Erdüberlastungstag reloaded

Leben von der Substanz

Ein Mann steht vor einem riesigen Steinkohletagebau.

Am heutigen 30. Juli hat die Menschheit rechnerisch die natürlichen Ressourcen verbraucht, die sich binnen eines Jahres erneuern können. Doch verändert das Wissen auch Politik und Verhalten?

von Joachim Wille

IGH-Gutachten

Klima-Recht und Klima-Diplomatie können sich sinnvoll ergänzen

Eine Frau und einige Männer aus Pazifikstaaten in formeller Kleidung sitzen nebeneinander an einer Zuschauerbank im Internationalen Gerichtshof und schauen aufmerksam nach vorn.

Vor genau einem Jahr stellte der Internationale Gerichtshof in Den Haag in einem Rechtsgutachten fest: Staaten sind völkerrechtlich verpflichtet, das Klima zu schützen und erhebliche Schäden zu verhindern. Der Klimaspruch kann ein Instrument der internationalen Klimadiplomatie sein, diese aber nicht ersetzen.

ein Gastbeitrag von Steffen Bauer, Reuben Makomere, Kennedy Mbeva

Klimagerechtigkeit

Wenn zur Queerfeindlichkeit die Klimaerhitzung kommt

Kaputte fenster und eine braune, heruntergekommende Fassade auf der linken Seite des Bildes, grenzen direkt an einer modern aussehenden Gebäudehälfte.

Während in den USA Hitzewellen häufiger werden, leben viele LGBTQ-Personen in Wohnungen mit häufig gesundheitlich riskanten Temperaturen. Eine neue Studie macht diese bislang wenig erforschte Ungleichheit sichtbar.

von David Zauner

Klima-Zwischenkonferenz

Klimafinanzierung ist keine "Hilfszahlung"

Ein Dutzend Menschen steht mit Schildern in einer Reihe am Rand eines Konferenzsaales, auf einem Transparent steht auf Englisch: Lasst die reichen Emittenten zahlen.

Auf der Bonner Vorbereitungskonferenz zum Klimagipfel COP 31 ging es zwei Wochen lang um die Frage, wer wie viel finanzielle Mittel für Klimagerechtigkeit bereitstellt. Der Streit könnte auf dem Gipfel in der Türkei weiter eskalieren.

ein Gastbeitrag von Kathrin Henneberger

Klima-Vorbereitungskonferenz

Die Glaubwürdigkeit von Klimapolitik hängt auch am Visum

Afrikanische Delegierte der Bonner Klimakonferenz im informellen Gespräch, daneben ist eine Tür mit der Aufschrift Notausgang.

Auch bei den Bonner Klimaverhandlungen werden Jahr für Jahr Delegierte aus dem globalen Süden durch Visahürden ausgebremst. Das untergräbt Deutschlands Anspruch auf inklusiven Multilateralismus.

ein Gastbeitrag von Niklas Wagner

CO₂-Budget und Investitionen

Die Klimaschuld der Superreichen

Luftaufnahme: Yachthafen von Monaco in der Draufsicht mit einigen großen Yachten und einer Megayacht.

Eine neue Untersuchung beziffert den Beitrag der reichsten 0,01 Prozent zur Erderwärmung auf fast eine Billion US-Dollar pro Jahr. Dabei geht es weniger um persönlichen Konsum als um Investitionsentscheidungen.

von Joachim Wille

Global Justice Report

Gerechtigkeit als Klimaplan

Stadtansicht von Mumbai mit einem sehr armen Viertel im Vordergrund und einem sehr reichen Viertel im Hintergrund.

Weniger Ungleichheit, weniger fossile Energie, weniger Überkonsum – und trotzdem mehr Wohlstand für die meisten Menschen. Ein Team um den Ökonomen Thomas Piketty legt eine Vision für das Überleben des Planeten vor.

von Joachim Wille

Medien und Klima

Künstliche Intelligenz schürft mit Raubbau-Methoden

Große Teiche mit Salzwasser in der Wüste von Nevada, einige sind türkisfarben, die meisten in verschieden hellem Grau, einige in Türkis.

Was haben Medien mit Extraktivismus zu tun? Welche ökologischen und sozialen Verwerfungen verursacht dieser? Was lässt sich gegen die Ausbeutung ganzer Regionen für die Produktion von Medientechnologien tun? Das waren Themen der dritten "Spring School Media Climate Justice" in Bochum.

ein Gastbeitrag von Julia Bee, Gerko Egert

Pakistan

Wenn die Flut politisch wird

Einige Dutzend Menschen demonstrieren mit Schildern und Transparenten auf Urdu und Englisch in einer Straße von Karatschi.

Das Hochwasser 2022 hat in Pakistan ganze Regionen verwüstet. Eine aus dem Ausnahmezustand geborene Bewegung traf sich jetzt in Karatschi. Mit einer Klage will sie einen Präzedenzfall schaffen – und auch in Deutschland eine Debatte über die Ursachen einer ungerechten Krise anstoßen. Ein Vor-Ort-Bericht.

von David Zauner

Klimagerechtigkeit

Klimafinanzierung ist keine Wohltätigkeit

In der Glasfassade des großen Nebengebäudes am Weltbank-Hauptsitz spiegelt sich das gegenüberliegende Gebäude, im Vordergrund stehen einige Straßenbäume.

Mehr Geld, weniger Kredite und ein Ende des Ressourcenabflusses aus dem globalen Süden: Menschenrechts-Aktivist:innen fordern ein radikales Umdenken bei der Klimafinanzierung. Ein Blick auf Zahlen und historische Verantwortung.

von David Zauner

Handbuch Umweltkosten

Klimaschutz zu teuer? Neue Zahlen zeigen das Gegenteil

Eine Landstraße im Ahrtal nach der Hochwasser-Katastrophe 2021. An den Straßenrändern liegen Berge zerstörter Einrichtungsgegenstände.

Das Umweltbundesamt legt neue Berechnungen zu den Klimaschadenskosten vor. Die CO2-Emissionen eines Jahres erzeugen danach Wohlfahrtsverluste von über 640 Milliarden Euro pro Jahr.

von Joachim Wille

Soziale Bewegungen

"Man merkt einfach, dass das System kaputt ist"

Lebhafte Demo-Szene mit tanzenden Menschen, vielen Schildern, einer Vuvuzela.

Kate Cahoon von der Klimaschutz-Organisation 350.org über den Zusammenhang von Klimawandel und Superreichtum, strategische Fehler der Klimabewegung und neue Allianzen. 

Interview: Tine Heni

Der gute Wille

Die Lücke, die uns einholt

Die Pressechefin des UN-Umweltprogramms in Nairobi erläutert den neuen Bericht zur Klimaanpassung, hinter ihr die Titelabbildung des Berichts mit einer Skala ähnlich einer Füllstandsanzeige, die auf wenig über null steht.

Das Geld für die globale Klimaanpassung reicht hinten und vorne nicht, zeigt der neue "Adaptation Gap Report" der UN. Das wird sich rächen, auch für die Wohlstandsnationen.

eine Kolumne von Joachim Wille

Anpassungsindex 2025

Milliarden Menschen gehen bei Klimaanpassung leer aus

Türkisfarbenes Meer, Küste mit Palmen und Häusern.

Über 90 Prozent der Menschen in besonders vom Klimawandel betroffenen Ländern erhalten keine gerechte Finanzierung für Klimaanpassung. Grundlegende Änderungen erwartet das Hilfswerk Brot für die Welt vom Weltklimagipfel in Brasilien, der zum "Anpassungs-Gipfel" werden soll.

von Jörg Staude

Klimapolitik

"Wir müssen die Ärmsten ins Zentrum der Politik stellen"

Einige bangladeschische Frauen stehen vor einem weißen Zyklon-Hochbunker.

Klimaforscherin Friederike Otto über fossile Narrative, ihre aktuelle Lieblingsutopie und die Frage, warum Klimaschutz ohne soziale Gerechtigkeit undenkbar ist. Teil 2 des Interviews.

von Tine Heni

"Flotilla 4 Change" zur COP 30

Wenn das Meer leuchtet und die Erde brennt

Ein Segelschiff fährt auf dem Meer und liegt schräg, von Deck wurden ein Segel und etwas Takelage aufgenommen.

Auf dem Weg über den Atlantik zum Klimagipfel COP 30 in Brasilien folgen uns als Teil der "Flotilla 4 Change" Delfine, glitzern Dinoflagellaten – und gleichzeitig baut Total Energies in Uganda eine neue Ölpipeline, als wäre die Welt nicht schon im fossilen Orkan am Kentern.

ein Gastbeitrag von Kathrin Henneberger

"Flotilla 4 Change" zur COP 30

Segel setzen gegen das fossile Rollback

Ein Segelschiff fährt auf dem Meer, auf Deck ist von hinten eine Person mit Mütze zu sehen.

Auf dem Weltklimagipfel COP 30 in Brasilien wird die fossile Industrie die Eskalation suchen – und auf die weltweite Bewegung für Klimagerechtigkeit treffen. Erste Aktivist:innen haben sich mit Segelbooten von Europa aus in der "Flotilla 4 Change" auf den Weg über den Atlantik gemacht.

ein Gastbeitrag von Kathrin Henneberger

Graßls Woche

Angepasste Klimaschuldner, Ausfall der Waldsenke und leichte Entwarnung bei Methan

Kalenderwoche 35: Die Länder, die im Klimawandel noch günstige Bedingungen bieten, erreichten dies durch exzessive fossile Nutzung und somit massive Ungerechtigkeiten gegenüber anderen Weltregionen, erklärt Hartmut Graßl, Physiker und Meteorologe und Mitglied des Herausgeberrats von Klimareporter°. Ihre globale Klimaschuld diskutieren die angepassten Länder aber kaum.

Wirbelsturm-Folgen

Katrina: Klimakrise trifft Systemversagen

Luftaufnahme eines überfluteten Stadtteils mit Einfamilienhäusern in New Orleans.

Vor 20 Jahren verwüstete der Hurrikan "Katrina" weite Teile der US-Golfküste. Die Klimakrise, politische Versäumnisse und soziale Ungerechtigkeit machten das Ausmaß der Zerstörung möglich. Trotzdem sägt die US-Regierung heute wieder am Katastrophenschutz.

von David Zauner

Klimagerechtigkeit

Der globale Süden wehrt sich

Auf einer Demonstration in Kenia werden rote Schilder hochgehalten, auf denen in einer lokalen Sprache und auf Englisch steht: Kohle vergiftet unsere Luft. Oder: Wir sind nicht blöd – Kohle ist nicht cool.

Ein Großteil der Gewinne aus Kohleprojekten im globalen Süden fließt in den globalen Norden – auf den ökologischen und sozialen Folgen bleiben die Entwicklungsländer sitzen. Doch immer mehr Menschen vor Ort setzen sich zur Wehr.

ein Gastbeitrag von Dianah Mugalizi