Wasserstoff-Kernnetz

Der "Champagner der Energiewende" prickelt nicht mehr

Einige Beschäftigte von Gascade stehen vor einem aufgeständerten schwarzen Rohrstück von der Größe eines Lkw, auf dem geschrieben steht: 400 Kilometer Wasserstoff-Pipeline 2025.

Der Schwenk der schwarz-roten Koalition zurück zum fossilen Erdgas bremst den ohnehin stockenden Hochlauf des Wasserstoffs noch weiter. Sogar der Bau des Wasserstoff-Kernnetzes verzögert sich.

von Jörg Staude

Erneuerbare-Energien-Gesetz

"Ministerin Reiche will die Gewinne der fossilen Konzerne sichern"

Die Ortschaft Paschel bei Trier, im Hintergrund Windräder.

Heimische erneuerbare Energien sind die Lösung gerade in Zeiten von Krisen und Kriegen, sagt Hans-Josef Fell. Der Miterfinder des EEG kritisiert die aktuellen Pläne der schwarz-roten Koalition für Solardächer, Netzausbau, Bioenergie und Heizungen.

Interview: Joachim Wille

Akzeptanz

"Partizipation beginnt, wo Menschen tatsächlich mitentscheiden können"

Windräder

Eine große Mehrheit in der Bevölkerung unterstützt die Energiewende. Doch Widerstand formiert sich dort, wo Menschen sich übergangen fühlen. Umweltpsychologin Petra Schweizer-Ries über orchestrierten Protest, mediale Verzerrung und die Macht guter Beteiligung.

Interview: David Zauner

Dählings Woche

Solarer Vollstopp, vorgetäuschte Heiz-Freiheit und eine Koalition, die von RWE abschreibt

Porträtaufnahme von Carolin Dähling.

Kalenderwoche 9: Haus- und Wohnungseigner sollten nicht dem fossilen Irrweg der "Eckpunkte" folgen, sondern dem Markt und der Vernunft, appelliert Carolin Dähling von der Energiegenossenschaft Green Planet Energy, Mitglied im Herausgeberrat von Klimareporter°. Grünes Gas und Grünöl seien keine Lösung, zudem viel zu knapp und teuer.

EEG-Novelle

Einbruch bei Solardächern programmiert?

Ein Einfamilienhaus in Sachsen-Anhalt mit Solardach und Wärmepumpe.

Ein bekannt gewordener Entwurf für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes empört Ökostrom-Branche und Umweltverbände. Aber auch aus der Wissenschaft kommen eindringliche Warnungen.

von Joachim Wille

Klima- und Energiepolitik

"Merz muss Klimaziele durchsetzen"

CDU-Zentrale in Berlin mit einem großen Transparent, darauf ist Friedrich Merz abgebildet und der Spruch: Haus des Politikwechsels. Beide Stimmen CDU!

Vor dem CDU-Parteitag steigt die Spannung in der Energiedebatte. Teile der Mitgliedschaft wollen die Klimaziele abschwächen. Dagegen steht bislang die öffentliche Position von Kanzler Merz.

von Joachim Wille

Resilienz im Stromsystem

Netzinseln bekommen wir erst übermorgen

Ein Starkstrom-Mast ist in mehreren Metern Höhe abgeknickt und liegt auf einem Feld.

Nach dem tagelangen Stromausfall im Januar in Berlin fragt sich auch die Energiebranche, wie das Stromsystem widerstandsfähiger werden kann. Dafür lässt sich die ohnehin kommende Dezentralität nutzen, meint das Akademienprojekt Esys.

von Jörg Staude

Sladeks Woche

Dirigistisch-bürokratisches "Netzpaket", intelligente Strompreiszonen und Local Power im Königreich

Porträtaufnahme von Sebastian Sladek.

Kalenderwoche 7: Das "Netzpaket" von Ministerin Reiche erweitert die Rechte der Netzbetreiber massiv und wälzt Risiken und Kosten auf die Erneuerbaren ab, kritisiert Sebastian Sladek, Vorstand der Elektrizitätswerke Schönau (EWS) und Mitglied im Herausgeberrat von Klimareporter°. Gefragt seien dagegen konkrete Lösungen, gerade für die Windkraft im Süden.

Schwarz-rote Klimapolitik

Bremsmanöver zur Unzeit

Hochspannungs-Leistungsschalter mit Keramik-Isolator in einem Umspannwerk.

Die Merz-Koalition hat Klimaschutz versprochen, aber immer deutlicher zeigt sich: Mit dieser Politik kommt er nicht. Ob Stromwende, Wärmewende oder Verkehrswende – eine Perspektive ist nicht erkennbar.

ein Kommentar von Joachim Wille

Erneuerbares Stromsystem

Alle Macht beim Strom den Netzbetreibern

Ein Windpark, eine Solar-Freiflächenanlage und Stromleitungen auf einem Feld.

Der Entwurf eines "Netzpakets" aus dem Wirtschaftsministerium gibt vor, die Antragsflut bei Netzanschlüssen bewältigen zu wollen. In Wirklichkeit sollen Netzbetreiber über den Erneuerbaren-Ausbau bestimmen und ihre Kosten überwälzen können. 

von Jörg Staude

Kemferts Woche

Alternativlose 65 Prozent, ungerechte Solar-Streichung und die fossile Kanzlerreise

Claudia Kemfert vor verschwommener Bücherwand.

Kalenderwoche 6: Die Reise von Kanzler Merz in die Golfregion zeigt, wie sehr energiepolitisch weiter in fossilen Kategorien gedacht wird, kritisiert Claudia Kemfert, Energieökonomin und Mitglied im Herausgeberrat von Klimareporter°. Statt die Gas-Abhängigkeit konsequent zu verringern, werden neue langfristige Partnerschaften mit klassischen fossilen Exportländern sondiert.

Quaschnings Videokolumne

Keine Angst vorm Stromausfall

Cornelia und Volker Quaschning nehmen mit dem Mikrofon eine Podcast-Folge auf.

Der Stromausfall im Januar in Berlin war sicher nicht der letzte. Mehr Resilienz gibt es nur durch eine schnelle, dezentrale Energiewende mit ersatzstromfähigen Speichern. Mit Millionen möglichen Energieinseln werden Anschläge auf die Stromversorgung nutzlos. Podcast Folge 43. 

eine Kolumne von Cornelia und Volker Quaschning

Erneuerbares Stromsystem

Energie aus Luft

Haushohe, weiß gestrichene Industrieanlage, aus der drei große Rohre heraus- und U-förmig gebogen wieder hineinführen.

China hat den größten Druckluft-Speicher weltweit in Betrieb genommen – als Ergänzung zur fluktuierenden Ökostrom-Einspeisung. Neben Solar- und Windkraft fährt das Land nun auch Netze, Speicher und steuerbare Reservekapazitäten hoch.

von Joachim Wille

Ausbau der Erneuerbaren

Schwerer Start in die zweite Halbzeit

Ein Sturm zieht über einen Windpark in ebener Landschaft hin.

Für den Fortgang der Energiewende ist 2026 das entscheidende Jahr, verkünden Verbände, Politik und Experten bei jeder Gelegenheit besorgt. Tatsächlich steht allein schon die Stromwende vor einem schweren Start in ihre anstehende "zweite Halbzeit".

von Jörg Staude

Hummels Woche

Energiewende zum Mitdenken, Förderung zum Verbrennen und LNG aus Trumps Amerika

Porträtaufnahme von Oliver Hummel.

Kalenderwoche 4: Die Energiewende hängt nicht mehr nur vom EEG ab, sondern viele Gesetze greifen ineinander – was Politik idealerweise mitdenkt, sagt Oliver Hummel, Vorstand beim Ökoenergieversorger Naturstrom und Mitglied im Herausgeberrat von Klimareporter°. Plug-in-Hybride zu fördern, helfe weder dem Klima noch der Autoindustrie.

Emissionsrückgang

Kommt der globale CO₂-Peak?

Auf einem geraden Steinweg durch einen kleinen Solarpark geht ein Mann.

China und Indien produzieren weniger Kohlestrom, das könnte die Wende für den globalen Treibhausgasausstoß bedeuten. Es braucht aber noch energiepolitische Weichenstellungen für das neue Stromsystem.

von Joachim Wille

Stromverbrauch

KI saugt die Energiewende auf

Blick in einen Tunnel mit binärem Datenstrom

Zwar boomen Erneuerbare, doch die Anwendungen von künstlicher Intelligenz und andere Stromfresser halten die fossilen Kraftwerke weiter am Netz. Dagegen helfen altbekannte Lösungen und eine Diskussion um Dateneffizienz.

von David Zauner

Dählings Woche

Fossile Füllhörner, zivile C‑Parteien und Energie­sicherheit von nebenan

Porträtaufnahme von Carolin Dähling.

Kalenderwoche 2: Ein dezentrales und flexibles Stromsystem kommt besser mit Störungen und Angriffen zurecht als wenige Großkraftwerke, findet Carolin Dähling von der Energiegenossenschaft Green Planet Energy, Mitglied im Herausgeberrat von Klimareporter°. Sie plädiert für eine Art energiepolitische Unabhängigkeitserklärung Europas.

Energie- und Klimabilanz 2025

Selbst das Wetter ließ den Klimaschutz im Stich

Ein zugeschneiter Baum neben einem modernen Haus mit Holzfassade vor strahlend blauem Himmel.

In der Substanz ist der Klimaschutz in Deutschland – die Energiewirtschaft ausgenommen – in den letzten Jahren nicht vorangekommen. Das legt die vom Thinktank Agora Energiewende heute vorgelegte vorläufige Klimabilanz für 2025 offen.

von Jörg Staude

Fossile Politik

Trumps letzte Ölung

Die beleuchteten Anlagen der Ölraffinerie El Segundo von Chevron gegen den Abendhimmel.

Dass der US-Präsident seine Militäraktion in Venezuela vorher nicht mit dem Parlament, sondern mit heimischen Ölkonzernen besprach, ist ein weiteres starkes Argument für eine beschleunigte Energiewende.

ein Kommentar von Joachim Wille