Die Ökospinner wollen jetzt alle Verbrennerautos mit Elektroautos ersetzen. Haben die denn eine Ahnung, wo das ganze Lithium für die Autobatterien herkommen soll?
Aus Deutschland! Habt ihr denn noch nicht gehört? In Deutschland gibt es riesige Lithiumvorkommen. In der Rheintiefebene und in der Altmark befindet sich lithiumhaltiges Solewasser.
Allein in der Altmark in Sachsen-Anhalt lagern bis zu 43 Millionen Tonnen Lithiumkarbonat. Damit ließen sich rein rechnerisch hunderte Millionen Elektroautobatterien fertigen, mehr als Deutschland je brauchen wird.
Volker Quaschning
ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.
In Zinnwald im Erzgebirge findet sich außerdem noch lithiumhaltiges Gestein.
Aber ist die Lithiumförderung nicht eine Mega-Umweltsauerei?
Nein, besonders lithiumhaltiges Solewasser lässt sich umweltverträglich fördern.
Das Wasser wird einfach durch eine Bohrung nach oben gepumpt. Über einen Ionenaustausch wird der Sole das Lithium entnommen, und das verbleibende Wasser wird wieder zurück in den Untergrund verpresst – und fertig.
Und da das Wasser auch noch warm ist, lässt sich zusätzlich die Thermalenergie nutzen und damit fossiles Erdgas zum Heizen einsparen.
Und haben wir das Lithium für die Energiewende einmal gefördert und recyceln dann die ausgedienten Lithiumbatterien vollständig, ist unser Lithiumbedarf für die Energiewende für immer gedeckt.
Lasst uns also aufhören, über die Energiewende und Elektroautos zu meckern. Nutzen wir die Chance, die der Lithiumboom Deutschland bietet. Mit erneuerbaren Energien, Elektroautos und Batteriespeichern können wir viele, viele Jobs schaffen und unabhängig von fossilen Energieimporten werden.

soweit ich informiert bin, betrifft die Lithiumgewinnung durch Ionentauscher nur Sole, aber nicht z.B. die größeren Vorkommen im Erzgebirge, wo riesige Abraumhalden entstehen würden.
Fallen wir da nicht vom Regen in die Traufe?
Mit freundlichen Grüßen Marc Dittmann
https://grueneliga.de/index/1580
Prof. Quaschning scheint das zu ahnen, aber statt sich mit den ökologischen Problemen konstruktiv auseinanderzusetzen, bringt er leider nur ein Strohmann-Argument:
"In Zinnwald im Erzgebirge findet sich außerdem noch lithiumhaltiges Gestein. Aber ist die Lithiumförderung nicht eine Mega-Umweltsauerei? Nein, besonders lithiumhaltiges Solewasser lässt sich umweltverträglich fördern."
Ja - aber um Solewasser geht es gar nicht im Erzgebirge. Quaschning verliert kein Wort zu dem, was dort passiert. Ich zitiere mal aus dem oben verlinkten Erfahrungsbericht der Grünen Liga:
"Lithiumextraktion braucht nicht nur Wasser und Raum, sondern auch große Mengen Energie. Zinnwald Lithium will die Prozesse mit Erdgas befeuern. Wie viel davon nötig ist, darüber verbreitet das Unternehmen weit differierende Angaben. Geomet auf der tschechischen Seite hat die Planungen für die Aufbereitungschemie inzwischen ins Nordböhmische Becken verlagert, neben ein großes Braunkohlekraftwerk. Als künftigen Ersatz für diese CO2-Schleuder plant der Energieversorger ČEZ, der zur Hälfte auch an Geomet beteiligt ist, in unmittelbarer Nähe der Lithiumfabrik ein Atomkraftwerk.
Zinnwald Lithium hat 2025 seine Strategie geändert. Zuvor verweigerte die Firma Daten und Informationen in schriftlicher Form, die man hätte kritisch prüfen können. Nun aber ließ Zinnwald Lithium eine wahre Flut an Unterlagen über die Betroffenen niederprasseln: Scoping Liebenau, Vormachbarkeitsstudie, Raumverträglichkeitsprüfung, Hauptbetriebsplan Explorationsstolln, Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung... Insgesamt galt es 70 PDF-Dokumente mit zusammen rund 1.500 Seiten Text, Tabellen und Karten gründlich zu lesen und auf den Prüfstand zu stellen.
Dabei offenbarten diese Unterlagen immer wieder, dass sie von Fremdfirmen ohne jegliche Lokalkenntnis zusammengeschustert wurden. Snowden Optiro, die die Vormachbarkeitsstudie zu verantworten haben, sitzen Australien. Und ERM (Environmental Ressources Management) ist ein großes britisch-multinationales Unternehmen, das sich immer wieder einen Namen mit Greenwashing von großen Erdölprojekten macht (z.B. Keystone XL-Pipeline oder Exxon-Ölfelder vor Guyana).
ERM hat die Dokumente für die aktuell laufende Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie erstellt. Offensichtlich nicht mit besonders großer Hingabe. Diese Dokumente sind der Gipfel der Absurdität. Fabriziert hat sie mit ziemlicher Sicherheit eine kaum trainierte, englischsprachige KI. Die Ergebnisse sind so absurd, dass man über weite Strecken ein Kabarett-Drehbuch zu lesen glaubt. Auf eine entsprechende Pressemitteilung der Bürgerinitiativen musste Zinnwald Lithium tatsächlich öffentlich Fehler einräumen – ein absolutes Novum!
All diese Dinge legen nahe, dass Zinnwald Lithium finanziell auf dem letzten Loch pfeift. Die Aktie liegt seit langem weit unter Ausgabewert und im vergangenen Sommer musste die Firma sogar ein 'Fundraising' veranstalten, um liquide zu bleiben. Dabei will sie für ihr Bergbauvorhaben eine Milliarde (!) Euro investieren!"
Zitat Ende.
Wie Prof. Quaschning das alles wegwischt, enttäuscht mich sehr. Zum einen wegen des Silodenkens (auch Ökologie ist eine Wissenschaftsdisziplin), zum anderen wegen der steilen Rhetorik, die wir ja vor allem aus der anderen Ecke kennen.