Bilanz des Umweltbundesamtes

CO₂-Handel wird weiter entschärft

Verschiedene große Anlagen in einem Chemiepark bei Köln, aus der Entfernung über ein Feld aufgenommen.

Einst das Vorzeigestück des europäischen Klimaschutzes, gerät der Emissionshandel mehr und mehr unter politischen Druck. Das Umweltbundesamt hält ihn weiter für eine zentrale klimapolitische Lösung, wie es anlässlich der Emissionsbilanz für 2025 betont.

von Jörg Staude

Welternährung

Der Düngemittel-Schock

Große chemische Industrieanlage bei Nacht.

Der Iran-Krieg bedroht auch die internationale Lebensmittelsicherheit. Denn ohne synthetischen Stickstoffdünger kommt die industrielle Landwirtschaft nicht aus – und der wird aus Erdgas hergestellt und weltweit gehandelt.

von Joachim Wille

Wasserstoff-Kernnetz

Der "Champagner der Energiewende" prickelt nicht mehr

Einige Beschäftigte von Gascade stehen vor einem aufgeständerten schwarzen Rohrstück von der Größe eines Lkw, auf dem geschrieben steht: 400 Kilometer Wasserstoff-Pipeline 2025.

Der Schwenk der schwarz-roten Koalition zurück zum fossilen Erdgas bremst den ohnehin stockenden Hochlauf des Wasserstoffs noch weiter. Sogar der Bau des Wasserstoff-Kernnetzes verzögert sich.

von Jörg Staude

Energieintensive Industrie

Für die Chemie soll der Klimaschutz stimmen

Große Raffinerieanlage bei Nacht, auf hohen stählernen Schornsteinen brennen einige Gasfackeln.

Die Chemieindustrie leidet unter hohen Preisen für fossiles Erdgas. Zwecks Entlastung kündigt das Bundes­umwelt­ministerium nun eine höhere Strompreis­kompensation an und macht der EU-Kommission Vorschläge für einen entschärften Emissionshandel.

von Jörg Staude

Effizienzvorschriften

Wirtschaftsministerium will vom Energiesparen abrücken

Plattenwärmetauscher in einem Industriebetrieb – daneben sind viele silberfarbene Rohre und eine mittelgroße blaue Pumpe zu sehen.

Ein Gesetzentwurf aus dem Haus von Bundeswirtschaftsministerin Reiche will Vorgaben in der Effizienzpolitik wieder zurückfahren. Verbindliche Effizienzziele sollen gestrichen werden. Das gefährde die wirtschaftliche Zukunft der deutschen Industrie, warnen dagegen Fachleute.

von Sandra Kirchner

Industriepolitik

Grünes Aluminium für bessere E‑Autos

Luftaufnahme eines Werksgeländes mit Produktionsanlagen, Hallen, Schüttgut-Lagerflächen, Bunker, Förderstrecken und einem Hafen an der Elbe.

Die Umweltbilanz von Europas Elektroautos könnte laut einer Analyse deutlich positiver ausfallen, wenn klimafreundlich hergestelltes Aluminium zum Einsatz käme. Das würde eine industriepolitische Weichenstellung erfordern.

von Joachim Wille

BDI-Klimakongress

Industrie sieht Klimaschutz nur noch als Ballast

Der Chemiepark von BASF in Ludwigshafen bei Nacht, vom Rhein aus gesehen.

Paradigmenwechsel bei der deutschen Industrie: Früher legte ihr Spitzenverband BDI durchgerechnete Studien zur klimaneutralen Transformation vor – heute stellt die Industrie das Ziel Klimaneutralität selbst infrage, wie der BDI-Klimakongress zeigte.

von Jörg Staude

Dekarbonisierung der Industrie

Zementindustrie sucht den Weg aus der CO₂‑Falle

Zementwerk neben einer Bahnstrecke, Gebäude und Anlagen sind aus grauem Beton.

Der Schweizer Baustoffkonzern Holcim baut in Schleswig-Holstein ein "klimaneutrales" Zementwerk mit CO2-Abscheidung. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen mit einer gerichtlichen Klage wegen seiner historischen Klimaemissionen konfrontiert.

von Joachim Wille

Dekarbonisierung der Industrie

Grüner Stahl ist möglich

Walzwerk mit rotglühendem Stahlblock.

Die Salzgitter AG hält an der Umstellung auf klimaneutrale Stahlproduktion fest. Branchenkonkurrent Arcelor Mittal hat diesen Prozess gerade abgebrochen. Was läuft anders in Salzgitter?

von Hannes Koch

ISE-Studie

Industrielle Prozesswärme direkt von der Sonne

Noor 1

Eine Fraunhofer-Untersuchung zeigt, dass sich Solarwärme auch in der Industrie nutzen lässt. Selbst für Mitteltemperatur-Prozesse wie in Chemiewerken kann die Solarthermie eine wirtschaftliche Alternative sein.

von Joachim Wille

Dekarbonisierung im Bausektor

Beton ohne Zement

Ein Rohr aus zementfreiem Beton liegt in einem Metall-Verbau und dieses in einem Graben.

Beton ist ein veritabler Klimakiller. Doch nun soll es eine Alternative geben, die bis zu 70 Prozent CO2 einspart. Bis zum Massenmarkt ist es aber noch ein weiter Weg, und ein Weiter-so wird auch damit nicht möglich sein.

von Joachim Wille

Gebäude

"Wärmepumpen sind langfristig sehr oft wirtschaftlicher als Gasheizungen"

Im Vorgarten eines Einfamlienhauses steht eine Wärmepumpe.

Niedrige Strompreise bieten auch für Haushalte einen größeren Anreiz zur Elektrifizierung, sagt Johannes Rode von KfW Research. Eine jüngst veröffentlichte Studie der Förderbank hält attraktive Stromtarife für Wärmepumpen für hilfreich beim angestrebten Heizungstausch.

Interview: Jörg Staude

Forschungs-Großprojekt

Klimaneutral wird gar nicht so teuer

Drei moderne Anlagen mit quader- und zylinderförmigen Elementen und einigen Rohren, alles in Silbergrau und Schwarz, in einem großen Kellerraum.

Ein umfangreicher Ariadne-Report zur Energiewende zeigt, wie Klimaneutralität 2045 in Deutschland kosteneffizient erreicht werden kann. Die Chancen auf eine politische Umsetzung stehen aus Sicht der Forscher nicht so schlecht.

von Joachim Wille

Energiesparen

Die neue Groko soll den "schlafenden Riesen" wecken

Chemiepark von Dow Chemical in Stade.

Energiesparen kann der Turbo für den Klimaschutz werden, doch die Investitionen rechnen sich oft erst nach mehreren Jahren. Fachleute fordern mehr strategische Begleitung durch die Politik und eine "Bundeseffizienzagentur".

von Joachim Wille

Energieintensive Industrie

Wie Merz seine Kritik am grünen Stahl härten könnte

Nächtliche Skyline-Ansicht des Thyssen-Krupp-Stahlwerks in Duisburg mit Hochofen im Vordergrund.

Um die Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie wie Eisen, Stahl und Chemie ist eine Debatte entbrannt. Für diese Zweige halten Fachleute ein "Weiter so" in Grün in Deutschland für nicht realistisch.

von Jörg Staude

Abwärmenutzung

Wärme ist nicht länger energetischer Abfall

Aufgestapelte und gesicherte Kupfer-Rundbarren aus der Stranggussanlage von Aurubis in Hamburg.

Eine bundesweite Abwärme-Börse soll das klimafreundliche Heizen voranbringen. Das könnte eine Lösung für Millionen Haushalte sein, aber auch für viele Unternehmen und Stadtwerke.

von Joachim Wille

Industrie und Kommunen

Wie Abwärme zu Fernwärme wird

Die Abwärme von Klärwerken und Industrieunternehmen kann für die Wärmeversorgung von Städten genutzt werden. Mit den ersten Anlagen dafür gibt es schon längere Erfahrungen. Jetzt folgen größere Projekte.

von Stefan Schroeter

Dekarbonisierung

Beim Wasserstoff ist weniger mehr

Wasserstoff-Pipeline mit Ventil und Dehnungsbogen auf der grünen Wiese, im Hintergrund einige Windräder.

Auf Wasserstoff als Heilsbringer der Energiewende zu setzen, kann nicht aufgehen. Wir sollten vom Hype zur Realität zurückkehren. Dazu gehört auch anzuerkennen, dass Wasserstoff dazu genutzt werden kann, das fossile Geschäftsmodell zu verlängern.

ein Gastbeitrag von Sascha Müller-Kraenner

CCS-Gesetz

Unvermeidbares Gesetz für unvermeidbare Emissionen?

Modernes Zementwerk mit hohen weiß-blauen Gebäuden und Anlagen.

In 15 Jahren drohen Branchen wie Zement und Abfall die Emissionsrechte auszugehen. Namens betroffener Unternehmen fordert der neu gegründete Lobbyverband CMA vom Bundestag, noch vor der Neuwahl das weit gediehene CO2-Speicher-Gesetz zu beschließen.

von Jörg Staude

Versorgungssicherheit

Mit neuen Kraftwerken gegen die "Dunkelflaute"?

Die zwei Blöcke des Gas-und-Dampf-Kombikraftwerks von Trianel in Hamm-Uentrop, aufgenommen bei Nacht.

Das Kraftwerkssicherheitsgesetz für den Bau von 12.500 Megawatt Stromerzeugungskapazität wurde doch noch nicht im Bundeskabinett verabschiedet. Unionspolitiker wie Umweltschützer geben der Vorlage des Wirtschaftsministeriums keine Chance im Bundestag.

von Jörg Staude