klima update° – Folge 297

Deutscher Plan für Fossilen-Ausstieg, Extremwetter­kongress im Hamburg, AfD-Wähler:innen und E-Autos

Der Fahrplan der Bundesregierung zum Ausstieg aus fossilen Energien widerspricht ihrer aktuellen Politik. Laut Weltrisikobericht sind Stürme die teuersten und zweittödlichsten Extremwetterereignisse. Elektroautos und Solaranlagen sind in AfD-Hochburgen weniger verbreitet.

von Katharina Schipkowski, Susanne Schwarz

Extremwetter-Anpassung

"Wir müssen dranbleiben"

Zeitraffer-Aufnahme eines leeren Fußballplatzes bei hereinbrechender Nacht: Es entsteht eine unwirklich anmutende Stimmung.

Klimaschutz, Klimaanpassung und Energiewende müssen konsequent umgesetzt werden, fordert der Extremwetterkongress in Hamburg. Was der Schirmherr aus der Politik ankündigt, hört sich nicht unbedingt nach Durchstarten an.

von Verena Kern

Wetter und Klima

"In 30 Jahren könnte dieser Sommer normal sein"

Eine gelbe Boje, die sonst im Wasser des Rheins schwimmt, liegt auf trockenem Land. Im Hintergrund die Stadt Düsseldorf mit dem Rheinturm und der Rheinkniebrücke.

Ohne den Klimawandel hätten die Höchsttemperaturen Ende Juni etwa drei Grad niedriger gelegen, erklärt DWD-Klimavorstand Tobias Fuchs. Im Interview spricht er über die vier Hitzewellen dieses Jahres, die zunehmende Trockenheit und die Frage, ob ein Umzug nach Schweden hilft.

Interview: Joachim Wille

WMO-Vorhersage

El Niño so stark wie nie

Ein großes Tor im tibetischen Baustil, daneben einige weglaufende Menschen, von einer Seite stürzt eine riesige Schlammwelle herein.

Hitzewellen in Europa, Fluten in Nepal: Solche Wetterextreme haben auch mit dem aktuellen El Niño zu tun. Jetzt prognostiziert die Weltwetterorganisation, dass das Phänomen mit fast 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit bis Februar 2027 anhalten wird.

von Tine Heni

Extremwetterschäden

Was kostet der Klimawandel?

Überflutete und zerstörte Häuser und zerstörte Bahnstrecke in Altenahr-Altenburg direkt an der Ahr.

Die steigenden globalen Temperaturen beeinträchtigen Ernten, Lieferketten und Arbeitsproduktivität. Doch wie teuer ist die Erderwärmung für unsere Wirtschaft tatsächlich?

von Tine Heni

Globales Wetterphänomen

El Niño ist da und die Welt reagiert

Eine Stadtlandschaft steht teilweise unter Wasser.

El Niño hat offiziell begonnen. Das Wetterphänomen beeinflusst Niederschläge und Temperaturen rund um den Globus und könnte in den kommenden Monaten Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfälle verschärfen. Besonders groß ist die Sorge derzeit in den Pazifikstaaten.

von David Zauner

Buchrezension

Chronologie des Klimawandels

Über eine Eislandschaft laufen einige gut gekleidete Leute, ein Junge gleitet auf einem flachen Schlitten mit Schiebestock, auf einem zweispännigen Pferdefuhrwerk sitzen hinter dem Kutscher einige Menschen.

Der Geograf Rüdiger Glaser schildert in seinem Buch "Klimadämmerung" die Veränderungen des Klimas in Deutschland von der Kleinen Eiszeit bis in die neue Warmzeit. Er beschreibt auch, wie sich die Lebensbedingungen der Menschen wandeln – und wie sie darauf reagieren.

von Benjamin von Brackel

Zahlen von Versicherungen

Durchschlagende Eisbälle

Drei große Dellen durch Hagel an einer neuen Solaranlage auf einem Hausdach.

Hagel verursacht insgesamt mehr Schäden als anderes Extremwetter. Einige Regionen in Süddeutschland trifft es besonders häufig. Die Erforschung des kurzlebigen Phänomens ist nicht einfach, der Klimawandel spielt eine Rolle.

von Björn Hartmann

Pakistan

Leben am Rand der menschlichen Nische

Bei Sonnenuntergang steht ein Bauer auf seinem Feld zwischen zwei Bäumen, die aber kaum Schatten werfen.

Nach der Flut kommt die Hitze und nach der Hitze wieder das Wasser. Aus immer dichter aufeinanderfolgenden Extremen wird eine neue Normalität in Pakistan – eine Normalität, in der der Mensch zunehmend keinen Platz mehr hat. Ein Vor-Ort-Bericht.

von David Zauner

Pakistan

Wenn die Flut politisch wird

Einige Dutzend Menschen demonstrieren mit Schildern und Transparenten auf Urdu und Englisch in einer Straße von Karatschi.

Das Hochwasser 2022 hat in Pakistan ganze Regionen verwüstet. Eine aus dem Ausnahmezustand geborene Bewegung traf sich jetzt in Karatschi. Mit einer Klage will sie einen Präzedenzfall schaffen – und auch in Deutschland eine Debatte über die Ursachen einer ungerechten Krise anstoßen. Ein Vor-Ort-Bericht.

von David Zauner

klima update° – Folge 273

Reiches Energiepolitik, finanzielle Vorsorge gegen Elementarschäden, Hitze-Dürre-Extreme nehmen zu

Eine in Wellenbewegungen ansteigende Temperaturkurve und der Schriftzug: Klima-Update – unser Podcast.

Die Wirtschaftsministerin will den Ausbau der Erneuerbaren nicht beschleunigen. Bei der Versicherung von Wohngebäuden gegen Extremwetter soll sich Deutschland an Frankreich orientieren. Ein Drittel der Weltbevölkerung wird künftig extremer Hitze und Dürre ausgesetzt sein. 

von Verena Kern, Jonas Waack

Zuordnungsstudien

"Die Attributions­forschung hat die Konversation in den Medien verändert"

Ein Schlauchboot mit Rettungskräften in Schwimmwesten fährt durch eine überschwemmte Siedlung.

Der Einfluss des Klimawandels auf Extremwetter wie Starkregen und Hitzewellen wächst. Klimaphysikerin Friederike Otto erläutert, wie dieser Anteil in den letzten Jahren zugenommen hat und wie man ihn einzelnen Unternehmen und Staaten zuordnen kann.

Interview: Tine Heni

Extremwetterschäden

Unversicherte Klimarisiken für Häuser

Schöne Einfamilienhäuser am Seeufer, deren beleuchtete Fenster sich in der Abenddämmerung im ruhigen Wasser spiegeln.

Trotz Milliardenschäden und steigenden Klimarisiken gibt es in Deutschland noch immer keine Pflicht, Gebäude gegen Elementarschäden zu versichern. Die Organisation Urgewald hat die Modelle dafür analysiert – und fordert, die fossilen Verursacher finanziell zu beteiligen.

von Jörg Staude

Studie in "Nature"

Extremrisiken schon bei zwei Grad Plus

Ein THW-Räumfahrzeug schiebt Hochwasser-Müll in einer Stadt zusammen.

Auch bei einer moderaten Erderwärmung um "nur" noch ein weiteres halbes Grad können Dürren, Extremregen und Waldbrände gefährlich zunehmen. Lediglich die wahrscheinlichsten Klimaszenarien zu beachten, ist laut einer neuen internationalen Studie zu riskant.

von Joachim Wille

Extremwetter in Europa

Jahrhundertregen in Spanien, Portugal und Marokko: Neun Stürme in Serie

Bis zum Horizont überflutete Felder, nur einige Baumreihen ragen aus dem Wasser.

Seit Jahresbeginn fegen schwere Stürme mit Starkregen über Spanien, Portugal und Marokko – mit Todesopfern, Hunderttausenden Evakuierten und Schäden in Milliardenhöhe. Der menschengemachte Klimawandel hat die Extremniederschläge deutlich verstärkt.

von Tine Heni

Attributionsstudie

Extreme Hitze in Australien: Das neue Normal?

Schild mit einem kleinen Solarmodul und einer Anzeige des Brandrisikos von Grün über Gelb und Orange bis Rot, dahinter australischer Busch.

In Australien werden neue Temperaturrekorde gemessen, und verheerende Buschbrände fegen durch den Südosten des Landes. Zur Hitzewelle kam am Wochenende eine historische Flutkatastrophe. Werden Naturkatastrophen in Down Under bald zum Normalzustand?

von Tine Heni

Windkraft-Prognosetool

"Der Klimawandel ist relevant für die Windenergie-Erzeugung"

Windrad-Turm auf einem Feld, von schräg oben aus einem Kleinflugzeug aufgenommen.

Ein starker Rückgang der Windenergie durch den Klimawandel ist nicht zu erkennen, sagt Dominik Adler von Geo‑Net Umweltconsulting. Das Unternehmen entwickelte eine Anwendung für Windanlagen, die klimabedingte Auswirkungen auf die verfügbare Windenergie einschätzt.

Interview: Jörg Staude

Forschungsbericht

Wasser im Klimastress: Globales Schleudertrauma

Ein Pärchen auf einem Moped fährt durch überflutete Straßen.

Überschwemmungen und Dürren nehmen weltweit zu, zeigt der soeben erschienene "Global Water Monitor". Zu viel oder zu wenig Wasser wird inzwischen auch in Regionen der Erde zur Gefahr, die früher als relativ sicher galten.

von Joachim Wille

Der gute Wille

Es ist kalt

Verschneite Wiese mit Bäumen, auch auf dem Weg liegt Schnee. Weiter hinten ist ein Tal erkennbar. Am Himmel sind weiße und hellgraue Wolken, oben ist er blau.

Deutschland erlebt einen Kälteeinbruch mit viel Schnee und Glätte. Trotzdem wird der Winter nicht wieder so, wie er mal war.

eine Kolumne von Joachim Wille

klima update° – Folge 260

Trump verlässt Klimarahmenkonvention, deutscher Klimaschutz verliert Tempo, Klimarisiken in den Kommunen

Eine in Wellenbewegungen ansteigende Temperaturkurve und der Schriftzug: Klima-Update – unser Podcast.

Die USA steigen aus der UN-Klimakonvention, dem Weltklimarat und über 60 weiteren Organisationen aus. Die deutschen CO2-Emissionen sinken nur noch wenig. Die Erderhitzung gefährdet besonders den Nordwesten Deutschlands.

von Verena Kern, Jonas Waack