Elektroauto laden genauso schnell wie tanken? China macht's möglich. Die chinesischen Batteriegiganten BYD und CATL überbieten sich gerade mit Batterierekorden.
Die neue Blade-Batterie von BYD lässt sich in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent und in zehn Minuten von zehn auf 97 Prozent aufladen.
Der Konkurrent CATL verspricht sogar das Aufladen von zehn auf 98 Prozent in sieben Minuten. Dafür braucht es eine spezielle Ladetechnik, und die baut BYD gleich mit auf.
In China entstehen bis Ende des Jahres 20.000 Flash Charger mit einer Leistung von 1,5 Megawatt. In Deutschland sollen 300 Stationen entstehen.
Damit die Stromnetze nicht überlastet werden, puffert eine Batterie in der Ladestation die großen Ladespitzen ab. Und selbst wenn es saukalt ist, funktionieren die neuen Batterien tadellos.
1.000 Kilometer Reichweite sollen mit den neuen Batterien für effiziente E‑Autos möglich sein. Das müsste doch nun wirklich die letzten Elektroauto-Skeptiker überzeugen. Während Deutschland früher einmal das Mekka der Autoinnovationen war, kommen diese nun aus China.
Kein Wunder, die deutsche Politik diskutiert lieber über die angeblich große Zukunft von hocheffizienten antiken Verbrennern, und Teile der Bevölkerung stimmen eifrig zu. Und wir wundern uns, dass wir bei den Zukunftstechnologien gnadenlos abgehängt werden und unsere Autoindustrie immer mehr Probleme bekommt.
Wir müssen dringend schauen, dass wir die breite Skepsis gegenüber Zukunftstechnologien ablegen und bei den Innovationen wieder Spitze werden, wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen.
Volker Quaschning
ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.
