Was hilft gegen hohe Spritpreise? Ein neues Verbrennerauto, könnte man meinen, denn von Januar bis August wurden in Deutschland über 1,4 Millionen Autos mit Verbrennungsmotor neu zugelassen.
Die sind im Schnitt noch 18 Jahre auf der Straße, und irgendwann gehen sie als Gebrauchtfahrzeuge an Menschen mit geringem Einkommen. Und bei der nächsten Spritpreiskrise schreien alle wieder nach einem Tankrabatt.
Dabei sind Elektroautos inzwischen viel billiger unterwegs. Wer zu Hause laden kann, zahlt pro Kilometer weit weniger als die Hälfte wie bei einem Verbrenner. Öffentliche Ladesäulen gibt es genug, und die Reichweite von neuen E-Autos ist inzwischen völlig ausreichend.
Der Hitzesommer hat doch gezeigt: Wir müssen dringend viel mehr gegen die Klimakrise tun. Und genau das machen E-Autos. Sie sind erheblich klimafreundlicher unterwegs und reduzieren zudem noch die Lärmbelästigung.
Und wir sparen auch noch die Milliarden für Ölimporte, mit denen wir zunehmend abhängig und erpressbar werden. Mit dem Geld machen wir besser unsere Stromversorgung zukunftsfähig und den Strom billig. Es gibt also keinen vernünftigen Grund mehr für neue Verbrennerfahrzeuge.
In Dänemark und Norwegen hat man das verstanden. Dort werden fast nur noch E-Autos neu zugelassen. Aber Deutschland scheint auf hohe Spritpreise und Abhängigkeit zu stehen.
Lieber Herr Söder, liebe CDU, hören Sie auf, am Aus für neue Verbrennerautos im Jahr 2035 zu sägen. Wir brauchen ein Verbrenner-Aus, und zwar jetzt. Wer das anders sieht, sollte zumindest nicht auch noch ständig Tankrabatte fordern.
Volker Quaschning
ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Lehr- und Sachbücher zur Energiewende gelten als Standardwerke.
