Sind E-Autobatterien ein Umweltkiller und ist Lithium ein Riesenproblem? Ist es darum besser für die Umwelt, erstmal weiter Verbrennerauto zu fahren?
Nein, auf gar keinen Fall. Für eine große E-Autobatterie werden zehn Kilogramm Lithium benötigt. Das ist ein Eimerchen voll. Lithium ist ein leichtes Metall, das häufig in Salzen gebunden ist und das sogar in Mineralwässern vorkommt.
Mit dem Strom von nur fünf Solarmodulen kann ein E-Auto über 200.000 Kilometer fahren. So lange hält auch locker die Batterie.
Volker Quaschning
ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.
Ein Verbrenner braucht für die gleiche Strecke etwa 10.000 bis 15.000 Liter Diesel oder Benzin. Das sind rund einhundert Badewannen voll.
Und die müssen erst gefördert, transportiert, raffiniert und dann verbrannt werden, mit riesigen Umweltproblemen: CO2, Luftverschmutzung, Ölkatastrophen.
Sicher, die Förderbedingungen bei der Lithiumgewinnung lassen sich in einigen Regionen der Erde auch noch verbessern, genauso wie die meisten Förderbedingungen bei anderen Rohstoffen, die wir täglich nutzen. Beim Lithium wird aber daran gearbeitet.
Und mal ehrlich, ist es wirklich eine sinnvolle Diskussion, um ein Eimerchen Lithium zu sparen, einhundert Badewannen voll Erdöl zu verbrennen?
Elektromobilität ist sicher nicht perfekt, aber sie ist ein riesiger Schritt für den Umwelt- und Klimaschutz und auch für unsere Gesundheit.
Und erneuerbare Energien können uns dabei nicht nur klimaneutral, sondern auch unabhängig von Erdölimporten machen. Denn das Lithium aus den Batterien lässt sich recyceln. Versucht das doch mal mit verbranntem Erdöl.
