Husum wird vom Negativrekord beim Windkraft-Ausbau überschattet. Damit verbunden sind tausendfache Entlassungen. Doch wieso ist der Aufschrei um Arbeitsplätze in der Erneuerbaren-Branche so viel leiser als in der Kohleindustrie?

von Annika Keilen

Ökonomische Alternativen

Marktwirtschaft ohne Kapitalismus

Zwei Personen klettern an einer Kletterwand hoch, von einer Sicherungshelferin beobachtet, der wir über die Schulter schauen.

Das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie führt weg vom reinen Profit- und Wachstumsdenken. Die ersten Unternehmen stellen freiwillig eine Gemeinwohl-Bilanz auf. Damit es mehr werden, müsste es einen Ausgleich für die wirtschaftlichen Nachteile geben.

von Joachim Wille

CO₂-Preis-Debatte im Klimakabinett

"An der Ungleichheit kann der Klimaschutz scheitern"

Frau steht im Regen vor einer Straßenbahn, ihr blauer Regenschirm wird vom Wind gebeutelt.

Dass vor allem die ärmsten Haushalte von einer CO2-Steuer profitieren und beim Klimaschutz unterstützt werden sollen, ist richtig, sagt Swantje Fiedler, wissenschaftliche Leiterin beim Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), im Interview mit Klimareporter°. An der zunehmenden Ungleichheit könne der Klimaschutz aber auch noch scheitern.

Interview: Jörg Staude

Gutachten der Wirtschaftsweisen

CO₂-Preis oder Emissionshandel? Hauptsache, schnell!

Ein schwarzer Ballon mit der Aufschrift "CO₂" vor einem Wolkenhimmel.

Klimaschädliches Verhalten muss teurer werden, also braucht CO2 einen Preis – und das geht auf mehreren Wegen, legen die Wirtschaftsweisen der Bundesregierung in einem Gutachten nahe. Kritiker befürchten, dass damit Politik, die nicht als Markt verkleidet daherkommt, auf der Strecke bleibt.

von Susanne Schwarz

Umweltministerin stellt Gutachten vor

Der soziale Preis des CO₂

Autos warten an einem Bahnübergang, die Regionalbahn fährt durch.

Gleich drei Gutachten legte Umweltministerin Svenja Schulze am Freitag vor, um die soziale Verträglichkeit einer CO2-Bepreisung zu belegen. Dass das möglich ist, weiß man schon länger – die Gutachten bringen dennoch einiges mehr an Klarheit darüber, wer von einer CO2-Steuer Vorteile hat und wer nicht.

von Jörg Staude

Klimapolitik durch Finanzreform

"Keine CO₂-Steuer, sondern eine Klima-Dividende"

Porträtaufnahme von Maja Göpel.

Beim CO2-Preis muss die Entlastung für die Bürger, die sich klimagerecht verhalten, schnell und konkret spürbar sein, sagt Politökonomin Maja Göpel. Die Regierungsberaterin im Interview über den Umbau der Energieabgaben, die Schülerstreiks und den Klimanotstand.

Interview: Joachim Wille

Studie berechnet "Verkehrswende-Bonus"

Schulze für "fairen" CO₂-Preis

Auf dem Kölnberg

Für eine "faire" CO2-Steuer statt der Ausweitung des Emissionshandels sprach sich Umweltministerin Schulze heute im Bundestag aus. Ein Fraunhofer-Institut legte eine Studie vor, nach der die pauschale Rückerstattung der Kraftstoffsteuer 60 Prozent der Haushalte entlasten würde – vor allem ärmere würden profitieren.

von Joachim Wille, Jörg Staude

Kommentar

Die (un)soziale CO₂-Steuer

Nahaufnahme eines Steuerrads

Mit der Sorge um die kleinen Leute begründen die Unionsparteien ihre Absage an die angeblich unsoziale CO2-Steuer. Wer genauer hinschaut, kann erkennen: Eine intelligente CO2-Bepreisung könnte Einkommensschwächeren zum Vorteil gereichen.

ein Kommentar von Jörg Staude

Debatte: Nachhaltiges Europa

Europas Verkehr hängt immer noch am Öltropf

Blick nach vorn aus einem fahrenden Auto auf die sechsspurige Autobahn.

Mobilität muss sich endlich an den Klimazielen ausrichten. Das geht am besten mit Ökostrom und weniger Verkehr. Wichtig ist, die soziale Schieflage nicht zu vergrößern. Über die Hebel verfügen die Institutionen – von den Städten bis zur EU –, schaffen können sie es nur gemeinsam.

von Fritz Vorholz

Hass auf die Besserwisser

Aufstand der Befriedigten

Vor einem Supermarkt sind viele Einkaufswagen ineinandergeschoben und in einem großen Kreis aufgestellt worden.

Unerfüllte Konsumversprechen und anschwellender Rechtspopulismus in Europa hängen zusammen. Das über Jahrzehnte aufgebaute Vertrauen, dass all die künstlich erzeugten Bedürfnisse auch befriedigt werden können, ist zerstört. Viele, die daran geglaubt hatten, fühlen sich verraten und betrogen.

ein Gastbeitrag von Robert Gordon

Umverteilung

Damit die gelben Westen im Kofferraum bleiben

Mehrere hundert Demonstranten in gelben Warnwesten strömen zu einem Platz.

Die Denkfabrik Agora Energiewende zieht Lehren aus Frankreichs Debakel mit der Spritsteuer. Sie hat analysiert, warum der sogenannte Klimabeitrag dort gescheitert ist – und liefert nun Empfehlungen, was in sozialer Hinsicht zu beachten ist, wenn man CO2 besteuern will. Die Bundesregierung hat das Projekt für diese Legislaturperiode aber schon verworfen.

von Joachim Wille