Antrag indigener Völker

Kommt Bolsonaro wegen Ökozid vor Gericht?

Aufnahme des brasilianischen Regenwalds von der ISS.

Die Brandrodungen im Amazonas-Regenwald nahmen unter Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro zu. Aber ist das ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Das wird Bolsonaro jetzt vorgeworfen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag könnte eine Untersuchung einleiten.

von Christian Mihatsch

Internationales Umweltstrafrecht

Ökozid darf nicht länger straflos bleiben

Satellitenaufnahme der großräumigen Ölverseuchung im Golf von Mexiko durch BP im Jahr 2010.

Die menschliche Zivilisation braucht intakte Ökosysteme. Millionen Menschen im globalen Süden leiden schon heute unter der Umweltzerstörung – im globalen Norden wird weiter abgewartet. Das muss ein Ende haben. Der Straftatbestand des Ökozid bietet eine große Chance.

ein Gastbeitrag von Tino Pfaff

Studie zu Arten- und Klimaschutz

Mehr Schutzraum für die Welt

Baumfarn im peruanischen Bergwald

Ein Forschungsteam empfiehlt, die Hälfte der globalen Landmasse unter Naturschutz zu stellen. Menschenrechtsorganisationen haben Einwände. Sie warnen vor der Vertreibung von Millionen Menschen.

von Susanne Schwarz

"Heimischer Energieträger"

Indien setzt auf Kohle

Ein riesiges Kohlekraftwerk ragt aus dem Dunst, davor ein Wäldchen.

Indien hat gigantische Kohleprojekte in sein Corona-Krisenpaket aufgenommen. Betroffen sind viele wertvolle Waldflächen und die dort lebende indigene Bevölkerung. Zwar sind Solarparks inzwischen billiger, doch die Kohlebranche ist mit der politischen Führung verbandelt.

von Joachim Wille

Brasilien

Bolsonaro übergibt Regenwaldschutz an Agrar-Lobbyistin

Direkt nach seinem Amtsantritt macht Brasiliens neuer Präsdient Jair Bolsonaro ernst. Die Verantwortung für die indigenen Schutzgebiete im Regenwald liegt nun beim Landwirtschaftsministerium, das auf wirtschaftliche Nutzung drängt. Damit gefährdet der Staatschef auch das Klima.

von Svea Busse

"Objekte der Natur" als Rechtspersonen

Welche Rechte hat ein Fluss, Wald oder Berg?

Aufnahme des Whanganui River, der vom neuseeländischen Parlament zur juristischen Person erklärt wurde.

Aus juristischer Sicht ist der Energiekonzern RWE eine Person mit bestimmten Rechten, aber das Klima oder der Rhein sind es nicht. Doch nun gibt es Bemühungen, auch Rechte der Natur zu kodifizieren und der Natur die Möglichkeit zu geben, in eigenem Namen auf deren Einhaltung zu klagen.

von Christian Mihatsch (Chiang Mai)

Ausstellung

Eis schmelzen in den Herzen der Menschen

Blick auf Eismassen vor Bergmassiv in Grönland

Im Willy-Brandt-Haus Berlin ist die Ausstellung "Stella Polaris – Ulloriarsuaq" zu sehen. Die Exposition zeigt in atemberaubenden Fotografien aus Grönland die Schönheit und Fremdheit einer verschwindenden Welt.

von Daniela Schmidtke

Bonn-Frühjahrskonferenz

"Manche Klimaschutzmaßnahmen sind negativ"

Hier ist das Innere des Bonner Kongresszentrums zu sehen

Seit der Klimakonferenz in Paris 2015 wird über die Bildung einer Indigenen Plattform verhandelt, um die Partizipationsrechte von Ureinwohnern zu stärken. Bei der Frühjahrskonferenz in Bonn sollte nun eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Johnson Cerda, Anwalt und Kichwa aus Ecuador, über die Schwierigkeiten, mit denen das Vorhaben zu kämpfen hat.

Interview: Kathrin Henneberger

COP 23 Bonn

Das sind die wichtigsten Bonn-Ergebnisse

Blick auf führende Vertreter des Bonner Klimagipfels, darunter Umweltministerin Hendricks

Der 23. UN-Klimagipfel wird nicht als großer Durchbruch in die Geschichte eingehen. Aber die Beschlüsse legen ein Fundament für die "Gebrauchsanleitung" zum Paris-Abkommen. Die soll schon auf der nächsten Klimakonferenz in einem Jahr in Katowice verabschiedet werden. Wir fassen die wichtigsten Ergebnisse von Bonn zusammen.

von Susanne Götze, Susanne Schwarz, Jörg Staude, Christian Mihatsch

Analyse des World Resources Institute

Geheimwaffe gegen die Erderwärmung

Einige Frauen und ein Mann sitzen und stehen im Regenwald im Süden von Kamerun.

Waldrechte für lokale Gemeinschaften bringen viel mehr für den Klimaschutz als staatliche oder private Kontrollsysteme. Das zeigt die bisher umfassendste Studie über lokale Waldbesitzrechte, die internationale Forscher in dieser Woche vorgelegt haben. Jetzt müssen nur noch die Politiker überzeugt werden.

von Carey L. Biron (IPS)