Mit seinem neuen Fünfjahresplan verfolgt China weiter eine energiepolitische Doppelstrategie. Ein kontrollierter Trab vorwärts – der für das Weltklima in die schnellere Gangart wechseln müsste.
Ein Thinktank warnt die EU vor der Nutzung von CO2-Zertifikaten statt CO2-Einsparung zu Hause. Für Klimaschutz-Projekte im Ausland zu bezahlen, statt in die eigene Wirtschaft zu investieren, könne am Ende auch teuer werden.
Die Chemieindustrie leidet unter hohen Preisen für fossiles Erdgas. Zwecks Entlastung kündigt das Bundesumweltministerium nun eine höhere Strompreiskompensation an und macht der EU-Kommission Vorschläge für einen entschärften Emissionshandel.
Atomkraft mit "Klumpenrisiko historischen Ausmaßes"
Frankreich hat seine Energieplanung bis 2035 vorgelegt. Das Land setzt weiter auf Kernkraft und will die Laufzeiten seiner Reaktoren auf bis zu 60 Jahre verlängern. Erneuerbare Energien sollen weniger ausgebaut werden als zuvor geplant.
Etwa 60 Prozent der Flüssiggaseinfuhren Europas kamen 2025 aus den USA. Der Berliner Energieexperte Raffaele Piria fordert, den LNG-Import wirklich zu diversifizieren und die Energiewende schneller voranzutreiben.
Anlässlich der heute beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz warnen Thinktanks, NGOs und Grüne davor, in Europa weiter auf fossile Energien zu setzen. Unabhängigkeit gebe es nur mit Elektrifizierung und erneuerbaren Energien.
Deutschlands Weg zur Klimaneutralität im Jahr 2045 wird holpriger, doch er ist nicht aussichtslos, zeigt eine Untersuchung der Universität Hamburg. Nötig seien jetzt neue gesellschaftliche Bündnisse.
Die Gasspeicher sind deutlich weniger gefüllt als im vergangenen Jahr. Die Debatte geht aber am Grundproblem vorbei: Wie kommt Deutschland endlich vom Erdgas weg, statt nur eine Abhängigkeit gegen eine andere zu tauschen?
Eine großflächige Wiedervernässung landwirtschaftlich genutzter Moore fordert die Denkfabrik Agora Agrar in einer jetzt veröffentlichten Studie. Zugleich hält sie es für möglich, dass Deutschland künftig weitgehend zum Selbstversorger mit Biomasse wird und deren Import stark reduziert.
Das unbekannte Supertreibhausgas aus Baden-Württemberg
Eine Fabrik des Chemiekonzerns Solvay in Bad Wimpfen bei Heilbronn stößt gigantische Mengen des Treibhausgases SF6 aus, das 25.000-mal so stark wie CO2 wirkt. Die Behörden in Stuttgart sehen keine Handhabe, um wirksam einzuschreiten.
Die CO2-Bilanz für das Jahr 2025 sieht ganz passabel aus. Die Zahlen für die einzelnen Sektoren zeigen aber, dass "Klimapolitik" so nicht länger funktioniert. Das kann auch etwas in Bewegung bringen.
In der Substanz ist der Klimaschutz in Deutschland – die Energiewirtschaft ausgenommen – in den letzten Jahren nicht vorangekommen. Das legt die vom Thinktank Agora Energiewende heute vorgelegte vorläufige Klimabilanz für 2025 offen.
2030 soll die Bundesverwaltung klimaneutral sein, schreibt das Klimaschutzgesetz vor. Das Verkehrsministerium interessiert das wenig und es schiebt die Vorgabe ins Jahr 2045, legt ein Bericht des Bundesrechnungshofs offen.
Heizung statt Dämmung: Studie stellt Sanierungsziel infrage
Die Gebäude in Deutschland hinken beim Klimaschutz hinterher. Bisher lautete das Motto für Klimaneutralität: Energetisch sanieren und Heizung tauschen. Doch hohe Sanierungsquoten werden überschätzt, zeigt eine Untersuchung.
Rechtliche Pflichten aus dem Klimaschutzgesetz und dem Kohle-Ausstiegsgesetz werden von den Bundesregierungen teilweise seit Jahren nicht erfüllt. Sieben dieser Vorgaben listet der Klima-Expertenrat jetzt erneut in einer Stellungnahme auf, fünf davon sind nach wie vor überfällig.
Ein Biokraftstoff-Boom ist kein Weg, um das Verbrenner-Aus der EU aufzuweichen, warnt der europäische Dachverband Transport and Environment. Die benötigten Mengen nachhaltig zu produzieren, sei unmöglich.
Klimaschutz geht für Mojib Latif auch ohne große Konferenzen – aber nur durch Energiewende, nicht durch CO2-Entnahme. Nach 30 weitgehend erfolglosen UN‑Gipfeln fordert der Klimaforscher neue Formate.
Nach zehn Jahren des Aushandelns des Pariser Klimaabkommens fehlt weiter der politische Wille, den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas verbindlich zu organisieren. Die globale Klimapolitik steckt fest zwischen wissenschaftlicher Dringlichkeit und geopolitischer Wirklichkeit.
TAFF: Das ewige Armdrücken um den fossilen Ausstieg
Auf dem diesjährigen Weltklimagipfel geht es erstmals offiziell um "Transition Away from Fossil Fuels" (TAFF), einen Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Doch einige Länder leisten erbitterten Widerstand.